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Sabine Ulrich ist die Pastorin ohne Kirche

Pastorin Sabine Ulrich ist für die Menschen da - auch ohne Kirche
 
Immer wenn die Fahne vor der "RaumZeit" weht, ist Sabine Ulrich drinnen zu finden
lt. Stade. Spontan, innovativ und interaktiv: Zugegeben, dies sind nicht unbedingt die ersten Adjektive, die einem in den Sinn kommen, wenn man an Kirche denkt. Doch genauso lässt sich das vielfältige Kirchen-Projekt "RaumZeit" beschreiben, das seit rund einem Jahr in den beiden Stader Stadtteilen Ottenbeck und Riensförde erfolgreich praktiziert wird.
Im dritten Teil der WOCHENBLATT-Sommerserie "Rund um den Kirchturm" berichtet Pastorin Sabine Ulrich (41) von einem ökumenischen Konzept nach englischem Vorbild, das auch ganz ohne Kirchturm funktioniert.
"Mir ist wichtig, dass ich mittendrin bin und mitbekomme, was die Menschen bewegt", sagt Sabine Ulrich, die mit ihrem Mann, ihren Zwillingstöchtern und einem Jack-Russell-Terrier in Riensförde lebt. Für die vielen jungen Familien aus dem Neubaugebiet - aber auch für alle Singles und ältere Menschen in ihren beiden "Gemeinden" - möchte sie "Raum und Zeit" anbieten und Gemeinschaft leben.
Das sieht z.B. so aus, dass die Pastorin regelmäßig mit einem Bollerwagen voller Kaffee auf dem Spielplatz sitzt - und manchmal staunt, was sich spontan und ohne Zwang für intensive Gespräche entwickeln, an dessen Ende die Eltern sich womöglich sogar entscheiden, ihr Kind von ihr taufen zu lassen.
Sabine Ulrich organisiert auch Spieleabende, verschiedene Angebote für Kinder und "Brotzeiten", bei denen sich die Stadtteil-Bewohner auf der grünen Wiese zum gemeinsamen Abendbrot treffen, Freude oder auch Sorgen teilen und überlegen, wie "ihr Stadtteil" sich entwickeln soll.
In beiden Stadtteilen gibt es auch je einen festen Ort, an dem Aktionen stattfinden oder Sabine Ulrich bei einem Kaffee oder einem Frühstück mit den Bewohnern ins Gespräch kommt. "Wenn die Fahne vor der Tür weht, bin ich da", sagt Sabine Ulrich, die die Menschen aber auch Zuhause empfängt, wenn jemand etwas auf dem Herzen hat.
"Ich sehe es als meine Aufgabe als Christin an, für die Menschen da zu sein und ihnen zu dienen - auch wenn das vielleicht komisch klingt", sagt Sabine Ulrich. Ihr sei wichtig, mit den Bewohner gemeinsam zu gestalten und herauszufinden, was für den Ort passt, was sich die Menschen wünschen und was sie brauchen.
"Wir wollen zusammen feiern, lachen aber auch weinen und trauern", sagt Sabine Ulrich. Und das sei auch ganz ohne Kirchengebäude möglich.
• Die Stelle von Sabine Ulrich wurde von den Stader Kirchengemeinden St. Wilhadi und St. Johannis extra für die beiden Stadtteile Ottenbeck und Riensförde neu eingerichtet und wird zu 75 Prozent von der Landeskirche (Fonds für missionarische Chancen) und zu je 12,5 Prozent vom Kirchenkreis und vom Gesamtverband gefördert. Die Wilhadi-Gemeinde hat aktuell 5.000 Gemeindemitglieder, die Johannis-Gemeinde insgesamt rund 6.000. Angesiedelt ist das Projekt im sogenannten Trafohaus in Ottenbeck, Carl-Goerdeler-Weg 1, und in der "RaumZeit" in Riensförde am Stadtweg.
Ein ähnliches Projekt gibt es auch in Harsefeld.
raumzeit.wir-e.de
• Übrigens: In ihrer Freizeit schreibt Pastorin Sabine Ulrich in einem Blog über die kirchlichen Entwicklungen unserer Zeit und über "Kirche im Aufbruch". www.kirchgezeiten.de