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"Investoren werden in höchsten Tönen gelobt"

Zieht vom Leder: Dr. Erhard Schäfer (Foto: Lars Wirnheir)

Grünen-Ratsherr Dr. Erhard Schäfer wirft der Winsener Verwaltung einen miserablen Stil vor

thl. Winsen. "Die Jubelhymnen aus dem Rathaus und der CDU einschließlich ihrer Mitläufer über die Ansiedlung von Amazon im Gewerbegebiet Luhdorf zeugen von einer unglaublichen Naivität und mangelnden fachlichen Beurteilung. Da werden Investoren in höchsten Tönen gelobt und wie im Fall Amazon als Glücksfall für Winsen bezeichnet. Die negativen Seiten werden einfach ausgeblendet. Werden sie überhaupt gesehen?" Grünen-Ratsherr Dr. Erhard Schäfer geht sowohl mit der Verwaltung als auch mit der konservativen Ratsmehrheit hart ins Gericht und wird ihnen "schwerwiegende Versäumnisse" vor: "Minderwertige Arbeitsplätze mit schlechter Bezahlung? Egal. Drastischer Anstieg des Verkehrs in den Ortschaften? Uninteressant."
Es gebe einen zu oberflächlichen und unkritischen Umgang mit Investoren, bemängelt Schäfer und nennt weitere Beispiele: "Bei der Ansiedlung des Asphaltwerkes Bunte wurde versäumt, den An- und Abtransport des Materials in den Blick zu nehmen. Die Folge: Die Anwohner an der Kleinbahn werden aus den Schlaf gerissen und eingestaubt." Den anstehenden Verkauf der Wohnhäuser im Albert-Schweitzer-Viertel bezeichnet Schäfer als Husarenstück des neuen Eigentümers, bei dem die Stadtverwaltung wie ein "Leichtmatrose" gewirkt habe. "Die AFP will dort nur Geld verdienen, daran hat sie auch nie Zweifel aufkommen lassen", so Schäfer. "Wenn sie einen Kaufpreis akzeptiert, der um etliche Millionen über dem Verkehrswert liegt, und dennoch glaubt, einschließlich der Sanierungsmaßnahmen mit der Immobilie Geld zu verdienen, das kann nichts Gutes für die Bewohner bedeuten." Auch den Verkauf der Post an der Brahmsallee habe die Politik nur durch Zufall erfahren. Dabei betreffe dieses Thema die Bürger ganz massiv. "Hier zeigt sich ein miserabler politischer Stil des Rathauses", schimpft Schäfer. "Wenn Bürgermeister André Wiese glaubt, seine Position dadurch zu stärken, dass er die Mitwirkung von Ratsgremien nach Gutsherrenart gestaltet – mal dürfen sie, mal nicht - , dann irrt er sich gewaltig. Gegenüber den Investoren schwächt das eher seine Position. Dort hat man längst den Eindruck - wie die Beispiele zeigen -, dass man in Winsen leichtes Spiel hat."