Das WOCHENBLATT fragt seine Leser: Welche Geschichte steckt hinter Ihrem Lieblingsgericht?
Das schmeckt nach Kindheit!

Spätzle mit Linsen und Saiten: Das Gericht sieht für einen Norddeutschen vermutlich so appetitlich aus wie Labskaus für einen Süddeutschen, schmeckt aber richtig lecker!
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  • Spätzle mit Linsen und Saiten: Das Gericht sieht für einen Norddeutschen vermutlich so appetitlich aus wie Labskaus für einen Süddeutschen, schmeckt aber richtig lecker!
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(sv). Ob aus Omas Kochtopf oder Papas Bratpfanne: Jeder hat ein Leibgericht, das ihn mit dem ersten Bissen direkt in seine frühe Jugend zurückversetzt. In der neuen WOCHENBLATT-Serie "Das schmeckt nach Kindheit" können Sie, liebe Leser, ihre Geschichten und Rezepte zu den Lieblingsgerichten ihrer frühen Lebensjahre vorstellen. Den Anfang mache ich, Redaktionsvolontärin Svenja Adamski, mit der Lieblingsspeise aus meiner Kindheit: Linsen mit Spätzle und Saiten.
Zwar bin ich gebürtige Rheinländerin, doch aufgewachsen bin ich im Schwabenland. Und wenn ich den Dialekt auch nicht unbedingt vermisse, so trauere ich hier im Norden doch der schwäbischen Küche nach. Von Maultaschen (Herrgottsbscheißerle) über Rostbraten bis hin zum einfachen Leberkäsweckle (kurz LKW) - die Schwaben halten ihre Gerichte einfach, sparsam und vor allem sehr, sehr lecker.
Während sich Maultaschen und Leberkäse auch hier im Norden finden, ist es dafür deutlich schwieriger an Linsen mit Spätzle und Saiten zu kommen. Saiten, das sind Würstchen mit deutlich dünnerer Haut als Wiener. Immerhin, die Linsen gibt es problemlos getrocknet in jedem Supermarkt zu kaufen. Während ich Bohnen wie Erbsen als Kind verschmähte, sah ich Linsen immer gerne neben den goldgelben Spätzlen auf meinem Teller. Für mich und meine Familie sind Spätzle mit Linsen wohl das, was hier in Norddeutschland die Currywurst ist. Wann immer das Gericht in meiner Schule oder auf der Arbeit meiner Eltern auf der Speisekarte stand, waren alle Kantinen brechend voll.

Damit die Spätzle einfacher durch den "Spätzleschwob" zu pressen sind, ersetzt man beim Rezept einen Teil des Mehls mit Gries
  • Damit die Spätzle einfacher durch den "Spätzleschwob" zu pressen sind, ersetzt man beim Rezept einen Teil des Mehls mit Gries
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Vor Kurzem weihte meine Mutter mich in das überraschend einfache Familienrezept ein: Für vier Personen zwei Zwiebeln gewürfelt mit drei Esslöffeln Tomatenmark und genügend Speckwürfeln anbraten, mit drei Esslöffeln Fleisch- oder Gemüsebrühe in 750 ml Wasser ablöschen, zwei Lorbeerblätter dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. 250 g gewaschene Linsen hinzugeben und rund 45 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss die Saiten dazugeben und mit Weinessig abschmecken.
Wer die Spätzle selbst machen möchte, während die Linsen köcheln, kann sie von einem Holzbrett "schaben" oder durch einen Spätzleschwob pressen - das trainiert auch gleich die Armmuskulatur. Dafür 400 g Mehl, 100 g Gries (vereinfacht das Pressen), fünf Eier, zwei Esslöffel Olivenöl mit 200 ml Wasser sowie einer Prise Salz mischen und kneten. Die Spätzle portionsweise in kochendes Wasser geben. Wenn sie oben schwimmen, sind sie fertig. Schwäbische Saiten gibt es im Norden zwar nicht, dafür empfehlen sich einfach frische Wiener von der Fleischtheke.

Spätzle mit Linsen und Saiten: Das Gericht sieht für einen Norddeutschen vermutlich so appetitlich aus wie Labskaus für einen Süddeutschen, schmeckt aber richtig lecker!
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Guten Appetit!
Nun interessiere ich mich für die Geschichte hinter dem Lieblingsgericht aus Ihrer Kindheit. Schicken Sie mir das Rezept mit Ihrer Geschichte dazu, ein Foto von Ihnen sowie Ihren Namen und Wohnort mit dem Betreff "Kindheitsgericht" per E-Mail an die Adresse svenja.adamski@kreiszeitung.net.

Appel-Melk-Klüten wecken Kindheitserinnerungen
Spätzle mit Linsen und Saiten: Das Gericht sieht für einen Norddeutschen vermutlich so appetitlich aus wie Labskaus für einen Süddeutschen, schmeckt aber richtig lecker!
Damit die Spätzle einfacher durch den "Spätzleschwob" zu pressen sind, ersetzt man beim Rezept einen Teil des Mehls mit Gries
Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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