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Neuer Zoff in Winsener Liste

Ist aus der Winsener Liste ausgetreten: Wendelin Schmücker (Foto: archiv)
thl. Winsen. Die Winsener Liste kommt einfach nicht zur Ruhe. Auch kurz vor der Kommunalwahl macht die Wählergemeinschaft munter mit dem weiter, mit dem sie in den vergangenen fünf Jahren immer wieder reden von sich gemacht hat: mit öffentlichen Schlammschlachten statt politischer Arbeit.
Jetzt hat Wendelin Schmücker, ein Mann der ersten Stunde, der Winsener Liste den Rücken gekehrt. Damit dürfte die Zahl der Mitglieder mittlerweile unter Zehn gerutscht sein. Auch wenn das von der Liste nie offiziell bestätigt werden würde.
"Mitglied in der Wählergemeinschaft bin ich geworden, weil ich in dieser eine Möglichkeit sah, Politik über alle Parteigrenzen hinweg mit zu entwickeln und zu beeinflussen, eine Politik, die sich ausschließlich an Sachfragen orientieren sollte. Dies waren bisher auch die Wahlaussagen der Winsener Liste", sagt Schmücker. Die Leitlinien hätten seinerzeit besagt, man wolle Politik für und mit den Menschen in Winsen und den Ortsteilen machen. Dabei stehe die Meinungsvielfalt und das Querdenken bei allen politischen Themen im Vordergrund - unabhängig von Parteipolitik und Fraktionszwang. Immer sei die beste Lösung für den Menschen vor Ort wichtig. "Hiervon ist wenig geblieben und es wurde in der Vergangenheit auch wenig bewirkt", so Schmücker weiter. Neben viel Zoff in der Öffentlichkeit habe sich die Winsener Liste zum Mehrheitsbeschaffer der CDU gemacht und sei so von ihren eigenen Leitlinien abgerückt. Wie das WOCHENBLATT berichtete, erhielt Fraktionsvize Wilfried Rieck dafür mit den Stimmen der Christdemokraten den Posten des zweiten Vize-Bürgermeisters.
Eine Entwicklung, die Schmücker nicht gut hieß. Aber wenn es um Macht geht, scheint jedes Mittel recht. Die Folge: Schmücker, der bei den Freien Wählern für den Kreistag kandidiert, hätte sich auch gerne für den Stadtrat zur Wahl gestellt. "Der Termin der Aufstellungsversammlung wurde genau auf den 75. Geburtstag meines Vaters gelegt", so Schmücker. "Dabei kannten die Vorstandskollegen das Datum ganz genau." Man habe ihn auch nie gefragt, ob er kandidieren wolle. Stattdessen habe es anschließend in der Pressemitteilung der Winsener Liste sinngemäß geheißen, man habe mehr Kandidaten gesucht, aber keine gefunden. Schmücker: "Die drei Männer, die jetzt kandidieren, hätten es nicht gut gefunden, wenn ich auch auf der Liste gestanden hätte."
Schmücker findet die Entwicklung schade. "Ich hoffe, dass die Winsener Liste zu ihren eigenen Leitlinien zurückfindet", sagt er und fügt hinzu: "Allerdings glaube ich nicht, dass sie den Sprung in den Rat noch einmal schafft."