Bereits vor 20 Jahren beklagte das WOCHENBLATT die Tristesse
Am Sande in Stade. Der "Tote Platz" soll leben

Versprüht wie eh und je tristen Charme: der Platz Am Sande
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jd. Stade. Jetzt in den Sommerferien kommen wieder deutlich mehr Touristen nach Stade. Sie bummeln durch die Straßen der Altstadt, knipsen beliebte Fotomotive wie den Fischmarkt oder die beiden großen Kirchen. Doch an einem Ort zückt gewiss kein Tourist die Kamera: Wer sich als Ausflügler auf den Platz Am Sande verirrt, muss feststellen: Auch die sonst so schmucke Stader Altstadt hat ihre tristen Ecken. Das WOCHENBLATT bezeichnete ihn bereits vor 20 Jahren als "Meilenstein einer verfehlten Stadtplanung". Seitdem hat sich im Prinzip nichts getan, auch wenn dort jetzt für ein paar Wochen Imbissbuden stehen. Der Platz soll künftig aber aufgewertet werden: Im August will das Citymanagement der Hansestadt ein Konzept für die Neugestaltung des Platzes vorlegen.

Es ist längst überfällig, dass diesem Platz eine Auffrischungskur verordnet wird. Schon im Juli 2000 schrieb das WOCHENBLATT über dieses spröde wirkende Geviert: "Seit Jahren hat das Geläuf den Charme eines betonplattierten preußischen Exerzierplatzes, der rundum mit postmodernen Neubauten bestückt worden ist. Bonjour Tristesse." Sogar ein Architektenwettbewerb sei ausgeschrieben worden, so der Artikel. Doch danach kam nichts mehr. Das Fazit unseres damaligen Redakteurs: "Moskau hat seinen Roten Platz, Stade hat seinen Toten Platz."

Das WOCHENBLATT prophezeite bereits damals, dass es schwierig sein wird, den Platz mit Leben zu erfüllen: Die Ansiedlung von Geschäften dürfte schwierig sein. "Die angrenzende Bebauung mit Kreisverwaltung und anderen Behörden reizt nicht eben zum Bummeln."

Nachdem sich die schlechteste aller Lösungen, nämlich die Nutzung des Platzes als Parkplatz, inzwischen wieder erledigt hat, startete die Stadt im vergangenen Jahr einen Versuchsballon. Ein öffentlicher Ideenwettbewerb wurde ausgeschrieben. Statt der Architekten sollte nun der Bürger mit seinem gesunden Menschenverstand ran.

Immerhin 37 Entwürfe gingen bei Citymanagerin Sophie Hohmeister ein. Die meisten Vorschläge drehten sich um die Frage, wie sich der Platz attraktiver gestalten lässt. Wasserflächen, Begrünung, künstlicher Sandstrand und Ähnliches. Die Ideen waren vielfältig. Eine Jury prämierte am Ende die drei besten Vorschläge.

Einige dieser Anregungen fließen nun in das Konzept ein, an dem Hohmeister mit ihrem Team seit einem halben Jahr arbeitet. "Wir befinden uns in der Endphase der Planungen", sagt Hohmeister. Es gehe derzeit darum, die Machbarkeit der einzelnen Konzeptkomponenten zu überprüfen.

Bei der Erstellung des Konzeptes stand das Citymanagement laut Hohmeister in engem Austausch mit Mario Handke, einem der Gewinner des Ideenwettbewerbs. Handkes Idee habe die Jury besonders beeindruckt, erklärte Hohmeister bereits im vergangenen Herbst. Eine wichtige Rolle bei der Gestaltung sollen dabei Container spielen. Die Container könnten gastronomisch genutzt werden oder als Verkaufsräume dienen. Solche Schiffs-container seien ein interessantes Gestaltungselement, das Stades Bezug zur maritimen Wirtschaft herstelle, befand die Jury damals.

Es bleibt zu hoffen, dass das Konzept dann auch die Politik überzeugt. Denn weitere 20 Jahre Tristesse darf Am Sande nicht herrschen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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