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"Unsere Situation verschärft sich"

Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen (Foto: Foto: archiv)
ce. Landkreis. Einen neuen Landesbasisfallwert, nach dem die Kosten berechnet werden, die die Krankenkassen den Krankenhäusern für stationäre Behandlungen zurückerstatten, genehmigte jetzt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt für 2013. Damit steigt die durchschnittliche Vergütung pro Patient von bislang 2.945,98 Euro auf 3.016 Euro. "Die Erhöhung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber nicht ausreichend, um die erheblichen finanziellen Probleme der Krankenhäuser in Niedersachsen zu lösen", waren sich Rundt und Helmut Fricke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, einig.
Klinikchefs in der Region haben in der Vergangenheit immer wieder für eine ausreichende Finanzierung der Einrichtungen über den Landesbasisfallwert gefordert. Das WOCHENBLATT fragte bei ihnen nach, wie sie die aktuelle Entwicklung bewerten:
- Norbert Böttcher (Kreiskrankenhäuser Buchholz und Winsen): "Es handelt sich bei dieser so genannten Besserstellung um die gesetzlich jährlich vorgesehene Anhebung der Vergütung. Sie spiegelt aber weder die tatsächlichen Tarifsteigerungen noch den Anstieg der Energie- und Sachkosten wider. Trotz vollmundiger Ankündigen verschärft sich damit die Situation der niedersächsischen Krankenhäuser. Für die Kliniken in Buchholz und Winsen bedeutet das noch größere Anstrengungen, das Jahr 2013 wirtschaftlich gut bewältigen zu können."
- Dr. Hans-Heinrich Aldag (Waldklinik Jesteburg): "Ich war zwar einer der Teilnehmer der Verhandlungskommission zur Findung des Landesbasisfallwertes. Aber wir als Klinik profitieren im Krankenhausbereich (46 von 170 Betten, die Reha-Abteilung wird frei mit den Kostenträgern verhandelt) nur sehr mittelbar davon, da wir über den Landesbasisfallwert nur etwa 20 Prozent unserer Krankenhauspatienten abrechnen. Der größte Teil, die besonders schwer betroffenen und zumeist überdurchschnittlich lang verweilenden Patienten der "Neurologischen Frührehabilitation", werden auf Basis anderer Maßgaben individuell abgerechnet.
Der neu gefundene Landesbasisfallwert ist nach wie vor sowohl in seiner absoluten Höhe als auch im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Hamburg völlig unzureichend."
- Birger Meins (stellvertretender Verwaltungsdirektor Krankenhaus Salzhausen): "Die Anhebung der Vergütung nach dem neuen Landesbasisfallwert bedeutet für unser Haus eine ganz klare Erleichterung. Das ist gerade vor dem Hintergrund unserer aktuellen Situation eine gute Nachricht." Das deutschlandweit einzige genossenschaftliche Krankenhaus befindet sich in einem Insolvenz-Planverfahren, in dessen Rahmen das Amtsgericht Lüneburg und die Gläubiger derzeit über die Umsetzung eines ausgearbeiteten Sanierungsplanes beraten.