Stader Musiker ist glücklich mit Fischen und Musik

Wolfgang Kommnick mit Akkordeon in seinem Wohnzimmer
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  • Wolfgang Kommnick mit Akkordeon in seinem Wohnzimmer
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Wolfgang Kommnick (78) ist Gründer der "Stader Hafensänger" / Faible für die Tierwelt der Oste und Schwinge

tp. Stade. Er nahm nur zwei Stunden Unterricht auf dem Akkordeon - das reichte für eine respektable Laufbahn als Hobbymusiker: Wolfgang Kommnick (78) ist Gründer der „Stader Hafensänger“. Der Chor, den Kommnick als sein Lebenswerk bezeichnet, feiert in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen.

Der gebürtige Ostpreuße lebt seit 1950 in der Stadt Stade. Zur Konfirmation bekam er sein erstes Schifferklavier geschenkt, brachte sich das Spielen selbst bei: „Ich habe ein gutes Gehör“, sagt Kommnick, der am liebsten auf Notenblätter verzichtet. Außerdem spielt der Irish-Folk-Fan Keyboard und Gitarre. In seiner Jugend genoss er zudem eine Gesangsausbildung in der Kantorei der Stader St. Wilhadi-Kirchengemeinde, sang später im Männerchor „Concento“ und im Männergesangsverein.

In den 1970er Jahren leitete Wolfgang Kommnick den Chor „Bunte Gruppe“, durchlief in seiner Freizeit diverse Schulungen des deutschen Sängerbundes. Als 1976 das erste Stader Altstadtfest gefeiert wurde, trat der leidenschaftliche Hobby-Sportfischer mit einigen Freunden aus dem Sportanglerverein Stade auf: Ein knappes Dutzend Angler, die ihr Vereinsleben mit einer maritimen Musik-Show am Hafen präsentierten und Fisch aus offenen Kisten verkauften, legten unwissentlich den Grundstein für die „Stader Hafensänger“.

Der 1977 gegründete Anglerchor, der allmählich fester Bestandteil der städtischen Kulturszene wurde, repräsentierte Stade 1981 beim Hansetreff in der niederländischen Stadt Zwolle. Ein holländischer Zeitungsredakteur benannte den Chor in seinem Artikel einfach in „Havenzangers ut Stade“ um. Der Name blieb - eingedeutscht - bis heute.

Wolfgang Kommnick, der mit den Hafensängern viele schöne Erinnerungen wie Festival-Auftritte in Finnland oder Schweden verbindet, nahm sich nach mehr als einem Jahrzehnt als Chorleiter eine Auszeit. „Ich hatte noch andere wichtige Projekte im Kopf, die ich umsetzen wollte“: Der gelernte Chemielaborant und Vermessungstechniker, der bei der Gewässeraufsicht des Landkreises arbeitete, erforschte die Tierwelt in der Oste und Schwinge. In den 1990er Jahren verfasste er wissenschaftlich anerkannte Fischkataster der beiden Elbe-Zuflüsse.

„Eine Lebensaufgabe habe ich mir noch gestellt“, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder und Großvater von fünf Enkeln: Seit Jahren setzt er sich für einen Fisch-Durchlass zwischen altem und neuem Hafen ein. Im kommenden Jahr könnte die Vorrichtung gebaut werden: „Wenn die Stadt die Öffnung ‚Wolfgang-Durchlass‘ tauft“, so Kommnick, „habe ich alles im Leben erreicht“, sagt er schmunzelnd.

Wolfgang Kommnick mit Akkordeon in seinem Wohnzimmer
Der Verkauf von leckerem Räucherfisch rundete früher die Auftrittr der "Stader JHafensänger" - hier 1984 am Fischmarkt - ab | Foto: Wolfgang Kommnick privat
Makrelen und Shantys: Szene vom ersten Stader Altstadtfest, gezeichnet von einem unbekannten Maler | Foto: Kommnick privat
An der Gitarre: Multi-Instrumentalist Wolfgang Kommnick
Redakteur:

Thorsten Penz aus Stade

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