Neue Polizei-Kampagne
Gegen Verbreitung von Kinderpornografie

Ein Kind nach einem Missbrauch (Szene gestellt)
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  • Ein Kind nach einem Missbrauch (Szene gestellt)
  • Foto: polizei-beratung.de
  • hochgeladen von Thomas Lipinski

thl. Winsen. Nicht nur durch den aufgedeckten Kindesmissbrauch in Lügde dieses Delikt enorm ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Auch in Stade und Lüneburg wurden jetzt erst zwei Kinderschänder zu Haftstrafen von sechs bzw. zwölf Jahren verurteilt (das WOCHENBLATT berichtete). Und dabei haben die Täter noch weitere grausame Gemeinsamkeiten - sie haben zahllose Dateien mit Kinderpornobilder oder - videos gesammelt, die sie teilweise auch im Internet veröffentlicht haben. Und dort werden sie oft ohne Nachzudenken geteilt - oftmals von Jugendlichen und Heranwachsenden.
Nicht nur der Besitz von kinderpornografischen Dateien ist strafbar, auch das Teilen im Internet wird strafrechtlich verfolgt. Und genau da lauert die Gefahr für andere Jugendliche und Heranwachsende, die im Netz und den sozialen Medien unterwegs sind. Denn oft werden Videos mit entsprechendem Inhalt in Chats geteilt. Mit aufrüttelnden Videoclips sollen junge Menschen nun über die sozialen Medien aufgeklärt werden, dass sie sich durch die Verbreitung von Kinderpornografie strafbar machen. Darüber informiert ab sofort die neue Kampagne der Polizei auf Instagram, Facebook und Twitter. Neben den Clips zur Sensibilisierung werden weitere Informationen zum richtigen Umgang sowie zum Melden der Inhalte bereitgestellt.
Die Verbreitung von Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern über Chats, Messenger und soziale Netzwerke steigt. Dabei werden auch Kinder und Jugendliche oft unwissentlich zu Tätern: Laut bundesweiter Polizeilicher Kriminalstatistik war in Deutschland im Jahr 2019 etwa ein Drittel der erfassten Tatverdächtigen jünger als 18 Jahre (549 Kinder und 820 Jugendliche). "Wir müssen Kindern und Jugendlichen eindeutig klarmachen, dass sie Straftaten begehen, wenn sie kinderpornografische Inhalte verbreiten. Oft ist ihnen dabei nicht bewusst, dass hinter einem im Chat verbreiteten Video ein realer sexueller Kindesmissbrauch stehen kann", sagt Lydia Freienberg, Beauftragte für Jugendsachen bei der Polizeiinspektion Harburg. "Mit unseren Videoclips und den zusätzlichen Informationen wollen wir insbesondere jungen Menschen vermitteln, wie sie mit diesen strafbaren und möglicherweise traumatisierenden Inhalten richtig umgehen. Unser Ziel ist es, die Verbreitung von Kinderpornografie in digitalen Medien zu stoppen."
Die Kampagne gegen die Verbreitung von Kinderpornografie in Chats sensibilisiert in den sozialen Netzwerken mit dem Kurzfilm "sounds wrong" für die Problematik. Ergänzend dazu erhalten Nutzer über die sozialen Kanäle der Polizeilichen Kriminalprävention (ProPK) konkrete Hinweise zum Umgang mit Kinderpornografie in Chats, Messenger-Gruppen oder auf Social Media sowie Hinweise zum Melden von Kinderpornografie.
Richtig handeln gegen die Verbreitung von Kinderpornografie
<Aufz>Video nicht weiterschicken.
Dem Netzwerkbetreiber oder der Polizei melden.
Aus Chatgruppen austreten, in denen solche Inhalte verbreitet werden.</Aufz>
Die Videoclips sind abrufbar auf den Social-Media-Kanälen der ProPK (Zivile Helden) auf Facebook, Instagram und Twitter. Ab dem 28. Oktober können die Clips zusätzlich über Youtube gesehen werden. Beratung und Hilfestellung gibt es auch bei folgenden Einrichtungen:
Dunkelziffer e.V. für Kinder und Jugendliche (Landkreis Harburg): Tel. 040-421070010
Kinderschutzbund (Landkreis Harburg): Tel. 04181-380636, E-Mail: info@dksb-lkharburg.de
Beratungsstelle Lichtblick für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene (Stadt Buxtehude und Landkreis Stade): Rufnummer 04161-714715, E-Mail: lichtblick@awostade.de
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch (kostenfrei und anonym): Rufnummer 0800-2255530, www.hilfetelefon-missbrauch.de Beratung und Hilfestellung

Ein Kind nach einem Missbrauch (Szene gestellt)
Lydia Freienberg, Beauftragte für Jugendsachen   Foto: ce
Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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