Aldi spaltet das Dorf

Auf dieser Fläche soll das Aldi-Lager gebaut werden  Fotos: BUND/SPD Stelle
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BI sammelt Unterschriften gegen Ansiedlung und wird heftig kritisiert / BUND gegen Aldi-Lager

thl. Stelle. Die geplante Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers im Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd spaltet die Gemeinde Stelle. Derzeit sind Mitglieder der Bürgerinitiative "L(i)ebenswertes Stelle" unterwegs und sammeln Unterschriften gegen die Pläne des Konzerns. "Innerhalb kurzer Zeit haben wir rund 450 Unterschriften eingesammelt", sagt BI-Sprecher Sebastian Schaper. Den Erfolg der Aktion führt er darauf zurück, dass "immer mehr Bürger sich entweder überhaupt nicht informiert oder gar fehlgeleitet fühlen". Dazu würden sich Emotionen wie Entrüstung und Fassungslosigkeit über die immensen negativen Einschnitte, die mit einer möglichen Ansiedlung des Aldi-Zentrallagers verbunden wären, gesellen.
Auf der anderen Seite gibt es aber viele Steller, die vom Vorgehen der BI genervt sind. Es gehe ihm "auf den Zeiger", dass die Aktivisten jetzt schon an seiner Tür klingeln würden, schreibt ein Bürger in der Facebook-Gruppe "Wir in Stelle". Und ein anderer kritisiert, dass die BI "ihre Hausaufgaben nicht gemacht" habe. Für eine Pro- oder Contra-Entscheidung brauche er "belegbare Fakten und keine Sammlung fadenscheiniger Argumente auf einem mit Nein vorangekreuzten Flugblatt". Ein weiterer User hatte eine Umfrage in der Gruppe erstellt, an der sich 200 Bürger beteilgt haben. Das Ergebnis: 70 Prozent sind für Aldi, zehn Prozent sind sich unschlüssig.
Unterdessen hat der BUND-Umweltschutz seine Anregungen und Bedenken gegen das Lager öffentlich gemacht. Man habe festgestellt, dass der Bebauungsplan und die dazu gehörigen Gutachten sowie die Planunterlagen mit erheblichen Fehlern und Lücken behaftet seien, so Vorsitzender Ingo Wohlde. "Der B-Plan verstößt u.a. gegen zwei entscheidende Grundsätze", erklärt der Naturschützer. "Das Entwicklungsgebot aus der Flächennutzungsplanung und die gesetzliche Vorgabe, alle aus dem Plan entstehenden Konflikte zu bewältigen." Selten würde mit Zahlen und Angaben so getrickst und getäuscht, wie in diesem Fall. Wohlde: "Der B-Plan kann in der jetzigen Fassung nicht rechtskräftig werden. Sonst bestehen gute Chancen für mögliche Klagen."
Mit dem Thema beschäftigt sich auch die Steller SPD sehr stark und hält die Aussagen von Aldi über die zu erwartende Verkehrsbelastung noch nicht für ausreichend. "Deswegen haben wir einen Antrag für die Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes für eine proaktive Steuerung des Lkw-Verkehrs gestellt", sagt Fraktionsvorsitzender Bernd Henke. "Außerdem soll der Rat seine Zustimmung nur geben, wenn Aldi verbindlich erklärt, dass das Konzept Bestandteil des Durchführungsvertrages wird", ergänzt SPD-Sprecher Heinz-Dieter Adamczak. Denn es könne nicht der richtige Weg sein, den Lkw-Fahrern zu vertrauen, dass sie über Maschen fahren, weil das der "kürzeste" Weg sei, so Henke weiter.
Allerdings kritisieren die Sozialdemokraten die Flugblätter der BI, auf denen der Eindruck erweckt wird, dass zukünftig 700 Lkw pro Tag durch Stelle fahren. "Das ist blanker Unsinn, fern jeder Realität und nur dazu gedacht, den Bürgern Angst zu machen", so die beiden SPD-Politiker.

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Bernd Henke (li.) und Heinz-Dieter Adamczak

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