Winsen
Stadt hält an altem Bebauungsplan fest

Dieses Grundstück im Luhe Park liegt seit 20 Jahren brach. Obwohl es heiß begehrt ist, wurde der gültige Bebauungsplan bisher nicht angefasst | Foto: thl
  • Dieses Grundstück im Luhe Park liegt seit 20 Jahren brach. Obwohl es heiß begehrt ist, wurde der gültige Bebauungsplan bisher nicht angefasst
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Freie Gewerbegrundstücke sind in Winsen Mangelware, das ist hinlänglich bekannt. Und auch, dass sich viele Unternehmen in der Luhestadt ansiedeln wollen, ist kein Geheimnis. Um so unverständlicher ist es , dass die Stadt nicht alle Flächen vermarktet und stattdessen an alten Zöpfen festhält.
Bestes Beispiel ist das Grundstück im Luhe Park, zwischen dem Toyota-Autohaus Böger und dem Regenrückhaltebecken an der Hamburger Straße. Dieses wurde damals im Bebauungsplan als Grundstück für eine Disco oder einen Bowlingcenter deklariert. Doch schon kurz nach der Eröffnung des Baugebietes war klar, dass eine Disco an dieser Stelle allein schon aus Lärmschutzgründen nie gebaut werden würde. Und für einen Bowlingcenter fehlte die Nachfrage. Trotzdem wurde der Bebauungsplan bis heute nicht wieder angefasst und aktualisiert. Dabei haben sich in den vergangenen 20 Jahren nach WOCHENBLATT-Informationen schon zahlreiche Firmen um das Grundstück bemüht, sind aber bei der Stadt abgeblitzt. Auch ein Versuch der Leuphana-Uni aus Lüneburg, dort eine Außenstelle anzusiedeln, scheiterte.
Eine weitere brauchbare, aber bislang völlig falsch genutzte Gewerbefläche steht ein paar Meter weiter im ehemaligen Restaurant Hei Nun zur Verfügung. Das Problem: Im Bebauungsplan ist diese Fläche als Gastronomie-Fläche festgeschrieben. Eröffnet 2032 als Bonny's Diner, machte der erste Inhaber finanziell schnell schlapp. Wohl auch, weil die seinerzeit versprochene Disco auf dem Nachbargrundstück nie gebaut wurde. Doch auch die anderen Pächter des Restaurants hatten kein Glück. Beinahe im Jahrestakt wechselten die Inhaber. Zuletzt war lediglich der Name Hei Nun stabil, auch wenn es dort immer wieder Wechsel gab. "Abreißen und Platz für anderes Gewerbe schaffen. Eine Gastronomie in dieser Größe ist dort überhaupt nicht rentabel", sagen Insider. Bleibt abzuwarten, wann die Stadt auch zu dieser Einsicht kommt und den Bebauungsplan ändert.

Leserreporter:

Thomas Lipinski aus Winsen

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