Wahlausschuss hat Kandidaten zur Bürgermeisterwahl offiziell zugelassen
Vier Bewerber treten in Stade an

Der einzige Nieber-Herausforderer mit Chancen: der CDU-Bürgermeisterkandidat Sönke Hartlef  Foto: lt
  • Der einzige Nieber-Herausforderer mit Chancen: der CDU-Bürgermeisterkandidat Sönke Hartlef Foto: lt
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Jetzt ist es amtlich: Zur Bürgermeisterwahl in Stade am Sonntag, 26. Mai, werden vier Kandidaten antreten. Der Wahlausschuss der Stadt Stade hat bekanntgegeben, dass vier Wahlvorschläge zugelassen worden sind. Neben Amtsinhaberin Silvia Nieber (SPD) treten der stellvertretende Bürgermeister und Bützflether Ortsbürgermeister Sönke Hartlef (CDU), Richard Bodo Klaus von den Piraten und Frank Rutkowski von der Spaßpartei "Die PARTEI" an.

Es ist nach dem jetzigen Stand von einem Kopf-an-Kopf-Rennen von Nieber und ihrem Herausforderer Hartlef auszugehen. Die amtierende Bürgermeisterin holte bei ihrer ersten Wahl im Jahr 2011 fast 60 Prozent der Stimmen. Diesmal dürfte es für die amtierende Bürgermeisterin enger werden. Hartlef gilt als umsichtiger Politiker, der - immer moderat im Ton - eher auf das Gespräch statt auf die Konfrontation setzt. Der Abteilungsleiter bei einem Buxtehuder Betonwerk positionierte sich frühzeitig gegen die STRABS (Straßenausbaubeitragssatzung), obwohl seine Partei zunächst eine andere Linie fuhr und die umstrittene Satzung beibehalten wollte.
Nieber wirft ihre langjährige Erfahrung als Verwaltungschefin in die Waagschale.

Bevor sie ihren Posten in Stade antrat, war die gelernte Industriekauffrau und Diplom-Betriebswirtin zehn Jahre Bürgermeisterin des 20.000-Einwohner-Städtchens Bad Münder (bei Hannover). Nieber war vor Beginn des "Wahlkampfs" immer vorgeworfen worden, zu wenig Präsenz bei Vereinsveranstaltungen zu zeigen und nur ihre Stellvertreter zu schicken.

Jetzt zielt die Kritik in die entgegengesetzte Stoßrichtung: Hartlef hat sich bereits darüber beklagt, dass die Bürgermeisterin viele repräsentative Termine "abgreift" und kaum etwas für ihn übrig lässt. Von der CDU-Fraktion wurde Nieber vorgeworfen, ihre Tätigkeit als Bürgermeisterin dem Wahlkampf unterzuordnen. Ob diese Kritik gerechtfertigt ist, bleibt dahingestellt. Fakt ist, dass Nieber sich im Moment jeweils halbtags Urlaub nimmt, um an Nachmittagen Zeit für den Haustür-Wahlkampf zuhaben. Außerdem gehört es zu den Privilegien der Amtsinhaberin, ihre öffentlichen Auftritte nach eigenem Gusto auszuwählen. Dass Nieber ihren "Amtsbonus" auszuschöpfen versucht, ist durchaus legitim und hat nichts Verwerfliches.

Die beiden anderen Kandidaten können sich keine ernsthaften Chancen ausrechnen. Klaus sitzt für die Piratenpartei im Kreistag und hat zwar einen gewissen Bekanntheitsgrad. Doch das dürfte allenfalls dafür reichen, Nieber und Hartlef die Stimmen der Protestwähler abzujagen und möglicherweise dafür zu sorgen, dass die beiden in die Stichwahl gehen müssen. Rutkowski hingegen nimmt das Ganze mit Humor. Er hatte ganz im Stil seiner Satire-Partei bereits angekündigt, das "Wurst-anbiss-Ressort" zu übernehmen.

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