Die sehbehinderte Luisa Weber setzt sich für Chancengleichheit am Arbeitsplatz ein und will Mut machen
Selbstbewusst arbeiten mit Handicap

Die stark sehbehinderte Luisa Weber kann mithilfe einer 
speziellen Brille auch selbst "lesen"
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    speziellen Brille auch selbst "lesen"
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lt. Stade. Das Thema Inklusion ist seit Jahren in aller Munde. Menschen mit Behinderung sollen nicht benachteiligt werden und in der Mitte der Gesellschaft leben und auch arbeiten. Doch dass die Praxis oft anders aussieht, hat Luisa Weber (24) am eigenen Leib erlebt.
Die junge Frau aus Stade leidet seit ihrer Geburt an einer seltenen Stoffwechselkrankheit und ist seit ihrem siebten Lebensjahr stark sehbehindert. Derzeit absolviert sie über das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Dafür muss sie auch ein Praktikum absolvieren. Doch es hagelte zunächst nur Absagen.
"Viele Arbeitgeber tun sich offensichtlich noch immer schwer mit der Integration von Menschen mit Behinderung", sagt Luisa Weber. Sie ist überzeugt, dass sich ihre Suche nach einem Praktikumsplatz so schwer gestaltete, weil viele Betriebe nicht von den Möglichkeiten wüssten, Menschen mit Handicap in den Arbeitsalltag zu integrieren, und sich die Mühe gar nicht erst machen wollen. "Dabei machen wir Dinge nicht schlechter als andere, sondern eben nur ein bisschen anders", sagt Luisa Weber. Sie nutzt zum Beispiel eine spezielle Vorlesebrille oder eine Sprachausgabe für den PC.
An ihren Praktikumsplatz in der Stader Stadtverwaltung kam Luisa Weber schließlich über Bürgermeisterin Silvia Nieber, die sich für die Sehbehinderte stark machte. Kennengelernt hatten sich die beiden über die Ortsgruppe des Stader Sozialverbandes.
Luisa Weber engagiert sich seit einigen Jahren für den Verband, arbeitet mit der AG barrierefreies Stade zusammen und betreut zudem das Projekt "SoVD Jugend", bei dem Jugendliche für soziale Tätigkeiten sensibilisiert werden und einander bei Problemen helfen sollen.
Nach Luisa Webers Meinung müsse es aber auch für Menschen mit Behinderung möglich sein, ohne "Vitamin B" an einen Praktikums- oder Arbeitsplatz zu kommen. Sie zeigt Betrieben deshalb ehrenamtlich, wie man Arbeitsplätze ohne viel Aufwand behindertengerecht einrichten kann, und will anderen Menschen mit Behinderung Mut machen.
"Viele schöpfen ihr Potenzial überhaupt nicht aus und sind in Behindertenwerkstätten tätig, obwohl sie eine Bereicherung für den allgemeinen Arbeitsmarkt wären", sagt Luisa Weber. Sie hofft, dass Menschen mit Behinderung selbstbewusster werden und auch Arbeitgeber sich trauen, neue Wege zu gehen.

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