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"Adler-Mord in Balje hat eine moralische Dimension"

Tierschützerin Hannelore Streckebach (Foto: tp)

Tierschützerin aus Kutenholz vermisst "Aufschrei der Jägerschaft"

tp. Balje. Der Tötung des Seeadlers in Balje (Nordkehdingen) Anfang des Jahres erregt nach wie vor die Gemüter von Tierschützern. Zwar gilt die Straftat als aufgeklärt, nachdem die Staatsanwaltschaft Stade jüngst einen Jäger (65) aus Balje als Tatverdächtigen ermittelte (das WOCHENBLATT berichtete), doch nun fragt Tierschützerin Hannelore Streckebach von der "Initiative gegen Haustierdiebstahl Nord" aus Kutenholz: "Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Jägerschaft?"

Die Jägerschaft werde bei offiziellen Anlässen nicht müde zu betonen, Tierschützer zu sein - "natürlich nur, wenn die eigenen Interessen geachtet bleiben", so Streckebach. Der Mord eines Seeadlers sei nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sondern habe auch eine moralische Dimension.

In dieser Hinsicht hätten sie die Jäger sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. "Es bleibt zu hoffen, dass endlich einmal eine Verurteilung stattfindet", so Streckebach.

Das WOCHENBLATT bat Helmut Dammann-Tamke aus Ohrensen, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, um eine Stellungnahme. Über den Pressereferenten der Landesjägerschaft, Florian Rölfing, verweist Dammann-Tamke auf zwei ältere Statements kurz nach den Geschehnissen. Im Februar verurteilte die Jägerschaft den Vorfall auf das Schärfste, drohte strafrechtliche Verfolgung und verbandsinterne Disziplinarmaßnahmen an und setzte 2.000 Euro Belohnung aus.

Florian Rölfing bittet um Verständnis, "dass wir zu einem neueren 'vorläufigen Ermittlungsstand' - der uns im Detail noch nicht bekannt ist - zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommentieren können".