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763 Stimmen gegen neue Windriesen

Unterschriften-Übergabe im Rathaus-Foyer (v. li.): Die IG-Mitglieder Hans Dieter Braun, Katharina und Ira Hagemann und Klaus-Johannes Hartlef mit dem Chef der städtischen Abteilung Bauen und Stadtentwicklung, Niels Jacobs, Stades Bürgermeisterin Silvia Neber und Bützfleths Ortsbürgermeister Sönke Hartlef und seine Vize Manfred Ehler

"Interessengemeinschaft Flethstraße" Bützfleth übergibt Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Nieber

tp. Stade. Angst vor gesundheitlichem Schaden durch Infraschall im nicht hörbaren Bereich, Schwerlastverkehr zur Baustelle, Verschandelung der Landschaft und Wertverlust der Wohnhäuser: Die Mitglieder der "Interessengemeinschaft (IG) Flethstraße" in Bützfleth haben viele Bedenken hinsichtlich der von der Firma "Energiekontor AG" aus Bremen geplanten und bislang von der Stadt Stade unterstützten Erweiterung des Windparks am Rand der Stader Ortschaft. Gegen das Vorhaben sammelten die Aktivisten 763 Unterschriften. Einen dicken Ordner mit den Unterschriftenliste übergaben die Gegner jetzt an Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD).

Wie berichtet, ist die bis Ende 2015 am Landernweg vorgesehene Expansion der aus fünf Rädern mit einer Rotorblatthöhe à 100 Meter bestehenden Anlage um drei weitere, mit ca. 180 Metern Höhe wesentlich größere Mühlen, weit fortgeschritten. Der entsprechend geänderte Flächennutzungsplan soll in Kürze öffentlich ausgelegt werden. Dennoch rechnen sich die Gegner gute Chancen aus, das Projekt noch stoppen zu können. Sie hoffen, die verantwortlichen Lokalpolitiker durch die beträchtliche Anzahl der Unterschriften zum Umlenken bewegen zu können. BI-Sprecherin Hilke Ehlers sagt: "763 Unterschriften entsprechen knapp der Hälfte der Wahlberechtigten der vergangenen Kommunalwahl in Bützfleth." Ehlers leitet daraus ab, "dass die Mehrheit die riesigen Anlagen so dicht am Dorf nicht will".

Der städtische Chef für Bauen und Stadtentwicklung, Niels Jacobs, sieht in der hohen Anzahl an Unterschriften einen "politischen Gradmesser für die Ernsthaftigkeit des Anliegens".
Silvia Nieber verwies auf die bislang korrekt abgelaufene Planverfahren und begrüßte das demokratische Engagement der IG-Mitglieder.

Beobachter warten nun gespannt auf die Wirkung der Aktion. Im Jahr 2013 hatte ein Stader Bürger mit einer ähnlichen Initiative Erfolg: Pensionär Reinhard Pohl sammelte 781 Unterschriften gegen Hausboot-Hotels auf dem Burggraben in Stade. Unter dem Druck der Öffentlichkeit legten der Investor und die Stadt das Tourismus-Projekt ad acta.

• Diskussionsmöglichkeiten zum Thema Windpark-Erweiterung haben die politischen Entscheidungsträger bei der Stader Ratssitzung am Montag, 9. Februar, und bei der Ortsratssitzung in Bützfleth am Mittwoch, 11. Februar, jeweils um 18 Uhr.