Yupaporn Boonkham durfte ihr Thai-Massagestudio gar nicht erst eröffnen
Null Einnahmen, keine Soforthilfe

Verhinderte Unternehmensgründerin: Yupaporn Boonkham darf im Corona-Shutdown nicht arbeiten
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sb. Stade. Ihren Sprung in die Selbstständigkeit hatte sich Yupaporn Boonkham ganz anders vorgestellt. Anfang November wollte sie ihr neues thailändisches Massagestudio in Stade eröffnen. Zeitgleich kam der neue Corona-Shutdown, der u.a. den Betrieb von nicht-medizinischen Massagestudios untersagte. Die Türen blieben deshalb vom ersten Tag an zu. Ein Ende des Verbots ist derzeit vollkommen offen.

Finanziell ist das für die gebürtige Thailänderin eine Katastrophe. Denn: Weil sie noch keine Einnahmen nachweisen kann, bekommt sie vom Staat auch keine finanzielle Unterstützung - trotz laufender Kosten wie Miete und Versicherung. "Das ist eine Katastrophe - ich weiß nicht, wie ich das alles bezahlen soll!", sagt die Jungunternehmerin.

Kurzer Rückblick: Im Juli dieses Jahres reifte bei Yupaporn Boonkham die Idee, sich nach mehrjähriger Tätigkeit im Angestelltenverhältnis mit einem thailändischen Massagestudio selbstständig zu machen. Sie erstellte einen Businessplan, kümmerte sich um die Finanzierung ihres Vorhabens und sah sich nach einer passenden Immobilie in guter Lage um. Schließlich fand sie Räumlichkeiten an der Harsefelder Straße in Stade, die sie innerhalb kurzer Zeit nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen aufwendig umbauen ließ. Unterstützt wurde sie dabei stets von ihrem Mann Sven, der ihr mit Rat und Tat half, wo er nur konnte.

"In der Planungsphase hatten wir mit diversen Institutionen und Fachleuten zu tun, zum Beispiel von der IHK, der Agentur für Arbeit, der Bank und einem Steuerberater", erzählt Sven Boonkham. "Keiner von denen hielt es für möglich, dass es erneut zu einem Corona-Lockdown kommen könnte. Alle waren der Meinung, dass Deutschland sich das nicht leisten könne." Doch der Lockdown kam - und Yupaporn Boonkham musste die Tür ihres neuen Massagestudios geschlossen lassen. Wann sie endlich mit ihrer Arbeit - und mit dem Geldverdienen - anfangen kann, das kann ihr derzeit keiner sagen.

Yupaporn Boonkhams größtes Problem: Finanzielle Unterstützung hat sie bisher nicht erhalten. "Wir haben bei verschiedenen Ämtern um Hilfe gebeten und sogar einen Brief an die Bundeskanzlerin und das Bundesministerium für Wirtschaft geschrieben", sagt Yupaporn Boonkham. "Die Antworten waren alle niederschmetternd. Solange ich keine bisherigen Einkünfte aus meinem Geschäftsbetrieb nachweisen kann, habe ich keinen Anspruch auf Corona-Hilfe."

Auf der einen Seite weiß die Unternehmerin, dass sie als ihre eigene Chefin ein gewisses finanzielles Risiko eingegangen ist. Dass sie nicht massieren darf, ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Physiotherapie das hingegen sehr wohl dürfen, empfindet sie jedoch als große Ungerechtigkeit. "Auch meine Kundinnen und Kunden haben Schmerzen und erhalten durch meine Massagen Linderungen - nur nicht auf Rezept", sagt sie. "Ich kann die geltenden Hygieneverordnungen genauso einhalten wie andere Therapeuten - von der Anzahl der anwesenden Personen bis zur Desinfektion meiner Einrichtung."

Yupaporn Boonkham sieht sich als Opfer der Bundesregierung, die ohne Augenmaß zwischen verschiedenen Massageformen unterscheide, und der einen Seite den Geschäftsbetrieb erlaubt, der anderen jedoch nicht. "Zu meiner Geschäftsphilosophie gehört, dass ich mit meinem Fachwissen und meinen Fähigkeiten den Deutschen etwas Gutes tun möchte", sagt sie. "Denn als ich Deutschland zu meiner Wahlheimat machte, habe ich hier so unendlich viel Gutes erfahren. Insbesondere die ältere Generation war sehr hilfsbereit und hat mir den Start dadurch leichter gemacht. Das möchte ich jetzt gern zurückgeben. "Ich hoffe, dass ich meine Selbstständigkeit nicht aus finanziellen Gründen aufgeben muss, bevor ich überhaupt begonnen habe."

www.andaman-thai-wellness.de

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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