Archäologen legen steinzeitliche Anlage im Stadtteil Riensförde frei
Stades erstes Großsteingrab entdeckt

Das Archäologen-Team legt auf einem Acker in Riensförde die Reste des Großsteingrabes aus der Steinzeit frei
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  • Das Archäologen-Team legt auf einem Acker in Riensförde die Reste des Großsteingrabes aus der Steinzeit frei
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jd. Stade. Wo bis vor Kurzem noch Acker war, buddeln seit zwei Wochen die Archäologen. Was die Ausgräber in der Feldmark unmittelbar angrenzend an die Riensförder Heidesiedlung freilegen, stellt fast eine archäologische Sensation für Stade dar: Sie fanden erstmals auf dem Gebiet der Hansestadt ein Steinzeitgrab. Es ist womöglich das älteste nachweisbare Zeugnis menschlicher Bautätigkeit in Stade. Stadtarchäologe Dr. Andreas Schäfer schätzt das Alter der Grabanlage auf rund 4.800 bis 5.500 Jahre.

Der historische Schatz schlummerte nur etwas mehr als einen halben Meter unter der Ackerkrume. Nachdem ein Bagger die oberste Schicht freigeschoben hatte, machte sich das Team unter Grabungsleiterin Andrea Finck ans Werk. Mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern der Stader AG Archäologie wird das Areal akribisch untersucht, auf dem sich der ehemalige, im Durchmesser rund 20 Meter große Grabhügel befand.
Der Hügel, der laut Schäfer einmal bis zu fünf Meter hoch gewesen sein dürfte, ist inzwischen eingeebnet. Das geschah wohl - gemessen an den Zeiträumen, von denen hier die Rede ist - vor gar nicht allzu langer Zeit.

"Auf einer alten Landkarte der sogenannten kurhannoverischen Landesaufnahme ist der Grabhügel noch deutlich erkennbar", berichtet der Stadtarchäologe. Dieses Kartenwerk entstand zwischen 1764 und 1784.
Rund 100 Jahre später taucht die Kuppe auf einer preußischen Karte nicht mehr auf. Schäfer geht davon aus, dass in der Zwischenzeit die Grabanlage ausgeräumt und weitgehend beseitigt wurde. Denn große Steine konnten die Menschen damals gut gebrauchen - vor allem für den Haus- und Wegebau. Teile von Steingräbern finden sich heute beispielsweise in Fundamenten von Kirchen oder wurden in Feldsteinmauern verbaut.

Entsprechend wenig steinerne Überreste sind von dem einst gewaltigen Grabmal erhalten geblieben. "Die alte Grabkammer in der Hügelmitte ist verschwunden", sagt Schäfer. Diese Steinkammer, in der die Bestattungen erfolgten, sei vielleicht schon im Mittelalter von Grabräubern auf der Suche nach Schmuckstücken geplündert worden.

Grabungsleiterin Finck weist auf dunkle Verfärbungen im Boden: "Hier wurden wahrscheinlich die Suchgrabungen vorgenommen." An Funden hat ihr Team bislang nur ein paar Feuersteine und Tonscherben zutage gefördert. "Die Scherben sind der Trichterbecherkultur zuzuordnen und sind damit typisches Material aus der Jungsteinzeit."

Noch rund vier Wochen werden die Grabungen in Riensförde andauern. Finck und ihr Team haben das Gelände in vier Quadranten aufgeteilt, in denen sie nun schichtweise in die Tiefe vordringen. Die Archäologen sind gespannt, welche Geheimnisse sie dem Boden noch entlocken können. Bei anderen steinzeitlichen Anlagen hat man herausgefunden, dass sie auch kultischen Ritualen dienten. Vielleicht lauert im Erdreich im Süden Stades noch eine Überraschung.

• Die Stadtarchäologie sucht noch Freiwillige, die bei den Grabungen ehrenamtlich mithelfen möchten. Wer Interesse hat, wendet sich an Dr. Schäfer: andreas.schaefer@stadt-stade.de.

Das Archäologen-Team legt auf einem Acker in Riensförde die Reste des Großsteingrabes aus der Steinzeit frei
Die Grabanlage aus der Luft. Der rund Grabhügel ist deutlich an der unterschiedlichen Verfärbung zu erkennen. Die dunklen Spuren im Boden weisen auf spätere Raubgrabungen hin
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Jörg Dammann aus Stade

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