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Landeszuschuss gegen Hausärztemangel

Gastrednerin Cornelia Rundt (SPD)
 
Sozialministerin Cornelia Rundt mit (v. li.) dem scheidenden stellvertretenden KVN-Geschäftsführer Dieter Bäurle, KVN-Geschäftsführer Michael Schmitz und dem Stader Ärztekammer-Vorstand Dr. Volker von der Damerau-Dambrowski

Unterversorgung im Raum Buxtehude / Ministerin Rundt sagt weitere Förderung für Praxisansiedlungen zu

tp. Stade. Die Beseitigung des Ärztemangels auf dem Land - insbesondere bei den Hausärzten - war am Mittwoch Hauptthema beim Neujahrsempfang der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachen (KVN). Gastrednerin Cornelia Rundt (SPD), niedersächsische Sozialministerin, sagte die Fortführung der Landes-Förderung für Praxis-Ansiedlungen auf dem platten Land zu. Auf der mit 177 Ärzten und zahlreichen Politikern gut besuchten Veranstaltung im Ärztehaus in Stade wurde der stellvertretende Geschäftsführer der KVN, Bezirksstelle Stade, Dieter Bäurle, in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

In ihrem Festvortrag zur aktuellen Gesundheitspolitik verwies Ministerin Rundt auf die statistisch gute Besetzung der Arztstellen im Landkreis Stade. Insbesondere rund um die Kreisstadt Stade, wo 98,7 Prozent der möglichen Praxiszulassungen erteilt sind, seien die Patienten gut versorgt. Eine Unterversorgung bestehe jedoch im Raum Buxtehude und in Apensen mit nur 86,4 Prozent der möglichen Zulassungen. Aus diesem Grund sei die Landesregierung nun im dritten Jahr in Folge bereit, Ärzte bei der Praxis-Neueröffnung mit bis zu 50.000 Euro zu bezuschussen. Im Rahmen eines besonderen Förderprogrammes, das in Kürze neu ausgeschrieben wird, schütten das Land, die KVN und die Krankenkassen gemeinsam rund eine Million Euro aus. "Auch der Landkreis Stade profitiert von diesem Programm", sagte Rundt.

Rund 70 Prozent der neuen niedergelassenen Ärzte sind junge Frauen mit Familie. Die Städte und Kommunen müssten - auch im Landkreis Stade - auf die besondere Begebenheit reagieren, so Rundt, und den Ärztinnen ein attraktives Lebensumfeld mit Kindergartenplätzen und lukrativen Arbeitsstellen für ihre zumeist ebenfalls akademisch gebildeten Ehepartner bieten.

Bei der Finanzierung der Landkrankenhäuser zeichnet sich laut Rundt eine bessere Finanzierung ab: Ab 2016 werde der von den Krankenkassen zu entrichtende sogenannte "Basisfallwert" in Niedersachsen im Vergleich zu Metropolen wie dem Stadtstaat Hamburg überproportional steigen. Damit werde das "ungerechte System" mit Nachteilen für die Landbevölkerung - etwa lange Wege zu den Kliniken - abgeschafft.
Keine konkrete Auskunft erteilte die Ministerin über die Zukunft der von der Schließung bedrohten Krankenhäuser in Zeven und Bremervörde im Nachbar-Landkreis Rotenburg. Rundt verwies lediglich auf das Ende Januar anberaumte Regional-Gespräch zur Krisensituation der Kliniken. Allgemein fordert Rundt "eine differenzierte Planung" bei den Landkrankenhäusern. Aus Spargründen "einfach ein Drittel dieser Kliniken zu schließen - so einfach geht das nicht".

Mit Präsenten, Gratulationen, stehenden Ovationen und einer Laudatio des Stader KVN-Geschäftsführers Michael Schmitz wurde Dieter Bäuerle in den Ruhestand verabschiedet. Der langjährige Abrechnungsleiter und Vize-KVN-Geschäftsführer habe stets "fachliche und kommunikative Kompetenz in einem schwer durchschaubaren System bewiesen", so Schmidt.