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Grüne protestieren gegen Festhalten der Landesregierung an Bodenabbau-Plänen in Vierhöfen

Brenzlige Situation: Schon jetzt ist die durch Vierhöfen führende Kreisstraße 37 zu schmal für zwei sich begegnende Lkw (Foto: Bürgerinitiative Vierhöfen)
 
Bekam Antwort von der Landesregierung: Grünen-Landtagsabgeordneter Detlev Schulz-Hendel

Grünen-Landtagsabgeordneter Schulz-Hendel: ""Landkreis muss Risiken prüfen"

   ce. Vierhöfen. Scharfe Kritik an der Landesregierung, die weiterhin an der umstrittenen Vorrangfläche für Kiesabbau in Vierhöfen festhält, übt Detlev Schulz-Hendel aus Amelinghausen, Landtagsabgeordneter der Grünen.
Im Juli war Schulz-Hendel, verkehrs- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, auf Einladung des Grünen-Ortsverbandes Salzhausen-Hanstedt nach Vierhöfen gekommen, um sich ein Bild von dem geplanten Bodenabbau zu machen. Die Firma Manzke mit Sitz in Volksdorf (Kreis Lüneburg) will in Vierhöfen auf knapp 30 Hektar etwa 30 Jahre lang Kies und Sand abbauen sowie mineralische Produkte (besondere Gesteinsmischungen, Rohstoffe für den Straßenbau) herstellen. Hiergegen protestieren die Gemeinde und die örtliche Bürgerinitiative, da sie einen drastischen Anstieg des Schwerlastverkehrs auf der mitten durch das Dorf führenden K37 und irreparable Umweltschäden befürchten. Detlev Schulz-Hendel kündigte bei dem Treffen an, sich bei Niedersachsens Umweltminister dafür einzusetzen, die Abbaupläne "noch einmal zu überdenken" (das WOCHENBLATT berichtete). Der Landtag sieht jedoch - wie er Schulz-Hendel jetzt schrieb - "keinen dringenden (...) Überarbeitungsbedarf" beim Landes-Raumordnungsprogramm, in dem die Abbaufläche in Vierhöfen vorgesehen ist.
"Die strategische Umweltprüfung hat bereits gezeigt, dass der geplante Kiesabbau erhebliche Auswirkungen auf Anwohner, Natur, Landschaft, Boden und Wasser bedeutet", reagiert Schulz-Hendel mit Unverständnis auf das Verhalten der Landesregierung. "Der Landkreis muss diese Risiken im laufenden Genehmigungsverfahren nun kritisch prüfen."
Laut dem Grünen-Ortsverband Salzhausen-Hanstedt sieht die regionale Raumordnung im Bereich Vierhöfen ein Abbaugebiet von 110 Hektar vor. "Der Abbau darf nicht häppchenweise in Salami-Taktik genehmigt werden," fordert Detlev Schulz-Hendel. "Die Umweltauswirkungen müssen insgesamt betrachtet werden. Die Erfahrungen mit dem bereits erfolgten Kiesabbau sollten eine Warnung sein.“
Die Frage des Grünen, wie sich der bisherige Bodenabbau auf den Grundwasserstand in Vierhöfen ausgewirkt hat, beantwortete die Landesregierung unter anderem dahingehend, dass - entgegen der Auffassung vieler Bürger und einiger Fachleute - der Bodenabbau "für die Kellervernässungen nicht ursächlich" sei.
"Dies ist bereits der dritte Anlauf, den die Firma Manzke für den Kiesabbau nimmt. Bereits zweimal musste das Genehmigungsverfahren abgebrochen und neu aufgerollt werden", gibt Joachim Bartels, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbands Salzhausen-Hanstedt, zu bedenken. Er dankt Detlev Schulz-Hendel für dessen Engagement, das zu einem wichtigen Ergebnis geführt habe: "Durch die Antwort der Landesregierung wurde klargestellt, dass durch die Festsetzung als Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung kein Anspruch auf Genehmigung des Sandabbau besteht."
Zur Untermauerung des Grünen-Protestes führt Joachim Bartels schließlich eine Umwelt-Aktion ins Feld, die bundesweit Schlagzeilen machte: "Nachdem kürzlich die Rodungen im Hambacher Forst per Gerichtsbeschluss gestoppt wurden, sollte der Landkreis Harburg gut abwägen, ob eine Abbaugenehmigung mit der sich auch hier ergebenden Abholzung einer Waldfläche von etwa 28 Hektar - ohne größere Not und angesichts des voranschreitenden Klimawandels - noch zeitgemäß ist."