Lieber Strommasten als Erdkabel: Landwirte sehen SuedLink kritisch

Eine Erdkabel-Baustelle aus der Vogelperspektive     Foto: Tennet
  • Eine Erdkabel-Baustelle aus der Vogelperspektive Foto: Tennet
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(jd). Die geplante SuedLink-Stromtrasse soll per Erdkabel quer durch die Republik geführt werden. So haben es die Politiker entschieden. Sie berufen sich auf den Willen der Bevölkerung. Dabei blieben diejenigen, die am meisten von den Planungen betroffen sind, nämlich die Bauern, außen vor. Die große Mehrheit von ihnen hätte sich gewünscht, dass SuedLink als Überlandleitung betrieben wird - wie von Netzbetreiber Tennet ursprünglich vorgesehen. "Aus Sicht der Landwirte wäre eine Freileitung mit Masten die bessere Alternative", erklärt Stades Kreislandwirt Johann Knabbe: "Ich kann diesen vermeintlichen Bürgerwillen nicht nachvollziehen."

Im Gegensatz zu überirdischen Leitungen sieht Knabbe beim Erdkabel jede Menge Probleme. Das Verlegen von vier dicken Hochspannungs-Stromkabeln ins Erdreich bedeute einen massiven Eingriff in die natürlichen Bodenstrukturen. "Uns Landwirten entstehen ganz klar Nachteile, weil die Flächen dauerhaft geschädigt werden", erklärt Knabbe. Er hat die Forderungen an Tennet bzw. an die Politik in vier Hauptpunkten zusammengefasst:

1. Die Stromkabel müssen möglichst bodenschonend verlegt werden: "Die Ansicht der Tennet-Ingenieure, man könne sich quer durch Deutschland buddeln und hinterher sei alles wieder in Ordnung, ist natürlich Unsinn", meint Knabbe. Rund 40 bis 60 Meter breite Bautrassen seien erforderlich. Bis zu 1,80 Meter tief werde gegraben. Jeder Boden haben seine spezifische Struktur und Dichte, so der Kreislandwirt: "Wenn der Aushub später wieder in die Erde kommt, werden die Bodenschichten durcheinandergewirbelt." Erfahrungsmäßig wirke sich das negativ auf den Pflanzenwuchs aus.

2. Es muss jederzeit ein Baustopp möglich sein: "Regenwetter und schwere Baumaschinen sind eine schlechte Kombination für jeden Ackerboden", so Knabbe. Die Entscheidung, Bauarbeiten ruhen zu lassen, müsse von einen unabhängigen Gremium aus rein fachlichen Kriterien und nicht aus wirtschaftlicher Sicht getroffen werden. In solchen Fällen dürfe es keine Regressansprüche der Baufirmen geben.

3. Tennet soll eine jährliche Pacht zahlen: Neben der Entschädigung, die für Ernteausfälle und Einschränkungen beim Beackern geleistet werden muss, verlangt Knabbe ein "Nutzungsentgelt": "Tennet ist ein Wirtschaftsunternehmen, dass damit Geld verdient, ein Stromnetz zu betreiben. Da ist es nur recht und billig, wenn wir von Tennet einen Obolus dafür verlangen, dass in unserem Grund und Boden ein Kabel verlegt wird." Es sei eine "Unverschämtheit", dass die Politik bei dieser Thema keine verbindlichen Vorgaben mache.

4. Es muss eine Rückbau-Verpflichtung geben: Von jedem Landwirt, der einen Windpark betreibt, werde verlangt, eine Bürgschaft zu hinterlegen, damit der spätere Abbau der Rotoren gesichert sei. Das müsse auch für Tennet gelten. Wenn die Mega-Stromleitung nicht nicht mehr benötigt werde, müsse man die Kabel wieder aus dem Boden holen. Schließlich werde auch SuedLink nicht für die Ewigkeit gebaut.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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