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Risiko-Ampel in Himmelpforten: Eltern sehen rot

Eltern und das WOCHENBLATT machten Dampf, nun stellt der Landkreis zwei Dialog-Display zur Verfügung (Foto: tp)

WOCHENBLATT hilft: Landkreis installiert Dialog-Display an gefährlicher Straßenquerung / Aktivisten kämpfen weiter

tp. Himmelpforten. Sechsmal stündlich zur Rush-Hour drücken Verkehrssünder laut Polizeizählung an der viel befahrenen Bundesstraße 73 in Himmelpforten aufs Gaspedal und überfahren die von zahlreichen Grundschülern benutze Bedarfsampel bei Rot. Schon vor rund einem Jahr schickten aufgebrachte Eltern um den stellvertretenden Schulsprecher Frank Spille (50) einen Brandbrief an den Landkreis Stade und forderten mit einem Maßnahmenkatalog ein Durchgreifen der Kreis-Verkehrsbehörde. Mit gesammelten 300 Unterschriften verliehen sie ihrem Anliegen Nachdruck, doch nichts tat sich. Als sich unsere Redaktion im Rahmen der Kampagne "das WOCHENBLATT mischt sich ein" um den Fall kümmert, geht plötzlich alles ganz schnell: Der Kreis bewilligt zwei elektronische Warntafeln, sogenannte Dialog-Displays aufzustellen, die Bleifuß-Chauffeure in beiden Fahrtrichtungen auf die Schüler-Ampel hinweisen.

Die Aktivisten verbuchen die Dialog-Displays, die der Landkreis mit insgesamt 4.000 Euro bezuschusst und von der Gemeinde noch beantragt werden müssen, als Etappensieg. Sie wollen aber für weitere Sicherungsmaßnahmen kämpfen. "Insbesondere für einen 'Blitzer'", sagt Himmelpfortens stellvertretende Bürgermeisterin und Elterninitiativen-Mitglied Manuela Mahlke-Göhring (44), deren Tochter Hannah (8) die Grundschule besucht. Weitere Forderungen sind farbige Fahrbahnmarkierungen im Bereich der Fußgänger-Furt, blau-weiße Signal-Streifen am Ampelmast, eine dreifache Haltelinie als "optische Bremse" beiderseits der Ampel sowie auffällige, über die Straße gespannte Banner mit der Aufschrift "Schulweg".

Laut Kreis-Pressesprecher Christan Schmidt gibt es für die Umsetzung der meisten Maßnahmen wenig Hoffnung: "Sie lassen sich unter den Bedingungen vor Ort leider nicht verwirklichen, weil sie Empfehlungen der Verkehrssicherheitsexperten oder gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechen", so Schmidt. Allerdings werde sich "die Verkehrsunfallkommission mit dem Wunsch nach einer stationären Rotlicht-Überwachung beschäftigen".

Unterdessen haben sich nach einer Anfrage der Elterninitiative beim jüngsten Treffen der Himmelpfortener "Ehrenamtsbörse" zwei Freiwillige gemeldet, die sich als Schülerlotsen engagieren wollen. Manuela Mahlke-Göhring begrüßt das Angebot: "Wir können von Glück reden, dass es Menschen gibt, die die Aufgabe in ihrer Freizeit übernehmen möchten, doch Schulweg-Sicherheit darf kein purer Glücksfall sein."

Bitte nicht so geizig

Insgesamt 18 stationäre "Blitzer" gibt es im Stader Kreisgebiet, manche von ihnen werden als Abzock-Apparate betrachtet. Die neue, jetzt von den besorgten Eltern in Himmelpforten gewünschte Anlage würde ganz bestimmt über den Zweck einer reinen Geld-Druckmaschine hinausgehen. Also bitte nicht so geizig!
Thorsten Penz