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Globetrotter im Sattel: Auf seiner Radtour durch vier Kontinente radelte Oliver Niedzielski rund 50.000 Kilometer

Mit dem Fahrrad radelte er von Maschen einfach los. Hier ist Oliver Niedzielski gerade in St. Martin (Karibik) angelangt (Foto: oh)
 
Löwen am Wasserloch
(mi). Oliver Niedzielski (34) reiste durch 43 Länder, legte mehr als 50.000 Kilometer zurück, durchquerte Afrika, Südostasien und Südamerika - auf dem Fahrrad.
Vier Jahre und drei Monate war Oliver Niedzielski unterwegs. Die Radtour einmal um den Globus war für den gelernten Kaufmann die Erfüllung eines großen Traumes und auch ein Selbstfindungs-Trip. Oliver Niedzielski: „Ich musste einfach raus, ich hatte Schulden war in einem schwarzen Loch gefangen“. Sein Traum habe ihm geholfen.
Um sich diesen Traum zu erfüllen arbeitet der damals 27-Jährige beinahe rund um die Uhr. Er zahlt seine Schulden ab, spart 10.000 Euro an.
Im Mai 2009 verlässt Oliver Niedzielski mit Fahrrad und 40 Kilo Gepäck in den Satteltaschen Maschen mit dem Ziel Afrika.
Er durchquert Europa fährt bis in die Türkei. Dann rüber nach Afrika. Oliver radelt durch Syrien, über Ägypten in den Sudan die gesamte Ostküste entlang bis nach Südafrika. Von dort per Schiff in die Karibik und später quer durch Südamerika bis nach Feuerland. Und dann weiter nach Südostasien.
Auf seiner Reise lernt der Radreisende verschiedenste Menschen kennen. Er sieht bittere Armut und protzigen Reichtum - häufig ganz dicht beieinander. Er arbeitet in verschiedensten Jobs. Lebt in Montevideo (Uruguay) als Hausmeister von der Hand in den Mund oder verdient in der Karibik 120 Dollar pro Tag als Hilfskraft an Deck einer Luxusyacht.
Wilde Tiere, Entführungen, Überfälle - gewarnt wurde Oliver Niedzielski vor allem Möglichen. Seine Erfahrung: „Meist wird übertrieben.“ Es gab aber einige gefährliche Situationen: Einmal bricht nur wenige Meter von ihm entfernt ein aufgebrachter Elefant aus dem Busch. Vorsichtig radelt er einfach weiter. Der Elefant trollt sich.
Richtig brenzlig wurde es für den jungen Mann im Sudan: „Ich bin dort angelangt mit umgerechnet 2,50 Euro in der Tasche“. In einer Bank erfährt er, dass der nächste Geldautomat in der Hauptstadt steht. Oliver Niedzielski ist verzweifelt es sind fast 1.000 Kilometer Wüste bis Khartoum, düstere Aussichten. Glück im Unglück hat er, weil gerade eine geteerte Straße bis zur Hauptstadt eröffnet worden ist. Er radelt los. „Die schönsten Erlebnisse hatte ich, wenn ich auf die Hilfe anderer angewiesen war“, sagt Oliver Niedzielski. Unterwegs erfährt der mittellose Europäer überwältigende Hilfsbereitschaft. Ein Junge gibt ihm Geld, weil seine Religion es gebiete den Armen zu helfen. Ein Mann, der selbst nicht viel besaß, schenkt ihm 20 Kilo Datteln. „Diese Menschen haben mich gerettet“, sagt Oliver Niedzielski. Von der Freundlichkeit vieler Afrikaner ist er tief beeindruckt. „Die Leute sind viel offener und haben nicht ständig Angst, dass man ihnen was wegnimmt.“ Und dann fügt er hinzu: „Ich glaube, das liegt auch daran, dass sie kaum etwas haben, das sich zu stehlen lohnt.“
Selbstlose Helfer trifft Oliver Niedzielski auf der ganzen Welt. Ob den Trucker in Chile, der ihm zum Essen einlädt, oder die Familie in Tansania, mit der er Weihnachten verbringt. Nur in Deutschland muss der Weltenbummler nach 50.000 km Radtour „ganz ohne Polizeiprobleme“ eine Strafe zahlen, weil er seine Freundin auf dem Gepäckträger mit nimmt.