Chancen und Bedenken
Diskussion um Mehrgenerationentreffpunkt am Schlehenweg

Hier könnte bald ein Mehrgenerationentreffpunkt entstehen. Ein Anwohner des Schlehenwegs, dessen Grundstück auf der rechten Seite angrenzt, äußert Bedenken | Foto: Anika Werner
3Bilder
  • Hier könnte bald ein Mehrgenerationentreffpunkt entstehen. Ein Anwohner des Schlehenwegs, dessen Grundstück auf der rechten Seite angrenzt, äußert Bedenken
  • Foto: Anika Werner
  • hochgeladen von Anika Werner

Die Pläne der Stadt Winsen, einen Mehrgenerationentreffpunkt (MGTP) am Schlehenweg in Roydorf zu errichten, stoßen in der Nachbarschaft auf gemischte Reaktionen. Während einige Anwohner den Mehrwert und die Chancen des Projekts betonen, äußern andere erhebliche Bedenken hinsichtlich Lärmbelästigung und der Integration von Flüchtlingen.

Derzeit steht die Stadt Winsen vor der Herausforderung, die Fertigstellung der Flüchtlingsunterkünfte am benachbarten Hagebuttenweg abzuschließen. Die 34 Wohnungen müssen gemäß den gesetzlichen Vorgaben ausschließlich von geflüchteten Menschen bewohnt werden. Die ersten Bewohner werden im Herbst einziehen. Parallel dazu plant die Stadt, auf der gegenüberliegenden Seite der Baustraße einen Mehrgenerationentreffpunkt zu gestalten, um einen integrativen Raum für alle Anwohner zu schaffen.

Kritik und Bedenken
Bernd Timmann, Anwohner am Schlehenweg, äußerte in einem Schreiben an die Stadt scharfe Kritik. „Ich finde es Stimmungsmache und nicht gerade seriös, wenn in einem Nebensatz des Info-Blattes von einer Mehrheit der Anwesenden des besagten Vor-Ort-Termines gesprochen wird, die den Standort präferieren. Soweit ich informiert bin, war kein direkt betroffener Grundstückseigentümer anwesend. Natürlich wird jeder nicht betroffene Anwesende den Vorschlag gern zustimmen, sofern der ‚Spielplatz‘ nicht vor seiner Haustür gebaut wird.“ so Timmann. Er bezweifelt, dass die Meinungen der direkt betroffenen Grundstückseigentümer ausreichend berücksichtigt wurden.
Timmann sieht den geplanten Treffpunkt nicht als Mehrwert für die Nachbarschaft: „Nach meiner Meinung dient der MGTP als Deckmantel für die Flüchtlingsunterkünfte am Hagebuttenweg. Nur eine entsprechende Vorauswahl der Bezieher der Unterkunft (Sprachkenntnisse, in Arbeit/Ausbildung) kann verhindern, dass hier ein sozialer Brennpunkt entsteht.“

Antwort der Stadt Winsen
Christian Riech, erster Stadtrat von Winsen, reagierte auf Timmanns Schreiben und betonte die Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten im Planungsprozess. „Am 28. Juni hat eine Bürgerinformationsveranstaltung am Hagebuttenweg stattgefunden. Bürgerinnen und Bürger konnten den aktuellen Baustand der Flüchtlingsunterkünfte ansehen und sich dazu mit dem Bürgermeister austauschen,“ erklärt Riech. Er unterstreicht, dass der Prozess noch in den Kinderschuhen steckt und alle Anwohner ihre Eingaben zu den Standorten und der Ausgestaltung des MGTP machen können.
Riech verteidigt das Projekt als integrativen Ort für alle Generationen: „Mit der Schaffung eines MGTP sehen wir einen Mehrwert für alle Anliegerinnen und Anlieger und für eine breite Nutzergruppe. Er ist als Spielplatz für Jung und Alt zu verstehen.“ Zudem betont er, dass die Stadt darauf achtet, gut integrierte Flüchtlinge in die Unterkünfte einziehen zu lassen, um soziale Brennpunkte zu vermeiden.

Positive Einschätzung der Ortsvorsteherin
Beate Westphal, Ortsvorsteherin von Roydorf, sieht den geplanten Treffpunkt als große Chance für die Nachbarschaft. „Ich finde dieses Projekt super. In die Häuser werden integrierte Migranten einziehen, und die Möglichkeit, auf dem Feld einen Begegnungsort zu gestalten, wird die Integration der Flüchtlinge voranbringen,“ so Westphal.
„Es ist kein reiner Spielplatz geplant, sondern ein Ort der Begegnung für alle. Das kann zum Beispiel Schachttische für Senioren, Bewegungsapparate oder Sportgeräte für Erwachsene, aber natürlich auch Schaukeln und Rutschen für alle Generationen beinhalten,“ erklärt sie. Westphal ermutigt die Anwohner, sich an den Planungen zu beteiligen und ihre eigenen Ideen einzubringen, um den Treffpunkt zu einem Ort zu machen, der den Bedürfnissen aller gerecht wird.

Der Planungsprozess bietet noch viele Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen und sicherzustellen, dass der Treffpunkt ein Ort der Begegnung für alle wird.

Hier könnte bald ein Mehrgenerationentreffpunkt entstehen. Ein Anwohner des Schlehenwegs, dessen Grundstück auf der rechten Seite angrenzt, äußert Bedenken | Foto: Anika Werner
Die drei Gebäude der Flüchtlingsunterkunft am Hagebuttenweg werden in wenigen Wochen fertiggestellt | Foto: Anika Werner
Am Hagebuttenweg in Winsen-Roydorf entstehen derzeit 39 Wohnungen für geflüchtete Menschen | Foto: Anika Werner
Redakteur:

Anika Werner aus Winsen

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Stellen Sie kreiszeitung-wochenblatt.de als bevorzugte Quelle bei Google ein!

Dadurch werden Ihnen wichtige Neuigkeiten aus der Region ab sofort automatisch weiter oben angezeigt.

Jetzt als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.