Er ermittelte nach dem Verschwinden der Familie Schulze: Fahnder Michael Düker geht nach fast 44 Dienstjahren in den Ruhestand

thl. Lüneburg/Winsen. Er war der leitende Ermittler im Fall der im Juli 2015 verschwundenen Familie Schulze und hat alles daran gesetzt, den Angehörigen Gewissheit zu geben, was mit Sylvia und Miriam Schulze passiert ist. Doch sein größter Fall bleibt (vorerst weiter) ungeklärt. Denn jetzt geht Michael Düker in den Ruhestand. Am 30. April ist für den 62-Jährigen Schluss - nach 43 Jahren und sieben Monaten bei der Polizei. "Ich hätte noch ein Jahr anhängen können, das war für mich aber keine Option. Irgendwann ist mal gut", sagt Düker.
Im Oktober 1976 begann Michael Düker seine Grundausbildung für den mittleren Polizeidienst. Anschließend stand für den Polizeiwachtmeister zunächst die Verwendung in der Bereitschaftspolizei an. "So war damals der Werdegang", blickt Düker zurück. Seine erste richtige Dienststelle war in Lüneburg, in der heutigen Verfügungseinheit. Damals hieß diese noch Einsatz- und Ausbildungsstaffel. "Parallel dazu habe ich mein Studium für den gehobenen Dienst absolviert und kam als Kommissar zurück nach Lüneburg." Im Studium fand die Arbeit der Kripo das Interesse Dükers. Kein Wunder also, dass er den Diagonalaufstieg absolvierte und fortan im Kriminaldauerdienst (KDD) tätig war, bis dieser im Wege der Polizeireform aufgelöst und als Dienstabteilung an den normalen Polizeiwachen angegliedert wurde.
Zwischendurch war Michael Düker ein halbes Jahr als Fachlehrer für Polizeilehrgänge in Lüchow tätig, unterrichtete dort Strafrecht, Kriminalistik und Kriminologie. Später wurde er Dienstabteilungsleiter bei der Polizeiinspektion Lüneburg und wechselte von dort für ein halbes Jahr zum Fachkommissariat Bandenkriminalität. "Dort haben wir viele Festnahmen getätigt, u.a. haben wir eine Bande, die sich auf den Diebstahl von Airbags spezialisiert hatte, und Täter, die ständig die Fernsprecher in den Telefonzellen aufgebrochen haben, auffliegen lassen", blickt Düker zurück.
Nach dem Fachkommissariat wechselte Düker in die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeiinspektion Lüneburg und wurde Pressesprecher. "Diesen Job hätte ich gerne für immer ausgeführt. Allerdings gab es da keine Aufstiegschancen. Deswegen musste ich mich verändern", sagt Düker. Er ließ sich als Leiter der Verfügungseinheit (VE) nach Winsen versetzen, war dort oft mit dem Videowagen oder dem Motorrad unterwegs, um Verkehrssünder aufzuspüren. Durch seine Kenntnisse im Umgang mit der Presse rückte Düker die VE ins Licht der Öffentlichkeit. Auch WOCHENBLATT-Redakteur Thomas Lipinski begleitete die Beamten bei mehreren Schichten. Ein Meilenstein war seinerzeit die Einführung des "Automatischen Kennzeichenlesesystems" (AKLS).
Dass er irgendwann vor der Pension seinen Dienst wieder in seiner Heimatstadt Lüneburg verrichten wollte, war für Michael Düker immer klar. Deswegen wechselte er schließlich als Ermittlungsführer zum Fachkommissariat I der Polizeiinspektion Harburg. In dieser Zeit ereignete sich auch die Geschichte um die Familie Schulze aus Drage. "Das war ein herausragendes Ereignis in meiner Laufbahn. Der Fall hat mich viel beschäftigt, auch in meiner Freizeit", sagt er. "Wir sind damals sehr früh an die Medien gegangen, um Hinweise zu erhalten." Am Ende verliefen diese allerdings alle ins Leere. "Ich hoffe immer noch, dass der Fall aufgeklärt wird", so der Beamte. "Und ich wäre gerne dabei, wenn Mutter und Tochter gefunden werden. Auch wenn ich schon im Ruhestand bin."
Heute versieht Michael Düker seinen Dienst als Leiter des Fachkommissariates VI für Jugendsachen in Lüneburg. "Insgesamt hatte ich eine tolle Dienstzeit mit vielen tollen Kollegen", blickt Düker zurück. "Polizist war genau mein Beruf. Ich hätte nie etwas anderes sein wollen." Vor dem Ruhestand "graut" ihm nicht. "Meine Frau Anke muss zwar noch dreieinhalb Jahre arbeiten, aber zunächst muss unser Haus renoviert werden. Und dann wollen wir viele Wohnmobilreisen unternehmen", freut sich der Vater zweier erwachsener Kinder. Und zu guter Letzt hat Michael Düker auch noch "seine" DLRG, bei der er seit fast 50 Jahren Mitglied ist. Erst zu Beginn dieses Jahres hat er dort sein Amt als Leiter der "SEG" abgegeben.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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