Saisonende beim heimischen Spargel
Top-Qualität zu fairen Preisen
- Gute Qualität und eher durchschnittliche Preise kennzeichneten nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die abgelaufene niedersächsische Spargelsaison.
- Foto: Landwirtschaftskammer Niedersachsen
- hochgeladen von Jan Filter
Am heutigen Johannistag (24. Juni) endet für die Landwirte traditionell die Spargelernte. Wer sein Edelgemüse in den vergangenen Wochen direkt beim Bauern um die Ecke gekauft hat, durfte sich über eine hervorragende Qualität und stabile Preise freuen. Die Gesamternte in Niedersachsen fällt 2026 allerdings etwas geringer aus, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) mitteilte.
Für uns Verbraucher war es eine erfreuliche Saison. Das Wetter spielte mit. Der kalte Winter sorgte für eine optimale Ruhephase der Pflanzen im Boden. Weil ab Ende März die ganz großen Hitzewellen ausblieben, wuchs der Spargel schön gleichmäßig. Das Ergebnis: Die Stangen schmeckten in diesem Jahr richtig gut.
Die Landwirte blicken dennoch mit gemischten Gefühlen auf das Frühjahr zurück. „In der Direktvermarktung konnten wir die Preise auf dem Vorjahresniveau halten“, zieht Nils Kraushaar von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Bilanz. Doch der Verkauf an die Gastronomie und die Großmärkte lief eher schleppend. Ein Grund dafür war das frühe Osterfest. Zu den Feiertagen gab es auf den Feldern schlicht noch nicht genug erntereifen Spargel.
Sorgen bereiten den heimischen Höfen zudem die deutlich gestiegenen Produktionskosten. Haupttreiber ist der höhere Mindestlohn. Die Folgen für Erzeuger sind spürbar: Immer mehr kleine Betriebe, auch in den südlicheren Anbaugebieten Richtung Lüneburg, geben auf und verpachten ihre Felder. Mittlere und große Höfe steuern stattdessen mit moderner Technik gegen. „Robotische Lösungen gewinnen dabei an Bedeutung, insbesondere in der Aufbereitung und Verarbeitung“, erklärt Spargel-Berater Kraushaar.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Spargel das Gemüse Nummer eins auf den Feldern. Auffällig: Neben dem weißen Klassiker bauen die Höfe immer mehr grünen Spargel an, da die Nachfrage nach der unkomplizierten Variante bei uns stetig wächst.
Für dieses Jahr ist auf den Äckern aber erst einmal Schicht im Schacht. Die Pflanzen dürfen nun frei wachsen. In den nächsten drei Monaten bilden sie bis zu zwei Meter hohe, buschige grüne Hecken. Über das Kraut fangen sie das Sonnenlicht ein und speichern die Energie tief in den Wurzeln – damit wir uns auch im nächsten Frühjahr wieder auf frischen Spargel aus der Region freuen können.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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