Soziale Medien und ihre Folgen als Thema
Sozialpsychiatrischer Verbund des Landkreises traf sich in Winsen
- „Das Verbundfest ist nicht nur Fortbildung, sondern ein Ort der Begegnung“: Kreisrätin Ana Cristina Bröcking und Dr. Peter Schlegel, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Landkreises Harburg
- Foto: Landkreis Harburg
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Das Handy immer griffbereit, der Computer immer online, ständig ein Blick auf neueste Mails und Nachrichten: So groß die Chancen durch Internet und Social Media sowie die Möglichkeiten durch weltumspannende Kommunikation und die ständige Erreichbarkeit sind, so schwer fällt es vielen Menschen, dabei die nötigen Grenzen zu ziehen und das reale Leben nicht zu vernachlässigen. „Die digitale Welt beeinflusst unser Denken, unsere Emotionen, unsere seelische Stabilität. Darum dürfen wir Digitalisierung nicht nur technisch denken, sondern auch sozial und gesundheitlich“, betonte Kreisrätin Ana Cristina Bröcking beim Verbundfest des Sozialpsychiatrischen Verbundes im Landkreis Harburg, das jetzt in Winsen stattfand. Digitalisierung müsse dem Menschen dienen und Verbindungen schaffen, nicht Entfremdung.
Um den schmalen Grat zwischen Fluch und Segen sozialer Medien, der längst auch Thema für die Sozialpsychiatrie ist, ging es bei der Fortbildungsveranstaltung. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der im Sozialpsychiatrischen Verbund organisierten Einrichtungen nahmen ebenso daran teil wie Betroffene und ihre Angehörigen.
„Dieser Tag ist mehr als eine Fortbildung. Er ist ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Gemeinschaft“, erklärte Ana Cristina Bröcking fest. Alle Beteiligten trügen dazu bei, dass psychische Gesundheit nicht am Rand, sondern in der Mitte der Gesellschaft stehe. „Psychische Gesundheitsvorsorge ist ein wertvolles Gut der Gesellschaft in jeder Altersgruppe“, unterstrich die Kreisrätin. „Wir brauchen digitale Kompetenzförderung, Aufklärung, Prävention – und zugleich eine starke psychosoziale Versorgung, wenn Überforderung oder Abhängigkeit entstehen.“
Den fachlichen Input gab es von Dr. Bernd Sobottka. Der leitende Psychologe der Median-Klinik Schweriner See hat als ausgewiesener Experte selbst einschlägige Therapiemöglichkeiten maßgeblich mitentwickelt. Er ging darauf ein, wie schmal der Grat zwischen digitaler Freiheit und digitaler Abhängigkeit ist. Auch die Fragen, wo die Grenzen zwischen sinnvoller Nutzung und Abhängigkeit, zwischen Information und Überforderung liegen, spielten eine Rolle.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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