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Historische "Hochzeit": neue Super-Kommune im Landkreis Stade

Bald läuten die "Hochzeitsglocken": Die Samtgemeinden Himmelpforten und Oldendorf fusionieren

Wahl für die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten am 10. November / Geld für Tourismus und "Bürgerbus"

tp. Oldendorf/Himmelpforten. Geschichtsträchtiges Ereignis in der Region: Am Mittwoch, 1. Januar 2014, läuten die Glocken zur kommunalen Hochzeit zwischen den Samtgemeinden Oldendorf und Himmelpforten, die zur neuen Super-Kommune Oldendorf-Himmelpforten verschmelzen. Dies ist die erste Kommunal-Fusion in den Landkreisen Stade und Harburg seit der Gebietsreform im Jahr 1972. Am Sonntag, 10. November, finden die Wahlen des neuen Samtgemeinderates und -bürgermeisters statt. Die Bürger können die Kräfte mitbestimmen, die die neue Samtgemeinde lenken und Extra-Geld verteilen, das dank der Fusion in die infrastrukturell schwache Gegend fließt.

Die Herausforderung für Politik und Verwaltung liegen in den besonderen räumlichen Gegebenheiten der beiden Geest-Gemeinden: Die für die sehr große Fläche dünn besiedelten, ländlich geprägten Gemeinden liegen am westlichen Rand des Landkreises, der dort durch die Oste von den Nachbarkreisen Rotenburg und Cuxhaven getrennt wird. In der Samtgemeinde Himmelpforten leben auf 89 km² 10.001 Menschen (111 Einwohner je km²), in der 106 km² großen Samtgemeinde Oldendorf leben 7.443 Menschen (70 Einwohner je km²). Die von der Wirtschaft ersehnte Küstenautobahn A20, die durch beide Gemeinden führen soll, ist vorerst nicht in Sicht.

Für eine Stärkung von Wirtschaft und Infrastruktur steht der neuen Groß-Kommune zusätzlich rund eine Million Euro zur Verfügung: Der Landkreis Stade verzichtet auf einen Netto-Mehrertrag, der ihm aufgrund der neuen Einwohnerverteilung aus dem Länderfinanzausgleich zusteht, und führt über siebeneinhalb Jahre lang jährlich 130.000 Euro an die Samtgemeinde zurück.

Ex-Landrat Gunter Armonat (69), der die vorangegangenen Fusionsverhandlungen moderiert hat, weiß, wo das Geld gebraucht wird: "Mobilität." Nur wenige Mitgliedsgemeinden wie Himmelpforten und Hammah mit Anschluss an die "Metronom"-Bahnstrecke Cuxhaven-Hamburg seien "fein raus". Für entlegene Dörfer wie Gräpel oder Estorf setzt er auf eine Investition in öffentliche Personennahverkehrsprojekte wie den von Aktivisten aus Oldendorf geplanten "Bürgerbus".

Weiter empfiehlt Armonat die Förderung des Tourismus. "Insbesondere die Oste-Niederung hat ungenutztes Potenzial im Fahrradtourismus." Hier könnten Kommunen und Gastronomie an einem Strang ziehen. Wichtig sei, dass die Mitgliedsgemeinden gemeinsam etwas entwickeln, so Armonat. "Denn Ziel der Fusion ist es, alle Dörfer zu stärken. Hier ist die Politik in der Pflicht."

• Am 10. November stellt sich der jetzige Samtgemeindechef von Himmelpforten, Holger Falcke (parteilos), als einziger Kandidat als Bürgermeister der neuen Samtgemeinde zu Wahl. Für den Rat bewerben sich 92 Kandidaten aus sechs Parteien und Gruppen um 38 Mandate.