Behörde genehmigt vorzeitigen Baubeginn
Gasleitung bindet Stader LNG-Terminal an deutsches Erdgasnetz an
- Die künftige Erdgasleitung (rote Linie) verläuft westlich um Stade herum. Die Schwarze gestrichelte Linie markiert die Grenze des Stade Stadtgebietes
- Foto: OpenTopoMap/jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Durch diese Gasleitung soll künftig das Erdgas fließen, das voraussichtlich ab 2027 über das in Bau befindliche LNG-Terminal importiert wird: Für die geplante Energietransportleitung (ETL) 179 von Bützfleth nach Deinste hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) jetzt bei einem Teil der Baumaßnahmen den vorzeitigen Baubeginn zugelassen. Die Leitung führt vom Industriegebiet Bützfleth in einem großen Bogen westlich um das Stader Stadtgebiet herum vorbei an Haddorf, Wiepenkathen und Hagen bis zur Stadtgrenze in Richtung Deinste.
Anbindung des Stader LNG-Terminals
Mit der Leitung wird das landbasierte LNG-Terminal, das derzeit in der Nähe des neuen Stader Energiehafens entsteht, an das Fernleitungsnetz des Energiekonzerns Gasunie angebunden. Ziel ist es, das verflüssigte Erdgas (LNG) nach seiner Regasifizierung sicher in das überregionale Gasnetz einzuspeisen. Der betreffende Abschnitt, der fast in seiner gesamten Länge auf Stader Stadtgebiet verläuft, ist rund 18 Kilometer lang.
Leitung wird zwei Meter tief verlegt
Die Leitung wird einen Innendurchmesser von 90 Zentimetern und einen maximalen Betriebsdruck von 84 bar haben. Sie soll überwiegend zwei Meter tief in offener Grabenbauweise verlegt werden. In ökologisch sensiblen Bereichen ist eine geschlossene Bauweise, zum Beispiel mittels Horizontalspülbohrverfahren (HDD), vorgesehen. So soll die Oberfläche weitestgehend geschont werden. Von den anstehenden Bauarbeiten und dem erforderlichen Anlieferverkehr für das Material sind im Landkreis Stade neben der Hansestadt selbst die Samtgemeinden Fredenbeck, Lühe und Oldendorf-Himmelpforten betroffen.
Baustraßen und Lagerplätze werden angelegt
Zu den Arbeiten gehört unter anderem die Schaffung neuer Zuwegungen sowie Baustraßen, die zu den Arbeitsstreifen neben der Leitung und zu den Lagerplätzen für die Rohre führen. Außerdem müssen Gehölze auf dem Baufeld gerodet und Oberböden abgetragen werden. Ferner muss das Gelände erkundet werden, um die Funktionsfähigkeit der Drainagen zu gewährleisten. Falls erforderlich, sind Spundwände zu setzen. Falls Gewässer betroffen sind, müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um unzulässige Beeinträchtigungen der Umwelt auszuschließen. Entsprechende Auflagen hat das LBEG erteilt.
Online-Beteiligung statt Erörterungstermin
Im Rahmen des Planverfahrens wurden die Träger öffentlicher Belange, die anerkannten Naturschutzverbände sowie die Öffentlichkeit beteiligt. Dabei hat eine Onlinekonsultation den klassischen Erörterungstermin ersetzt. Das LBEG stellte fest, dass dem Projekt keine unüberwindbaren Hinderungsgründe entgegenstehen – vorausgesetzt, die Auflagen werden eingehalten.
Das Projekt ist Teil des Netzentwicklungsplans Gas 2022–2032 der Bundesnetzagentur. Es trägt zur sicheren Versorgung Deutschlands mit Erdgas bei und liegt damit im öffentlichen Interesse. Die Inbetriebnahme der Leitung ist bis Dezember 2026 vorgesehen.
Für eine weitere Erdgasleitung, die ebenfalls durch den Landkreis Stade führt, hat Gasunie bereits im September mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen:
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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