Stader Kita-Anwohner: "Das ist für uns kein Lärm"

Die Anwohner des Johannis-Kindergartens (im Hintergrund) fühlen sich nicht durch vermeintlichen Kinderlärm gestört  Foto: jd
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jd. Stade. "Ihr regt Euch ernsthaft über spielende Kinder auf?" - Diese Frage mussten sich Brigitte Rolff und einige ihrer Nachbarn nach einem WOCHENBLATT-Bericht über vermeintlichen "Kita-Krach" in Stade gefallen lassen. "Wir wurden von Freunden und Bekannten wiederholt auf den Artikel angesprochen und möchten die Angelegenheit richtigstellen: Wir haben nichts gegen sogenannten Kinderlärm", sagt Brigitte Rolff: "Das ist für uns kein Lärm. Wir freuen uns doch, wenn die Kinder aus der Kita nebenan draußen herumtoben." Rolff hat einige Nachbarn bei sich am Küchentisch versammelt, die wie sie gegenüber dem vor einem Jahr neu gebauten Johannis-Kindergarten wohnen. Sie haben alle das gleiche Anliegen: Sie wollen klarstellen, dass sie nicht zu den Anwohnern gehören, die sich über "ohrenbetäubenden" Lärm vom Kita-Spielplatz beschwert haben.

Die meisten in der Runde wohnen schon fast 40 Jahre dort und sagen, dass sich der Geräuschpegel durch den Kita-Neubau nicht erhöht hat. "Im Gegenteil", sagt Ulrike Guldan: "Seit der Kindergarten dort steht, ist es sogar noch leiser geworden, weil der Neubau die Geräusche von der benachbarten Schule abschirmt." Vorher habe sie den Lärm vom Pausenhof gehört, was sie auch nicht gestört habe, doch jetzt sei es richtig ruhig.

Das bestätigt auch Guldans Nachbarin Angelika Brinkmann: "Ich nehme fast gar keine Geräusche mehr wahr. Der langgestreckte Gebäuderiegel der Kita wirkt wie eine Schallschutzmauer." Und wenn es anders wäre, hätte sie damit auch keine Probleme: "Wenn Kinder spielen, kann es nun mal etwas lauter zugehen." Das sei doch normal und gehöre zu der üblichen Geräuschkulisse in einer Stadt. Wer spielende Kinder ertragen könne, müsse eben in eine einsame Gegend ziehen.

Auch Claus und Brigitte Hinrichs sowie deren Tochter Yvonne möchten auf keinen Fall mit denjenigen in einen Topf geworfen werden, die sich über angeblich zu laute Kinder beklagen. "Wir haben hier vier Kinder großgezogen und nebenan wohnen drei unserer Enkelkinder. Da kann doch niemand ernsthaft glauben, dass wir etwas gegen Kinderlärm hätten." Lärm sei ohnehin der falsche Ausdruck.

Das meint auch Brigitte Rolff, die ihre Nachbarn "zusammengetrommelt" hatte, um sich gemeinsam von der negativen Berichterstattung über den vermeintlichen Krach zu distanzieren: "Wie hieß es doch so schön in dem Artikel: Dieser Kinderlärm klingt für uns wie Zukunftsmusik."

Mauer soll vor Krach schützen

Eine andere Anwohnerin sieht die Sache allerdings nach wie vor kritischer: "Der Lärm vom Kindergarten ist manchmal unerträglich." Das liege wahrscheinlich am Schall, der sich genau an ihrem Haus breche. "Ich kann natürlich nicht für meine Nachbarn sprechen und ich weiß auch nicht, wie viel Lärm bei ihnen ankommt." Sie fordert eine spezielle Lösung für ihr Problem: "Wenn das nur uns betrifft, sollte am Hang zwischen unserem Haus und Kita eine Schallschutzmauer gezogen werden. Dann hätten wir endlich Ruhe." 

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Jörg Dammann aus Stade

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