"Es geht fast nie um die Kinder"

Wilfried Rieck

Ratsherr Wilfried Rieck erklärt sich

thl. Winsen. Wird ihm der Gegenwind zu stark? In einem offenen Brief versucht Wilfried Rieck (Winsener Liste) zu erklären, was er mit seinen Aussagen zum Thema Kinderbetreuung gemeint hat. Und gleich zu Beginn entschuldigt er sich sogar: "Vielleicht war meine Wortwahl in Bezug auf den Zweitwagen und den Urlaub zu provokant", so Rieck. "Die daraus entstandene Diskussion verlief leider meistens nicht sehr sachlich. Dabei war meine Intention, dass man wieder an die ureigensten Bedürfnisse der Kinder denkt, nämlich von den Eltern betreut zu werden." Bei den vielen Leserbriefen, Facebook-Kommentaren und sonstigen Stellungnahmen zum Artikel sei es fast immer nur um die Rechtfertigung der Bedürfnisse der Eltern, Rente, Selbstverwirklichung, gesellschaftlicher Fortschritt, usw. gegangen. "Fast nie um die Kinder selbst und ihre Bedürfnisse. Ich wollte zum Nachdenken anregen, ob es das Beste für das Kind ist oder das Beste für die Eltern, wenn man die Kinder so früh in fremde Obhut gibt", so der Politiker.
Weiter schreibt er: "Ich habe in meinen Aussagen die Horte nicht thematisiert und Kindergärten für absolut gut und richtig befunden. Einzig die Krippen sind in meinen Augen nicht das Beste für die noch so kleinen Kinder. Sicherlich gibt es Situationen, die das so frühe Weggeben unabdingbar machen, aber für diese Babys ist es eben nicht das Beste, sie gehören nach meiner Auffassung möglichst zu ihren Eltern. Damit will ich nicht sagen, dass die Frau zurück an den Herd soll. Darum geht es gar nicht. Man sollte sich aber bei der zunehmenden Vergesellschaftung der Erziehung überlegen, was vielleicht verloren geht und was das für die Seele des Kindes bedeutet. Ich denke, dass körperliche Nähe und Zuwendung durch ein oder beide Elternteile die Grundbedingungen sind, dass die Kinder ein positives Verhältnis zu den Menschen und zur Welt entwickeln können. Es wird den Eltern heutzutage leider vermittelt, dass sie ihren Kindern etwas Schlechtes antun, wenn sie es nicht von klein an ganztags ins staatliche Obhut geben und im Gegenzug ganztags arbeiten. Häusliche Erziehung wird von großen Teilen der Gesellschaft nicht mehr wertgeschätzt und das ist meiner Ansicht nach eine schlimme Entwicklung. Die Bedürfnisse der Kinder sollte man endlich wieder mehr gegen die Bedürfnisse der Erwachsenen aufwiegen. Am Ende müssen aber alle Eltern für sich selbst entscheiden, ob das für sie der richtige Weg ist."

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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