Suche nach nuklearem Endlager: Vier Teilgebiete zwischen Este und Oste
Atommüll: Diese Flächen im Landkreis Stade bleiben im Verfahren

Die Karte zeigt die Teilgebiete: In Frage kommen im Landkreis Stade Tongestein (blau), flach lagernde Steinsalzvorkommen (lila) und Salzdome (gelb). Weiße Flächen sind aus dem weiteren Verfahren zur Endlagersuche herausgefallen  Karte: Open Street Map/BGE/jd
  • Die Karte zeigt die Teilgebiete: In Frage kommen im Landkreis Stade Tongestein (blau), flach lagernde Steinsalzvorkommen (lila) und Salzdome (gelb). Weiße Flächen sind aus dem weiteren Verfahren zur Endlagersuche herausgefallen Karte: Open Street Map/BGE/jd
  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). Das hat auf den ersten Blick viele überrascht. Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager ist im Landkreis Stade ausgerechnet derjenige Standort aus dem Rennen, der bei vielen als Top-Anwärter für eine engere Auswahl galt: Der Salzstock von Ohrensen (bei Harsefeld) gehört nicht zu den bundesweit 90 Teilgebieten, die nach einer Untersuchung der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) womöglich für eine unterirdische Lagerung nuklearer Abfälle in Frage kommen. Stattdessen gehen andere Flächen im Landkreis Stade in das weitere Verfahren, von denen wiederum kaum jemand angenommen hat, dass diese als Teilgebiete ausgewiesen werden. Auch dies dürfte eine Überraschung sein.

Somit ist auf der dem Zwischenbericht der BGE beigefügten Landkarte im Bereich Harsefeld/Ohrensen ein weißer Fleck eingetragen. Ein weiterer weißer Fleck, der aber deutlich größer ist, umfasst das Gebiet zwischen Horneburg, Fredenbeck und Drochtersen bis hin zur Elbe. Wer dort wohnt, kann sich jetzt sicher sein: Unter seinem Haus wird nicht irgendwann tief in der Erde Atommüll lagern.

Dafür ist aber der übrige Landkreis weiter im Rennen - was eben, wie bereits erwähnt, viele überrascht hat. Konkret bezieht sich die Betroffenheit des Landkreises auf vier Teilgebiete höchst unterschiedlicher Größe. Das größte dieser Gebiete erstreckt sich über den gesamten Norden Niedersachsens bis weit nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hinein. Hier handelt es sich um eine rund einen Kilometer dicke Schicht Tongestein (auf der Karte blau gefärbt).

Daneben gibt es noch drei Steinsalz-Formationen, die von Schleswig-Holstein bis in den Landkreis Stade hineinreichen. Diese drei Teilgebiete, die Salzstöcke und sich flach unter der Erde erstreckende Salzvorkommen umfassen, sind im Vergleich zum Gebiet mit dem Tongestein (ca. 63.000 Quadratkilometer) mit Flächen von unter 500 Quadratkilometern geradezu winzig. Und nur ein Teil davon befindet sich innerhalb der Landkreisgrenzen.
Diese Salzlagerstätten liegen in Nordkehdingen, südlich von Stade in einem Bogen von Groß Thun über Riensförde bis hinter Agathenburg und am Rand das Landkreises zwischen Hove und Hinterbrack (auf der Karte lila und gelb gefärbt). Diese Bereich befinden sich nun im weiteren Auswahlverfahren, bei dem die Teilgebiete auch anhand nicht-geologischer Abwägungskriterien wie etwa Besiedlungsdichte, Naturschutzgebiete und Überschwemmungsflächen weiter reduziert werden.

Landrat Michael Roesberg hat angekündigt, dieses weitere Prozedere "kritisch" begleiten zu wollen. "Wir werden in dem Verfahren nicht gefragt, wollt ihr ein Endlagerstandort sein oder nicht", sagt Roesberg. Er verweist darauf, dass es sich derzeit nur um eine rein geologische Beurteilung handele. Es sei davon auszugehen, dass Teilgebiete im Landkreis Stade u.a. aus Gründen des Natur- oder Küstenschutzes herausfielen. Auf jeden Fall werde der Landkreis die Interessen seiner Bevölkerung konsequent und mit aller Deutlichkeit formulieren, so Roesberg.

Sein wahrscheinlicher Nachfolger auf dem Landratsposten, der CDU-Politiker Kai Seefried, wird sich in den kommenden Jahren womöglich noch einmal intensiver mit dem Thema befassen müssen - wenn Bereiche im Landkreis dann überhaupt noch auf der Liste stehen. Vorerst mahnt Seefried aber zur Gelassenheit: "Das ist jetzt nur ein erstes Zwischenergebnis." Es bestehe derzeit keinerlei Anlass und Erfordernis, weitere Diskussionen zu führen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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