Kita Pusteblume in Winsen
Eltern kritisieren Container-Abbau und volle Gruppen
Der geplante Abbau der Container an der evangelischen Kita Pusteblume in Winsen sorgt für erhebliche Unruhe unter den betroffenen Familien. Während Bürgermeister André Wiese den Rückbau der temporären Anlage öffentlich als Erfolg einstufte, schlägt die Elternschaft Alarm. Durch das Auslaufen der Containerlösung zum Jahresende sollen zwei Gruppen wegfallen und die verbleibenden Gruppen im Hauptgebäude bis an die rechtliche Obergrenze von 15 Kindern in der Krippe und 25 im Elementarbereich belegt werden. Aus Sicht der Eltern kommt dieser Schritt mitten im laufenden Betreuungsjahr verfrüht und überhastet.
In einem offenen Brief an den Verwaltungschef forderte die Elterngemeinschaft daher vergeblich, die Umstrukturierung bis zur Sommerschließung am 30. Juli aufzuschieben. Viele Kinder hätten ihre Eingewöhnung gerade erst abgeschlossen und feste Bindungen aufgebaut. Ein erneuter Wechsel der Gruppe und der Bezugspersonen kann diese gerade entstandene Stabilität erheblich beeinträchtigen, warnen die Eltern. Bei einem Anteil von fast 50 Prozent an Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sei eine gezielte Sprachförderung in voll besetzten Gruppen kaum noch leistbar. Zudem stünden zeitgleich Arbeiten am Außengelände und Personalwechsel an: In ihrer Gesamtheit stellen diese Veränderungen eine erhebliche Umstellung des Kita-Alltags dar, heißt es in dem Schreiben weiter.
Bürgermeister André Wiese wies die Bitte um einen Aufschub in seiner schriftlichen Stellungnahme zurück. Die Veränderung der Struktur sei notwendig, da der zusätzliche Raumbedarf dauerhaft zurückgegangen sei. Die Nutzung der Container ende daher planmäßig zum 31. Dezember, während die gesetzlichen Höchstgrenzen gewahrt blieben. Die Kinder würden nicht einfach in eine neue Struktur gesetzt, betonte Wiese mit Verweis auf die Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Träger. Die Fachkräfte des Kita-Teams werden die Veränderungen vorbereiten, begleiten und beobachten, so der Bürgermeister. Zudem würden die Maßnahmen gestaffelt: Nach dem Einzug ins Hauptgebäude Anfang Dezember erfolge der Containerabbau zum Jahreswechsel, gefolgt von der Neugestaltung des Außengeländes im Frühjahr.
Eine Verschiebung in den Sommer lehnte die Verwaltung auch aus pädagogischer Sicht ab. Bei einem Wechsel nach der Sommerpause würden die Kinder nach längerer Abwesenheit zeitgleich auf neue Räume, neue Gruppen und zeitgleiche Eingewöhnungen treffen. Ein Übergang im laufenden Betrieb sei schonender. Gerade die Vorweihnachtszeit bietet hierfür einen besonderen pädagogischen Rahmen, argumentierte Wiese. Diese Phase sei geprägt von gemeinsamen Aktivitäten, vertrauten Ritualen und vielen positiven Erlebnissen, die das Ankommen in den neuen Gruppen erleichtern sollen.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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