Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Wir wollen mitentscheiden!": Landkreis Harburg und Kommunen fordern von Politik und Bahn stärkere Einbindung bei Y-Trassen-Planung

Der Landkreis Harburg ist bereits durch den Güterverkehr stark belastet: Darin sind sich der Landrat und die Verwaltungschefs der Kommunen einig (Foto: archiv)
ce. Winsen. "Wir wollen mitbestimmen! Keine Entscheidung darf über unsere Köpfe hinweg getroffen werden." Darin sind sich Landrat Joachim Bordt und die Bürgermeister der zwölf Kommunen im Kreis einig. Bei der derzeitigen Debatte um Alternativ-Varianten zum seit 1992 immer wieder geplanten Aus- bzw. Neubau der Schienenstrecke Bremen-Hamburg-Hannover, der sogenannten Y-Trasse, wollen sie mitentscheiden. Im Winsener Kreishaus verliehen Bordt und die übrigen Verwaltungschefs jetzt ihrer Forderung an das Land Niedersachsen Nachdruck, in den angekündigten Dialogprozess des Landes stärker eingebunden zu werden. Dabei solle auch die raumordnerisch längst abgeschlossene Planung der Y-Trassen-Variante ab Lauenbrück in Richtung Bremen und Hannover weiter verfolgt werden.
Die bisherige Informationspolitik seitens der Deutschen Bahn AG, der Landesregierung und des Bundesverkehrsministeriums sei völlig unzureichend und fragwürdig, betonte Joachim Bordt. "Von den vorgestellten Streckenvarianten wären der Landkreis und seine Gemeinden betroffen, doch wir sind bis heute nicht am Prüfungsprozess beteiligt worden", kritisierte Bordt. Bis dato liege dem Landkreis kein Konzept zum angekündigten Dialogverfahren vor, das durch das Niedersächsische Verkehrsministerium durchgeführt werden soll.
"Wir wollen Landkreise oder Kommunen nicht gegeneinander ausspielen, je nachdem, welche Streckenvariante gerade favorisiert wird", betonte Martina Oertzen, Bürgermeisterin der Gemeinde Seevetal.
"Landkreis und Gemeinden treten in dieser Sache geschlossen auf, weil wir mit unserer genauen Ortskenntnis und Fachkompetenz zur Versachlichung der Diskussion beitragen können", sagte Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause.
"Unsere Gemeinden und der Landkreis sind bereits jetzt erheblich von einem dichten Verkehrswegenetz betroffen. Hier brauchen wir vor allem für die Pendlerströme spürbare Verbesserungen und nicht weitere Zumutungen im Güterverkehr", erklärte Winsens Bürgermeister André Wiese.
"Die Notwendigkeit einer neuen Trassenfindung ist schwer zu verstehen", begründete Erster Kreisrat Rainer Rempe, weshalb Landkreis und Gemeinden an der alten Y-Trasse festhalten. Rempe: "Alle Beteiligten betonen, wie dringend der Hinterlandverkehr der deutschen Seehäfen verbessert werden muss. Wir wollen mit der Prüfung neuer Trassenvarianten nicht noch mehr Zeit verlieren."