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Angst um den Standort Stade

Bei der Kundgebung (v. re.): Landrat Michael Roesberg, der Stader Airbus-Betriebsratsvorsitzende Burkhard Borchers, Hendrik Golkowski vom Stader Airbus-Partner CTC und der IG Metall-Chef der Region Hamburg, Eckard Scholz

Flugzeugbauer beteiligen sich an bundesweiter Protestaktion

tp. Stade. Überall in der Republik haben Beschäftigte des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS am Donnerstag gegen einen geplanten Jobabbau demonstriert. Vor den Werkstoren der EADS-Tochter Airbus in Stade versammelten sich 1.200 Arbeitnehmer zu einer Protestkundgebung. Sie fürchten ein Ausbluten des Standortes Stade.

Anlass der Kundgebungen war die Bekanntgabe des EADS-Chef Tom Enders, den Konzern massiv umzubauen. Hintergrund ist eine geplatzte Fusion der Rüstungssparte mit einem britischen Unternehmen und das schwächelnde Rüstungsgeschäft. Unter anderem läuft der Absatz des Kampffliegers "Eurofighter" schleppend.

Die EADS-Zentrale in München will am Montag, 9. Dezember, die konkreten Pläne für den Konzernumbau vorstellen. Gerüchten zufolge könnten rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen.

In Norddeutschland stehen rund 25.000 Menschen bei EADS in Lohn und Brot, in Stade sind es gut 2.600 Beschäftigte sowie weitere 1.000 Arbeitnehmer bei den Zulieferern.

Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet, dass die von der ehrgeizigen EADS-Spitze im Jahr 2015 angestrebte Rendite von zehn Prozent über alles gestellt wird und Jobs wegbrechen.

Bei der Kundgebung in Stade sagte der Airbus-Betriebsratsvorsitzende Burkhard Borchers: "Wir müssen ein Zeichen setzen." Wer glaube, die Produktion wichtiger Bauteile, die in Stade zur Serienreife gebracht werden, ins Ausland verlagern zu können, habe sich geschnitten. Er warnte überdies vor kurzfristigem Denken in der Branche. Anders als in der Automobilindustrie, wo Modelle alle zwei bis drei Jahre wechselten, lebe der Flugzeugbau 30 Jahre von einem Produkt.

Als "Botschafter der Region" trat der Landrat des Kreises Stade, Michael Roesberg, bei der einstündigen Kundgebung auf und versprach einen Schulterschluss der Landes- und Bundespolitik für den Standort Stade. Er erinnerte an die Millionen-Investition der vergangenen Jahre in das an Airbus angeschlossene CFK-Forschungs- und Kompetenzzentrum für kohlefaserverstärkte Leichtbauwerkstoffe.

Hendrik Golkowski vom Stader Airbus-Partner CTC, der CFK-Bauteile entwickelt, sagte: "Es kann nicht sein, dass unsere Kollegen wegen der angestrebten Rendite in eine ungewisse Zukunft blicken."

Der IG Metall-Chef der Region Hamburg, Eckard Scholz, fragte: "Geht es EADS wirklich so schlecht?" Der Konzern habe im vergangen Quartal hervorragende Zahlen geschrieben und 1,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet. Dass nun die Belegschaft reduziert werden solle, passe damit nicht zusammen.

• Bei Airbus in Finkenwerder gingen ca. 3.000 Flugzeugbauer auf die Barrikaden.