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Stadt Stade setzt enges Zeitlimit

Die Abrissarbeiten an der Hökerstraße ruhen, nachdem das "Merhaba"-Haus (re.) beschädigt wurde

Nach Abbruch-Panne an der Hökerstraße: Hauseigentümerin soll rasch Gebäude sichern / Geschäftsleute drängen

tp. Stade. Die Stadt Stade hat die Eigentümerin des durch Abrissarbeiten beschädigten Hauses an der Hökerstraße 36 aufgefordert, ihre Immobilie einsturzsicher zu machen. Wie berichtet, ruhen die Arbeiten auf der benachbarten Baustelle, nachdem beim Rückbau der Altstadthäuser mit den Nummern 38 und 40 Anfang vergangener Woche Komplikationen auftraten: Eine Wand des Hauses mit dem "Merhaba"-Grill im Erdgeschoss bog sich bedrohlich nach außen und wurde von dem Fahrer des Abrissbaggers notdürftig mit Holzbalken und einem Stahlträger abgestützt. Die Abriss-Panne ist Stadtgespräch.

Die Stadtverwaltung ließ das Lokal sowie das von Imbissmitarbeitern bewohnte Haus räumen und forderte die Eigentümerin, Rebecca Da Dalto aus Cuxhaven, schriftlich dazu auf, bis Dienstag, 18. November, die Standsicherheit ihres Hauses herstellen und dies durch einen Statiker bescheinigen zu lassen. "Andernfalls sorge ich dafür - und zwar auf Kosten der Eigentümerin", sagt Stades Erster Stadtrat Dirk Kraska.

Rebecca Da Dalto, die das Haus erhalten will, fühlt sich angesichts der aus ihrer Sicht "unmenschlich" kurzen Frist unter Zeitdruck gesetzt. Sie hat die Stadt mit Hilfe eines Rechtsanwaltes um sechs Wochen Fristverlängerung gebeten. Anfang der Woche war ein von ihr beauftragter Bautechniker damit beschäftigt, die Wandverkleidungen in dem Altstadthaus abzunehmen, um Aufschluss über die Wandbeschaffenheit zu erlangen. Nach Da Daltos Kenntnis sind zumindest Teile der Wand so dünn, dass diese das Gewicht des Altbaus nicht vollständig trägt. Weitere statische Schwierigkeiten gebe es mit einem Stahlträger in der Wand, der bei Erschütterungen womöglich verrutschen könnte, so Da Dalto.

Verwaltungs-Chef Kraska hat nach eigenen Worten ein Interesse daran, dass der aktuelle Zustand so schnell wie möglich ein Ende nimmt: Die Abbruchstelle ist mit Bauzäunen bis weit in die Fußgängerzone hinein abgesperrt. Lieferanten und Passanten werden behindert. Die Baustellen-Optik stört das Straßenbild. Angesichts des nahenden Weihnachtsmarktes mit neuer Winterbeleuchtung drängen die örtlichen Ladenbetreiber auf rasche Abhilfe.

Der vom Eigentümer des Grundstücks mit den Hausnummern 38 und 40, Ergün Yildiz (Burger King), angepeilte Abschluss des Haus-Abbruchs zu Beginn des Weihnachtsmarktes am Montagabend scheint nicht mehr realistisch. Einzelhändler befürchten Umsatzeinbußen während des Weihnachtsgeschäftes.

Investor Ergün Yildiz will auf dem Abrissgrundstück ein Wohn- und Geschäftshaus errichten.