Stader SPD muss sich auf Suche nach neuem Vorsitzenden begeben
Kellmer legt Amt nieder

Oliver Kellmer ist nicht mehr Stader SPD-Chef  Foto: Archiv
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jd. Stade. Die Stader SPD steht derzeit ohne einen Vorsitzenden da. Der bisherige Ortsvereins-Vorsitzende Oliver Kellmer hat in der vergangenen Woche seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Auf der Homepage der Stader Parteiorganisation (www.spdstade.de) sind sein Name und Foto bereits gelöscht. Die beiden Stellvertreter von Kellmer, Kai Koeser und Daniela Oswald, werden den Ortsverein bis zum Herbst kommissarisch leiten. Dann soll eine Mitgliederversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen.

Laut Koeser hat Kellmer für seinen Rückritt berufliche Gründe angegeben. Der Zeitpunkt habe nichts mit der verlorenen Bürgermeisterwahl zu tun. Wer meine, dass Kellmer mit seiner Amtsniederlegung die politische Verantwortung für den Wahlausgang übernehmen wolle, liege mit dieser Vermutung völlig falsch. Tatsächlich soll Kellmer nach WOCHENBLATT-Information schon länger "amtsmüde" gewesen sein. Die Entscheidung, den Posten des Vorsitzenden nach der Wahl aufzugeben, soll Kellmer bereits Anfang des Jahres gefällt haben. Seine reguläre Amtszeit hätte im Frühjahr 2020 geendet.

"Wir bedauern Oliver Kellmers Entscheidung und danken ihm für seinen Einsatz für den Ortsverein und die Partei", sagt Koeser. Zwar werde bereits am 24. Juli eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, doch da befasse man sich noch nicht mit Personalien. "Dort geht es darum, die Bürgermeisterwahl aufzuarbeiten und die inhaltlichen Perspektiven für den Rest der Wahlperiode zu beraten." Eine zweite Versammlung Anfang Oktober habe dann die Neuwahl für den Ortsvereinsvorsitz auf der Tagesordnung.

Nach Angaben von Koeser bleibt Kellmer der Stader Kommunalpolitik erhalten. Seinen Sitz im Stadtrat, den er seit 2011 innehat, will er behalten. "Wir freuen uns sehr, dass Oliver Kellmer seine Ratsarbeit fortsetzen wird und wir auch weiterhin auf seine Unterstützung und Expertise setzen können", sagt Koeser. Kellmer, der innerparteilich immer "die Stimme der Vernunft" gewesen sei, habe fast acht Jahre im Vorstand des Ortsvereins für die Sache der Sozialdemokratie gearbeitet und gestritten. "Dafür gilt ihm unser tiefster Respekt."

Der 42-jährige gebürtige Bremerhavener ist bereits als junger Erwachsener der SPD beigetreten. Der Richter am Verwaltungsgericht Stade kandidierte 2013 und 2017 für den Bundestag, unterlag aber beide Male seinem CDU-Kontrahenten Oliver Grundmann deutlich. Kellmer gilt im positiven Sinne als treuer "Parteisoldat", der auch in schwierigen Zeiten loyal zur SPD steht.

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