Ärztenetzwerk engagiert sich für Klimafolgen
"elan" tritt Winsener Klimaschutznetzwerk bei
- Das Ärztenetz "elan" stößt zum Klimaschutznetzwerk Winsen dazu
- Foto: Klimaschutznetzwerk Winsen
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Die zunehmenden gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels bewegen nun auch die Ärzteschaft: Das Ärztenetzwerk "elan", dem rund 50 Allgemein- und Fachmediziner im östlichen Landkreis Harburg angehören, ist dem Winsener Klimaschutznetzwerk beigetreten. Bei einem Treffen im Gemeindezentrum St. Marien stellte eine neue Arbeitsgruppe unter anderem erste Ideen zur Anpassung medizinischer Versorgung an den Klimawandel vor.
Im Fokus stehen die gesundheitlichen Belastungen durch Hitze, Trockenheit und verlängerte Pollenzeiten, wie der Allgemeinmediziner Dr. Markus Jaeger-Rosiny von der Praxis „Hausärzte im Zentrum“ im Winsener Gesundheitszentrum betont. Besonders ältere und demente Menschen sowie Patienten mit Atemwegserkrankungen seien gefährdet. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeitet die neue Gruppe unter dem Dach des Ärztenetzes an mehreren Maßnahmen – von baulichen Anpassungen in Arztpraxen über gezielte Informationen für vulnerable Gruppen bis hin zu Empfehlungen für die Medikation in Hitzeperioden.
Mit dem Beitritt zum Klimaschutznetzwerk Winsen möchten die beteiligten Ärzte ihre Kompetenzen einbringen und sich mit anderen Akteuren vernetzen. „Maßnahmen für mehr Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung sind eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe der nächsten Jahre, für die wir unsere Kompetenzen bündeln müssen“, so Dr. Jaeger-Rosiny.
Die Reaktionen auf das Engagement der Ärzteschaft fielen durchweg positiv aus. Michaela Klomp, Fachbereichsleiterin für Gesundheit und Umwelt bei der Kreisvolkshochschule, sieht Potenzial für gemeinsame Bildungsangebote. Bereits heute beschäftigt sich das Kursprogramm der Einrichtung mit dem Thema „Klimawandel und Gesundheit“. Denkbar sei, künftig verstärkt den medizinischen Sachverstand aus der Region einzubeziehen.
Auch Oliver Waltenrath, Klimaschutzmanager des Landkreises Harburg, begrüßt die neue Partnerschaft. Er weist darauf hin, dass die „Klimafolgenanpassung“ perspektivisch zu den Pflichtaufgaben der Kommunen gehören soll. Bereits im März fand ein erstes Treffen von Kreisgesundheitsamt, städtischer Klimaschutz-Stabsstelle und Ärztenetz "elan" statt, bei dem unter anderem der Ausbau öffentlicher Trinkwasserspender diskutiert wurde.
Zuspruch kam ebenfalls von Nele Jansen von „Parents for Future“, die betonte, wie wichtig es sei, dass sich auch medizinische Fachkräfte aktiv mit dem Klimawandel auseinandersetzen. „Wir werden in Winsen künftig auch mehr Grün im Stadtgebiet brauchen, um das Stadtklima gerade in Hitzezeiten zu verbessern“, so die Aktivistin.
Das neue Bündnis zeigt: Klimaschutz und Gesundheitsversorgung sind zunehmend miteinander verflochten – und der Schulterschluss verschiedener Akteure kann ein wichtiger Schritt sein, um der Klimakrise lokal zu begegnen.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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