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"Die Versorgung für Kranke verbessern": Dr. Peter Schlegel berät mit sozialpsychiatrischem Dienst kreisweit rund 2.000 psychisch Kranke pro Jahr

Begleitet mit seinem Team rund 2.000 psychisch Erkrankte im Landkreis pro Jahr: Dr. Peter Schlegel an seinem Schreibtisch (Foto: oh)
ce. Winsen. Neues Gesicht an der Spitze des sozialpsychiatrischen Dienstes und der Suchtberatung im Landkreis Harburg: Als Leiter beider Einrichtungen hat Dr. Peter Schlegel (50), Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, seine Tätigkeit aufgenommen. "Ich habe einen sehr gut geordneten, in die Arbeit des Kreis-Gesundheitsamtes eingebetteten Dienst mit einem kompetenten und erfahrenen Mitarbeiterteam vorgefunden", so Schlegel. Zum Team gehören neun Sozialpädagogen und drei Verwaltungskräfte.
Der in Braunschweig geborene Mediziner Peter Schlegel war bislang in Braunschweig als Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Städtischen Klinikum und im sozialpsychiatrischen Dienst beschäftigt, den er seit 1993 leitete.
Von Winsen aus beraten und begleiten Schlegel und seine Mitstreiter pro Jahr über 2.000 überwiegend schwer psychisch Erkrankte und Suchtkranke im Kreis Harburg. Unterstützt werden die Betroffenen etwa durch Hausbesuche, Hilfestellung in Krisensituationen, Vermittlung von Therapien und Betreuung nach einem Klinikaufenthalt. Die häusliche Betreuung erfolge mit Anbietern der Eingliederungshilfe wie der gemeinnützigen "HiPsy" GmbH ("Hilfe für psychisch kranke Menschen") und dem Herbergsverein Winsen. Weitere Kooperationspartner seien unter anderem Ärzte und Therapeuten, die Psychiatrische Klinik Lüneburg, die Institutsambulanz in Buchholz, Tagesstätten, Werkstätten und Selbsthilfegruppen. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die Versorgung psychisch Erkrankter kontinuierlich zu verbessern", sagt Schlegel.
Eine gute Zusammenarbeit sieht Schlegel bei einem im Juli gestarteten bundesweiten Modellprojekt der Psychiatrischen Klinik und des sozialpsychiatrischen Verbundes. Sie erproben im Kreis Harburg eine "stationsersetzende" ambulante Behandlung von psychisch Schwerkranken, um deren Klinikeinweisung zu vermeiden. Im Rahmen des auf acht Jahre angelegten Projektes werden derzeit zehn Erkrankte von der Klinik aus in ihrem häuslichen und sozialen Umfeld hochqualifiziert betreut und behandelt.
"Der Landkreis ist mit seiner sozialpsychiatrischen Versorgung und Vernetzung gut aufgestellt, steht aber zugleich vor großen Herausforderungen", erklärt Schlegel. Sowohl bei Jugendlichen als auch bei älteren Menschen sei eine Zunahme psychischer Störungen zu beobachten. Bei den Heranwachsenden sieht Schlegel die Ursache im Wegfall stabilisierender Sozialstrukturen wie Familie und Vereine im Zuge der wachsenden Individualisierung der Gesellschaft. "Der Anstieg psychischer Erkrankungen im höheren Lebensalter ist dem demografischen Wandel mit der Überalterung der Gesellschaft geschuldet", so der Experte.
In seiner Freizeit ist Peter Schlegel gern am und auf dem Wasser unterwegs: "Besonders interessiert bin ich an der Schifffahrtsgeschichte."