Es war kein Mordversuch

Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Toppenstedt
Flucht nach beinahe Zusammenstoß zwischen PKW und LKW

Am Samstag, 22. August, befuhr ein 25-Jähriger gegen 20.15 Uhr mit einem LKW die Landstraße 212 von Toppenstedt nach Garlstorf, als ihm auf seiner Fahrbahnhälfte in einer Kurve ein Pkw entgegenkam. Der LKW-Fahrer musste nach rechts ausweichen und fuhr infolgedessen gegen die Leitplanke. Bei dem Pkw soll es sich um einen dunklen Kombi gehandelt haben. Der Pkw-Fahrer entfernte sich ohne anzuhalten, von der Unfallstelle. Wer Angaben zu dem Pkw machen kann, setzt sich bitte mit der Polizei Winsen...

Blaulicht

Buchholz
Autofahrer missachtet Vorfahrt und flüchtet

Am Donnerstag, 20. August, kam es gegen 22.05 Uhr an der Kreuzung Hamburger Straße / Bendestorfer Straße beinahe zu einem Zusammenstoß zwischen einem PKW und einem Pedelec. Der Pedelec-Fahrer wollte, nachdem die für ihn geltende Ampel Grünlicht anzeigte, auf dem Radweg anfahren und die Bendestorfer Straße queren. In diesem Moment bog der bislang unbekannter Fahrzeugführer des PKW von der Hamburger Straße nach rechts in die Bendestorfer Straße ab und ignorierte die Vorfahrt. Es kam zwar zu...

Blaulicht

Vieles war den Behörden nicht bekannt
Bluttat in Stade: Landesregierung beantwortet Anfrage der CDU zum mutmaßlichen Täter

Ein Mann ohne Aufenthaltstitel, ein früher Hinweis auf eine mögliche Flucht aus türkischer Haft und eine Ausländerbehörde, die erst nach der Bluttat von seinem Wohnort erfuhr: Die Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage zur Bluttat von Stade liefert neue Details – und neuen Stoff für politische Nachfragen. Die CDU-Landtagsabgeordneten Birgit Butter (Buxtehude), Melanie Reinecke (Stade) und André Bock (Winsen) hatten insgesamt 32 Fragen gestellt. Sie wollten wissen,...

Blaulicht

Autobahn 39 / Maschener Kreuz
Zusammenprall von Fahrzeugen mit Überschlag

Am Freitag, 21. August, kam es gegen 13.10 Uhr auf der A39 im Maschener Kreuz zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Pkw. Der 21-jährige Fahrer eines VW Caddy überholte nach dem Auffahren auf die A39 in Fahrtrichtung Lüneburg einen Sattelzug. Dies wurde von einem aus Richtung A7 kommenden Audi RS5 übersehen und der 24-jährige Fahrer konnte trotz Vollbremsung einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. In der Folge überschlug sich der Caddy und flog über die Außenschutzplanke eine Böschung hinab....

Blaulicht
 Auto im Vollbrand | Foto:  Feuerwehr Nordkehdingen
4 Bilder

Auto brennt bei Oederquart vollständig aus
Feuerwehren mit 30 Kräften im Einsatz

Ein brennender VW hat am Donnerstagabend, 20. August, die Feuerwehren Oederquart und Freiburg beschäftigt. Auf dem Freiburger Weg zwischen Doesemoor und Landsbrück stand das Fahrzeug beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits in Vollbrand. Verletzt wurde nach den vorliegenden Informationen niemand. Rauch steigt plötzlich aus dem Motorraum auf Gegen 20.15 Uhr alarmierte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle die Feuerwehren Oederquart und Freiburg zu einem Fahrzeugbrand auf der Verbindungsstraße...

Blaulicht

Kurioses aus dem Nachbarlandkreis
Entwischter Esel verletzt Helfer

Ein freilaufender Esel, ein ausgebüxtes Pferd und plötzlich ein Tier im Wohnmobil: In Holßel im Landkreis Cuxhaven nahm eine gut gemeinte Hilfsaktion am Freitag eine ungewöhnliche Wendung. Passanten hatten im Bereich des Kreisverkehrs einen entlaufenen Esel und eine ebenfalls ausgebüxte Stute entdeckt. Zwei Reisende aus der Wurster Nordseeküste hielten mit ihrem Wohnmobil an und wollten den Esel mit dem Namen „Freddy“ sichern. Doch dieser reagierte heftig: Er stieg in das Wohnmobil, trat und...

Blaulicht

Verfolgung durch Horneburg
Ladendiebstahl endet mit Festnahme auf der Auebrücke

Ein mutmaßlicher Ladendieb ist am Donnerstagnachmittag, 20. August, nach einer kurzen Flucht durch Horneburg von der Polizei festgenommen worden. Zuvor soll der 31-Jährige in einem Drogeriemarkt am Burggraben mehrere Waren gestohlen haben. Gegen 16.15 Uhr bemerkten Mitarbeiter des Geschäfts den Diebstahl. Nach Angaben der Polizei hatte der Mann unter anderem eine Milchpumpe sowie zehn Packungen Rasierklingen aus der Auslage genommen und in einem mitgebrachten Rucksack verstaut. An der Kasse...

Blaulicht

Motorsegler startete vom Flugplatz Wenzendorf
Flugzeug aus dem Landkreis Harburg stürzt in Kroatien ab: Beide Insassen tot

Ein tragisches Unglück erschüttert die Fliegergemeinschaft im Landkreis Harburg: Ein Motorsegler der Airbus HFB-Fluggemeinschaft e.V., die auf dem Flugplatz Wenzendorf bei Buchholz beheimatet ist, stürzte am Freitagnachmittag, 21. August, im kroatischen Velebit-Gebirge ab. Die beiden Personen an Bord des Fliegers  kamen ums Leben. Bei den zwei Opfern handelt es sich um Vereinsmitglieder. Verein in Wenzendorf: „Wir trauern“ Die Maschine mit dem deutschen Kennzeichen D-KWZE gehörte zum...

Blaulicht

Feuerwehreinsatz in Beckdorf
Geschirrspüler in Brand geraten

Wegen eines Küchenbrandes in Beckdorf wurden heute Mittag gegen 13 Uhr die Feuerwehren aus Beckdorf, Goldbeck, Sauensiek und Apensen alarmiert. Vermutlich war ein Geschirrspüler in Brand geraten. Durch die starke Rauchentwicklung entstand erheblicher Sachschaden. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt. Die Einsatzkräfte löschten den Brand und kontrollierten die betroffenen Bereiche auf mögliche Glutnester.

Landgericht verurteilt Elbmarscher lediglich wegen Fahrens ohne Führerschein zu Bewährungsstrafe

thl. Lüneburg. "Der anonyme Hinweis, dass der Angeklagte mit dem Auto fahre, hat bei der Polizei offensichtlich einen 'Beißreflex' ausgelöst. Man wollte ihn unbedingt fassen. Dabei hätte es eigentlich gereicht, wenn die Beamten eine Anzeige geschrieben hätten, weil sie den Beschuldigten erkannt hatten. Doch stattdessen begann die Jagd." Erneut kritisierte Richter Franz Kompisch, Vorsitzender der 4. Großen Strafkammer am Lüneburger Landgericht, deutlich das Verhalten der Polizei in dem Verfahren gegen einen 49-jährigen Familienvater aus Tespe.
Wie berichtet, wollte sich der Mann, der keinen Führerschein hat, im Juli 2016 einer Polizeikontrolle entziehen, was schließlich in einer wilden Verfolgungsfahrt quer durch die Elbmarsch gipfelte. Die Staatsanwaltschaft klagte den 49-Jährigen zunächst u.a. wegen Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr an. Doch der Richter am Winsener Amtsgericht gab das Verfahren im Rahmen der Beweisaufnahme an das Landgericht ab, weil für ihn der Pkw-Fahrer hinreichend tatverdächtig war, bei der Flucht den Tod eines Kindes und eines Radfahrers zumindest billigend in Kauf genommen zu haben.
Das passte dem Lüneburger Richter offenbar überhaupt nicht. Schon am ersten Prozesstag monierte er sich darüber, das Verfahren durchführen zu müssen und machte starke Zweifel am Tatvorwurf deutlich. Und auch die Polizisten, die den 49-Jährigen damals verfolgten, bezichtigte er der Lüge.
Nach erstem Abstreiten räumte der Angeklagte die Tat vollumfänglich ein, bestritt jedoch eine Tötungsabsicht. Die sah auch die Strafkammer nicht. "Die am Deich stehenden Mütter und Kinder waren nicht gefährdet. Sie wurden durch das Martinshorn der Polizei frühzeitig auf die Verfolgungsjagd aufmerksam, zudem sei der Angeklagte rechtzeitig nach links auf den Deich ausgewichen", so Richter Kompisch. Auch eine - zumindest - Nötigung des Radfahrers sah das Gericht nicht. "Er hat sich nie bei der Polizei gemeldet. Von daher kann es auch sein, dass er abgestiegen ist, um die Verfolgungsfahrt zu beobachten", so Kompisch weiter. Die Geschichte mit der Schranke, die der Angeklagte mit seinem Wagen durchbrochen habe, und die anschließend beim Herunterklappen den Streifenwagen beschädigt haben soll, stellte Kompisch infrage: "Es spricht einiges dafür, dass es nicht so war."
Am Ende blieb nach Ansicht der 4. Großen Strafkammer nicht viel von der ursprünglichen Anklage übrig. Das Gericht verurteilte den 49-Jährigen wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Vortäuschens einer Straftat - er hatte einen Tag nach der Flucht behauptet, sein Wagen wäre gestohlen worden - zu einer Haftstrafe von neun Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Trotz zweier laufender Bewährungen. "Ich gehe davon aus, dass dieses Verfahren mit dem Mordvorwurf einen Eindruck bei Ihnen hinterlassen hat und Sie keine weiteren Taten begehen", so Kompisch. Mit dem Urteil blieb das Gericht ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Auf die Verhängung einer zusätzlichen von der Anklagevertretung geforderten gemeinnützigen Arbeit von 100 Stunden verzichtete das Gericht ("Um dieses zu erfüllen, bräuchten Sie einen Führerschein") ebenso, wie auf die Stellung eines Bewährungshelfers ("Sie stehen mit beiden Beinen fest im Leben"). Auch auf eine isolierte Führerscheinsperre wurde verzichtet. Franz Kompisch: "Sie brauchen einen Führerschein, um arbeiten zu können. Es wird schwer genug für Sie, eine Fahrerlaubnis zu bekommen. Obwohl, wenn Sie eines können, dann ist es Autofahren."
Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Mit seiner herben Kritik an der Polizei und dem Amtsgericht hat Franz Kompisch ein fatales Zeichen gesetzt - nicht zum ersten Mal. Immer wieder beschwert er sich in Verfahren über die nach seiner Meinung "schlechte" Arbeitsweise der anderen Organisationen. Auch in diesem Prozess vertrat er die Meinung, die Polizei hätte den Fall nur "aufgebauscht". Von daher dürfte es nicht verwunderlich sein, wenn die Ordnungshüter ihr Ansehen bei den Bürgern noch mehr verlieren. Denn bereits jetzt hat vor allem die Polizei mit immer mehr Respektlosigkeit ihr gegenüber zu kämpfen.
Kommentar
Berechtigt wäre die Kritik, wenn Kompisch sich sicher wäre, dass die beiden Beamten gelogen haben. Dann müsste aber konsequenterweise auch ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage gegen die Polizisten eingeleitet werden. Darüber hat er im Prozess aber kein Wort verloren.
Thomas Lipinski Verfahren gegen die Polizisten?

Leserreporter:

Thomas Lipinski aus Winsen

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