Hohe Anschaffungskosten: Stade will abwarten, ob Zuschüsse fließen
(Vorerst) Keine Luftreinigungsgeräte für die Schulen

Besser durchatmen im Unterricht: Die CDU möchte erreichen, dass Luft-reinigungsgeräte für Schulen angeschafft werden
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jd. Stade. Die Stadt Stade wird vorerst keine Luftreinigungsgeräte für die Klassenräume anschaffen. Die CDU konnte sich mit ihrem Antrag, alle Schulen in städtischer Trägerschaft umgehend mit entsprechenden Geräten auszustatten, nicht durchsetzen. Der Antrag war an den nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss (VA) verwiesen worden.

Nachdem sich im VA abzeichnete, dass sich keine Mehrheit für einen sofortigen Kauf der Luftreiniger findet, haben die Christdemokraten ihren Antrag umformuliert. Nun heißt es: "Die Verwaltung wird beauftragt, ein besonderes Augenmerk auf die Frage der Belüftung von Schulräumen insbesondere in Hinblick auf die COVID-19-Pandemie zu legen, unverzüglich mögliche Fördermaßnahmen aufzugreifen und die Politik jederzeit umgehend darüber zu unterrichten. Dabei wird davon ausgegangen, dass Haushaltsreste vorhanden sind, um schnellstmöglich handeln zu können."

Dieser sogenannte Prüfauftrag an die Verwaltung wurde schließlich einstimmig beschlossen. Hintergrund für die zögerliche Haltung bei den anderen Parteien sind vor allem die hohen Anschaffungskosten. Für den Betrieb in Schulen geeignete Geräte kosten nach Angaben der Stadt rund 3.000 Euro. Bei 90 Unterrichtsräumen, die zunächst damit versorgt werden sollen, wären das Kosten in Höhe von 270.000 Euro. Dann würden aber noch fast 200 weitere Klassenzimmer fehlen und die Kitas wären überhaupt noch nicht berücksichtigt.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage teilte Bürgermeister Sönke Hartlef mit, dass man angesichts der hohen Kosten abwarten wolle, ob Bund oder Land ein entsprechendes Förderprogramm für mobile Lüftungsgeräte auflegen. Im städtischen Haushalt werde eine Summe für die Geräte reserviert, die abgerufen werden könne, sobald Zuschüsse fließen.

Skeptisch zeigten sich Politiker anderer Parteien hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Relation. Sie stellten die Frage, ob der Effekt dieser Luftfilter-Apparate tatsächlich so groß sei, dass dies die recht hohen Anschaffungskosten rechtfertige. Die Luftreiniger sollen mögliche Coronaviren in der Raumluft reduzieren und die Konzentration von Aerosolen vermindern. Damit soll die Gefahr gesenkt werden, dass Schüler an COVID-19 erkranken.

Auch er habe sich zu diesem Thema umgehört und kein einheitliches Meinungsbild erhalten, so Hartlef - weder von Ärzten noch von den Lehrerkollegien der Schulen.

Ordentliches Lüften sollte ausreichen

Reicht es nicht aus, wenn die Klassenzimmer ordentlich durchlüftet sind? Im Prinzip ja, sagen die drei kommunalen Spitzenverbände in Niedersachsen in einer gemeinsamen Erklärung zum Thema Lüften in der Schule. Sie verweisen darauf, dass das vom Kultusministerium empfohlene Lüftungskonzept meisten niedersächsischen Schulen umgesetzt werden kann. Dies habe eine aktuelle Umfrage bei den Schulträgern ergeben. Probleme gebe es nur vereinzelt.

Der Anschaffung von Luftreinigungsgeräten steht man kritisch gegenüber. "Der oftmals geforderte Einsatz mobiler Luftreiniger würde nicht dazu führen, verbrauchte Raumluft abzuführen und Frischluft von außen heranzuführen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning. Diese Geräte würden keinen nennenswerten Beitrag leisten, das entstehende Kohlendioxid, überschüssige Luftfeuchte und andere Stoffe aus dem Klassenraum zu entfernen. "Auch die Hinweise des Umweltbundesamtes zeigen, dass regelmäßiges Lüften den besten Schutz vor infektiösen Partikeln bildet."
Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Dr. Marco Trips, erklärte dazu: "Die kommunalen Spitzenverbände werden die Diskussion weiter kritisch begleiten. Bis wir gesicherte neue Erkenntnisse haben gilt die 20-5-20-Minuten-Regel für das Durchlüften."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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