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Stade: "Der Pavillon liegt da wie ein Vogel-Ei im Sand"

"Gefällt mir nicht": Nusrettin Avci kritisierte den Pavillon. Ratsfrau Kristina Kilian-Klinge (CDU, li.) und Bürgermeisterin Silvia Nieber reagierten verdutzt

Linker Nusrettin Avci stört sich an Optik und Lage des neuen Vielweck-Baus


tp. Stade.
Der neue Vielzweck-Pavillon im Bürgerpark in der ehemaligen Bastion Adolf Ravelin stößt wegen seiner futuristisch anmutenden kubischen Bauform und seiner Graffito-Fassade bei den Bürgern der eher biederen Beamtenstadt Stade auf geteiltes Echo (das WOCHENBLATT berichtete). Im Rathaus hingegen stellt man sich selbstbewusst hinter den architektonischen Wurf. Auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses wollte die Verwaltung den Fachpolitikern nun stolz das jüngst eingeweihte Bauwerk präsentieren und verlegte extra die Sitzung in den Pavillon. Doch dann meldete sich unvermittelt Ratsherr Nusrettin Avci zu Wort: "Gefällt mir nicht."

"Was gefällt Ihnen nicht?", fragte Bürgermeisterin Silvia Nieber, noch im Unklaren darüber, was der für extravagante und emotionale Redebeiträge bekannte Linke eigentlich meinte: "Dieses nackte Haus. Es sieht aus, als hätte ein Vogel ein Ei in den Sand gelegt."
Wohl nicht ganz ohne Zustimmung reagierten Ratsleute und Gäste mit verlegenem Kichern und unterdrückten Prusten. Sprach Avci womöglich aus, was viele der Anwesenden insgeheim dachten?

Kulturchef Dr. Andreas Schäfer, der das Pavillon-Projekt maßgeblich begleitete, hörte Avcis Ausführungen mit demonstrativ gesenktem Kopf und geschlossenen Augen - die Geste sollte wohl soviel bedeuten, wie: "Bitte schweigen Sie."

Doch Avci kam in Fahrt und ging insbesondere mit der Lage des eckigen Bungalows ins Gericht. Er hätte den Pavillon viel lieber am Ufer des angrenzenden von Bäumen beschatteten Burggrabens gesehen, statt nackt und verloren aus der flachen Wiese des Veranstaltungsgeländes herausragend.

Dr. Schäfer rechtfertigte den Standort, für den es unter anderem wegen Sicherheitsvorschriften hinsichtlich der Flucht- und Rettungswege bei Open-Air-Veranstaltungen keine Alternative gebe - vergleichbar mit einem Bahnhof, der stets an die Schiene gebaut werde oder einer Tankstelle, die immer an einer Straße liege: "Jetzt steht er da."

Bürgermeisterin Nieber ergänzte verteidigend, man könne froh sein, des Gebäude zu haben, immerhin sei es geschenkt. Der Chemieriese Dow förderte maßgeblich den Bau des 120.000 Euro teuren Bürger-Pavillons.

Für Nusrettin Avci tut das nicht zur Sache: "Fragen Sie doch die Bürger!"

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