Kein Einbruch durch Corona
Jetzt bewerben: Viele Ausbildungsplätze sind noch frei

Auch Azubis im Lebensmitteleinzelhandel oder Fachpersonal für Bäckereien wird noch gesucht
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  • Foto: Zentralverband des dt.Baeckerhandwerks/Darius_Ramazani
  • hochgeladen von Tom Kreib

(tk). Alle Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen haben gute Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Denn: Der befürchtete Einbruch bei Lehre und Ausbildung durch Jobabbau und Kurzarbeit in Zeiten von Corona ist ausgeblieben. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Susanne Serbest, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Stade. In den Landkreisen Stade und Harburg sind noch jede Menge Ausbildungsplätze unbesetzt und Arbeitsmarktexperten schätzen, dass diese Zahl noch zunimmt. "Einige Betriebe werden noch kurzentschlossen Ausbildungsstellen melden", sagt Susanne Serbest.

Ein Blick auf die Zahlen: Im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Stade (die Landkreise Stade, Rotenburg und Cuxhaven) sind 1.600 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt worden. Allein im Landkreis Stade gibt es derzeit noch 465 freie Stellen. Im Landkreis Harburg ist die Situation für angehende Azubis sogar noch besser: 577 freie Stellen sind bei der Agentur für Arbeit Lüneburg gemeldet. Insgesamt habe sich die Situation durch Corona nicht gravierend verändert, so Sprecherin Serbest.

Sie sieht dafür mehrere Gründe: Der demographische Wandel, der nach wie vor starke Fachkräftemangel und andere Ziele von Schulabgängern: Nämlich Studium statt Ausbildung oder Lehre. Viele Betriebe setzen daher weiterhin darauf, den eigenen Nachwuchs fürs Unternehmen oder wenigstens die eigene Branche auszubilden.

Was sich laut Susanne Serbest als negative Folge der Pandemie auf dem Ausbildungsmarkt zeige: Viele Ausbildungsmessen seien weggefallen und, das wiege noch schwerer, vor allem Betriebspraktika habe es nicht gegeben. "Das ist sonst die beste Gelegenheit, bei der sich Auszubildende und die Firmen kennenlernen."

Dass sich die Situation mit freien Ausbildungsplätzen in den Agenturbezirken Stade und Lüneburg im Gegensatz zur Vor-Corona-Zeit kaum verändert habe, habe auch mit speziellen Problemen im ländlichen Raum zu tun, so Susanne Serbest. Viele Betriebe liegen irgendwo auf dem platten Land und sind für angehende Azubis ohne Führerschein und Auto nur schwer - im schlimmsten Fall gar nicht - mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Solche Probleme gebe es etwa in Hamburg nicht.
Der Appell der Sprecherin der Agentur für Arbeit Stade an Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen ohne Ausbildungsvertrag: "Nicht ohne Ausbildung in die Ferien starten."
Wer Infos oder Hilfe benötigt, kann sich unter ( 0800 4555500 von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, an die Expertinnen und Experten der Agenturen für Arbeit wenden.

Das sind die Top 5 der freien Stellen:

Landkreis Stade
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 118 freie Stellen
2. Verkäufer/in 99
3. Kfz-Mechatronik 81
4. Anlagenmechaniker Sanitär Heizung/Klima 64
5. Elektroniker/in 57

Landkreis Harburg:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel 66
2. Verkäufer/in 36
3. Fachkraft für Lagerlogistik 24
4. Fachverkäufer/in
Lebensmitteleinzelhandel 22
5.  Anlagenmechaniker Sanitär Heizung/Klima 21

Das sagt die Handwerkskammer

(nw/tk). Freie Ausbildungsplätze gibt es derzeit im Handwerk in allen Gewerken und Regionen, so die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Die Jugendlichen dafür zu gewinnen, ist aber für Betriebe in der aktuellen Situation nicht einfach. "Pandemiebedingt fehlt aktuell oft der persönliche Kontakt zwischen Betrieben und Ausbildungswilligen, weshalb neue Ausbildungsverträge erschwert zustande kommen", sagt Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.

Viele Jugendliche seien verunsichert, ob Ausbildung unter Corona-Bedingungen überhaupt stattfinden kann. Oft fehlten ihnen Informationen und vor allem auch reale Erfahrungen, die sie unter normalen Umständen etwa durch Praktika gemacht hätten. Denn auch im zweiten Corona-Jahr haben Schulschließungen, Distanzunterricht und begrenzte Kontaktmöglichkeiten zu Berufs- und Ausbildungsberatern sowie ausgefallene Betriebspraktika die Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern beeinträchtigt. „Abgerechnet wird zwar wie immer am Jahresende, weil es erfahrungsgemäß von Monat zu Monat starke Schwankungen bei den neuen Ausbildungsverträgen gibt. Für eindeutige Aussagen ist es jetzt also noch viel zu früh“, erklärt Sudmeyer.

Aber gerade vor der Sommerpause sei es wichtig, alle Schulabgängerinnen und -abgänger noch einmal für das Thema Ausbildung zu sensibilisieren. Wir streben an, die Bewerberzahl für eine duale Ausbildung zu erhöhen.“

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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