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Millionen für die Schulen in Stade

Bevorzugte Variante für die Pestalozzi-Grundschule: Der Pausenhof rückt bis in den Sandersweg hinein. Der Wald (re.) bleibt vom neuen Gebäudeflügel unangetastet (Foto: Stadt Stade/bearbeitet: MSR)

Ausschuss bringt wichtige Bauprojekte auf den Weg / Teure energetische Sanierung

tp. Stade. Gute Bildung sei kostspielig, doch die Investition solle es der Politik wert sein, so die Meinung der SPD-Ratsfrau Monika Ziebarth auf der Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch in der Grundschule Bockhorster Weg. Kristina Kilian-Klinge (CDU) machte zeitlich Druck, will wichtige Schulprojekte vor der konstituierenden Sitzung des neuen Rates der Stadt Stade vorbereitet und diskutiert wissen. Die Stadt plant in einem mehrjährigen Ausbau- und Modernisierungsprogramm Investitionen von geschätzten 25 Millionen Euro in Schulen.

Auf der Sitzung in der Schule am Bockhorster Weg, deren neue, eine halbe Million Euro teure Mensa zuvor eingeweiht worden war, brachte das Gremium die nächsten beiden Großmaßnahmen im Zuge der Umstellung auf Ganztagsbetrieb (ohne neue Schulplätze) auf den Weg.

Gut 4,2 Millionen Euro fließen in die Grundschule Bockhorster Weg. Dort stehen die Erweiterung des Lehrerzimmers als eingeschossiger Anbau mit Satteldach, der Anbau eines eingeschossigen Klassentraktes mit drei Unterrichtsräumen, die Gestaltung des Schulhofes mit Verlegung der Zufahrt auf dem Plan. Mit dem Ziel der Barrierefreiheit in der gesamten Schule werden zwei Fahrstühle eingebaut. Die Schule bekommt zudem eine neue Brandschutz- und Gebäudetechnik.

Im Zuge der energetischen Sanierung erhält die Schule eine neue dämmende Fassade, die optisch an die farbenfrohe Mensa angepasst werden könnte. Die Stadt erhält für die Maßnahmen am Bockhorster Weg eine Finanzspritze von 1,2 Millionen Euro Zuschuss aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) des Landes. Rat und Verwaltungsausschuss müssen der Empfehlung noch stattgeben.

Weiteres Mammut-Projekt ist die energetische Sanierung und Erweiterung der Pestalozzi-Grundschule am Sandersweg für 6,8 Millionen Euro für den Ganztagsbetrieb, verteilt auf drei Haushaltsjahre. Der technische Leiter der Gebäudewirtschaft Stade, Architekt Ulrich Baden, präsentierte die erst wenige Tage zuvor erstellte Plaungsvariante 5a, die im Gremium breite Zustimmung fand.
Der zweigeschossige Anbau mit Klassenräumen, Sanitäranlagen etc. soll so an das bestehende Schulgebäude, den Kindergartenneubau und die künftige gemeinsame Mensa angefügt werden, dass der benachbarte Wald verschont und nicht als Schulhof genutzt wird. Hierfür wäre eine aufwändige Flächenkompensation nötig.

Stattdessen soll der Pausenhof in Richtung Sandersweg rücken. Wegen der Verengung der Fahrbahn wäre eine Einbahnregelung nötig. Die eigentliche Schulerweiterung inklusive Außenanlagen wird mit rund 4 Millionen Euro kalkuliert.
Für die notwendige energetische Sanierung und den Gebäudeumbau innen veranschlagt die Stadt mehr als 1,8 Millionen Euro.

Nicht ganz vom Tisch ist die Alternative: eine zwei- statt bisher dreizügige Weiterführung der Schule. Die Anbaukosten würden entfallen. Ein Teil der Schüler müsste, nach Neuzuschnitt der Einzugsbereiche, nach Riensförde geschickt werden. Für das wachsende Neubaugebiet Heidesiedlung ist der Grundschul-Bau neu in der politischen Diskussion.

Weitere Herausforderungen an die Lokalpolitik stellt die prekäre Raumsituation an der Realschule Camper Höhe und der Hauptschule Thuner Straße, die überbelegt sind. Nach Ausführungen der Verwaltung sind u.a. der Zuzug osteuropäischer Familien im Zuge der Freizügigkeit innerhalb der EU, die Flüchtlingswelle und die Bestrebungen der Stadt, die Einwohnerzahl auf 50.000 anzuheben, Ursachen des gestiegenen Bedarfs an Schulplätzen.

Neue Expertenrunde

Der Ausschuss beschloss die Gründung eines Arbeitskreises mit Vertretern der politischen Fraktionen, der Schulen und der Stadtverwaltung. Die Fachleute sollen in Kürze zu den Themen Primar- und Sekundarstufe tagen und dem künftigen Schulausschuss noch in diesem Jahr konkrete Vorschläge für die Schulentwicklung machen. Schon im Januar beginnen die Haushaltsberatungen für 2017 im neuen Rat.