Roesberg: Altes Land ist auf Urlauber angewiesen
Stader Landrat erwartet verbindlichen „Corona-Plan“ des Landes für den Tourismus

Das Alte Land soll nach dem Willen des Landrats bald wieder schrittweise für den Tourismus geöffnet werden
  • Das Alte Land soll nach dem Willen des Landrats bald wieder schrittweise für den Tourismus geöffnet werden
  • Foto: Martin Elsen / nord-luftbilder.de
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. "Jetzt stehen wir am Anfang einer neuen Phase, zur Normalität unter den Bedingungen von Corona zurückzukehren", erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in dieser Woche. Das werde zwar nicht die gleiche Normalität wie vorher sein, so Weil, doch es müssen Perspektiven geschaffen werden. Insbesondere geht es hierbei um den Handel, die Gastronomie und vor allem auch den Tourismus. In Niedersachsen treffe man intern bereits Vorbereitungen für eine mögliche stufenweise Lockerung im Tourismus-Bereich, so Weil. Hier will Stades Landrat Michael Roesberg den Ministerpräsidenten beim Wort nehmen. Roesberg fordert, "dass das Land Niedersachsen auch für den Tourismus einen verbindlichen Plan aufstellt, um die Nutzung gastronomischer und tagestouristischer Angebote und Beherbergungen wieder zu ermöglichen".

In der bedeutenden Tourismusregion "Altes Land am Elbstrom" würden die Sorgen der Gastronomen und der Tourismusbranche von Tag zu Tag größer, erklärt Roesberg.Zwar habe der Landkreis Stade zu Ostern und zur Kirschblüte per Verordnung verhindern müssen, dass – wie sonst in jedem Jahr – Zehntausende Tagestouristen ins Alte Land drängen und den Infektionsschutz unterwandern. Jetzt aber entspanne sich die Lage.

In einem Brief des Landrats an Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann heißt es: "Die vielen Gespräche mit unseren potentiellen Gästen sowie Gastgebern zeigen uns, dass sie durchaus bis jetzt großes Verständnis für die Situation und die massiven Auswirkungen haben. Nicht zuletzt die Corona-Hilfen haben dies ermöglicht. Jetzt wird aber zunehmend bei allen Beteiligten die Notwendigkeit gesehen, fatalen Schaden von der Branche abzuwenden und Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen." Das Land Mecklenburg-Vorpommern mache es vor und Niedersachsen sollte in ähnlicher Form folgen, so Roesberg.

Unter normalen Bedingungen hätte das Alte Land und die umliegende mit der Obstblüte gerade seine Hochsaison erlebt. Doch das Alte Land, so Roesberg, sei das ganze Jahr über ein attraktives Ziel, nicht nur für Gäste aus der benachbarten Hansestadt Hamburg. Mit rund 8,5 Millionen Tagesgästen und mehr als einer Million Übernachtungen ist die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region erheblich.

Drei-Punkte-Plan für Tourismus

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann  hatte sich bereits für Lockerungen in der Tourismusbranche ausgesprochen. Pensionen und Hotels könnten ab Ende Mai bzw. Anfang Juni wieder geöffnet werden. Das soll Bestandteil eines dreistufigen Plans werden, den Althusmann in Abstimmung mit seinen Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ausgearbeitet hat.

In einem ersten Schritt sollen nach diesem Konzept zunächst Outdoor-Angebote wieder freigegeben werden. Dazu zählen  Freizeitparks und Klettergärten. In einer zweiten Phase sollen Restaurants öffnen dürfen. Das gleiche gilt für Ferienwohnungen und Hotels, allerdings mit eingeschränkter Nutzung. In der dritten und letzten Phase soll der Tourismus wieder ohne jegliche Einschränkung zulässig sein.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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