Petra Beckmann-Frelock ist seit 100 Tagen Samtgemeinde-Bürgermeisterin
Apensen: "Alle drei Gemeinden sollen gleichwertig wachsen"

Hat viel vor: Apensens neue Samtgemeinde-Bürgermeisterin
Petra Beckmann-Frelock (UWA)
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    Petra Beckmann-Frelock (UWA)
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ab. Apensen. Von dem Ergebnis, zur Samtgemeinde-Bürgermeisterin in Apensen gewählt worden zu sein, wurde nicht nur Petra-Beckmann Frelock (UWA) überrascht: "Auch im Rathaus hatte man mit einem anderen Wahlausgang gerechnet", sagt die 37-Jährige. Denn ihre Mitbewerberin Manuela Mahnke (SPD) war und ist Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde Nottuln. "Das wiegt schwer." Doch schließlich bewerbe man sich nur, wenn man einen Posten wirklich haben wolle, so Petra Beckmann-Frelock. Seit gut 100 Tagen sitzt sie jetzt auf dem Chefsessel im Rathaus Junkernhof - und hat als Neuling an der Verwaltungsspitze bereits genaue Vorstellungen, wo es in der Samtgemeinde lang gehen soll. Eines ihrer Hauptziele: "Apensen, Beckdorf und Sauensiek sollen gleichwertig wachsen."

Nach ihrem Überraschungssieg am 26. Mai hatte die studierte Diplom-Verwaltungswirtin nur sieben Tage Zeit, um ihren Schreibtisch bei ihrem Arbeitgeber, der Deutschen Rentenversicherung, zu räumen. "Meine Kollegen dort haben von Anfang an meinen Wahlsieg vorausgesagt", erzählt sie und erinnert sich an deren Reaktion. "Sie haben sich sehr für mich gefreut und mir einen roten Teppich ausgelegt, eine aufblasbare Krone besorgt und ein Schild gemalt, auf dem ,Königin von Apensen' stand." 
Auch der Empfang im Apenser Rathaus sei herzlich gewesen, begleitet von "großer Offenheit": Wo für sie Unklarheit herrscht, helfe man ihr. Sabine Benden beispielsweise, Bauamtsleiterin und allgemeine Vertreterin der Samtgemeinde-Bürgermeisterin, unterstütze sie in den Ratssitzungen. 

Denn das Rüstzeug für ihren neuen Posten bringt Petra Beckmann-Frelock zwar mit, aber was die vielfältigen und umfangreichen Aufgaben eines Bürgermeisters betreffe, müsse sie sich erst einmal einlesen und "die Technik lernen", wie sie sagt. Dazu will sie Weiterbildungsmaßnahmen für neugewählte Bürgermeister besuchen. Spannend sei die Frage, was die Rathausmitarbeiter und sie  in ihrer siebeneinhalbjährigen Amtszeit voneinander erwarteten. "Das ein oder andere Fettnäpfchen habe ich aber schon erwischt", gibt Petra Beckmann-Frelock zu. Das Interesse an klärenden Gesprächen bestehe aber beiderseits. 

Außer einer offenen Gesprächskultur liegt der neuen Verwaltungschefin unter anderem der Bereich Öffentlichkeitsarbeit am Herzen: Veranstaltungen, Kultur-, Freizeit- und Erholungsangebote sollten gebündelt und besser kommuniziert werden, vor allem online. Dazu seien im Haus Umstrukturierungsmaßnahmen vorgesehen - es gebe bereits eine Mitarbeiterin, deren Studium in diese Richtung ging. "Wir müssen dazu keine neue Stelle schaffen, sondern nur umschichten." Für die Samtgemeinde wünscht sich Petra Beckmann-Frelock "mehr Auswahlmöglichkeiten in der Freizeit": "Das, was man sich in Buxtehude, Harsefeld und Hamburg sucht, sollte auch bei uns möglich sein."  

Mit den anderen Bürgermeistern, Rolf Suhr (CDU, Sauensiek), Jan Gold (CDU, Beckdorf) und Frank Buchholz (FWG, Apensen), wolle sie sich regelmäßig zusammensetzen und Wünsche erfragen. Alle drei Gemeinden sollten gemeinsam nach vorne gebracht werden, Sauensiek macht bereits den Anfang: Kürzlich traf der positive Förderbescheid für das dort geplante Wirtschaftszentrum ein. "Ich bin froh, dass sich da etwas tut."
Was andere Aufgaben in der Samtgemeinde betreffe: Ein großes Thema sei neben der Kinderbetreuung bezahlbarer Wohnraum. "Da wollen wir hin." Im Bereich Umweltschutz will sie selbst aktiv werden, beispielsweise beim Erhalt der Artenvielfalt. Mit Nachbarn wird sie im Herbst als gutes Beispiel vorangehen und ihren Garten insektenfreundlicher gestalten.

Zur Vereinbarkeit ihres neuen Jobs mit der Familie meint die zweifache Mutter: "Für meine beiden Töchter ist es natürlich eine Umstellung. Ich versuche aber, meine Sitzungen so zu legen, dass es familienfreundlich bleibt."

Das "Drama" um ihren angeblich zu früh genommenen Urlaub, dem sie dem Samtgemeinderat als ihrem Arbeitgeber früher hätte angeben müssen, kann ad acta gelegt werden: Die Kommunalaufsicht und der Städte- und Gemeindebund haben sich zu dem Thema schon abschließend geäußert. Die Urlaubsübertragung als auch die Anzeige ihres Urlaubs gegenüber Sabine Benden, anstelle des Gemeinderates, sei rechtlich richtig gewesen.

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