Buchholzer Montessori-Landschaft
Erweiterung des Schulangebotes
- Lernen nach den Montessori-Prinzipien. Zukünftig in Buchholz auch ab Klasse fünf möglich
- Foto: Adobe Stock/Lightfield Studios
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Wer an Montessori denkt, hat oft Holzmaterialien im Kopf oder Rechenperlen. Doch was Montessori wirklich ausmacht, ist kein Material, sondern eine Haltung: Das Vertrauen in die Kraft des Kindes, sich aus sich selbst zu entwickeln. Genau dieser Geist prägt inzwischen eine wachsende Bildungslandschaft – global und auch in Buchholz: vom Kinderhaus über die Grundschule bis hin zu einer Initiative für eine weiterführende Montessori-Schule.
Geschichte der Montessori-Pädagogik in Buchholz
Die Montessori-Pädagogik hat in Buchholz eine Geschichte: Im Jahr 2001 wurde das Montessori-Kinderhaus gegründet. Heute werden dort an drei Standorten - „In der Twiete“, in der „Alten Schmiede“ und im „Waldhaus“ - Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren betreut.
„Unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Kindern eine Umgebung zu geben, in der sie eine positive Lebenshaltung entwickeln, Geborgenheit erleben und Beziehungen in einer sich gegenseitig achtenden Gemeinschaft aufbauen. Bei uns steht der Mensch mit seiner Individualität und Persönlichkeit im Mittelpunkt. „Du bist mir wichtig, du bist hier richtig,“ sagt Janet Hug, Leiterin des Kinderhauses.
Die regelmäßige Zeit in der Natur ist in allen Montessori-Einrichtungen in Buchholz fest verankert. "Im Wald tauchen die Kinder im Spiel in ihre Umgebung ein und können sich kreativ und in Freiheit entfalten. Sie erlangen dabei eine tiefe innere Zufriedenheit“, erzählt Stefanie Tattenberg, Montessoripädagogin im Waldhaus.
Auch an der Buchholzer Waldschule, einer staatlichen Grundschule, gibt es seit vielen Jahren neben dem Regelklassen pro Jahrgang einen Montessorizug. Kinder von Klasse 1 bis 4 lernen dort nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik - eingebettet in den regulären Schulalltag. Einen festen Platz nimmt dabei die Freiarbeit ein: In diesen Phasen können die Kinder Inhalte selbstständig wählen und in ihrem eigenen Tempo vertiefen. „In der Freiarbeit spüren wir jedes Mal, wie viel Freude Kinder am Lernen entwickeln, wenn sie selbst entscheiden dürfen. Da entstehen ganz besondere Momente, wenn ein Kind völlig versunken ist und tief konzentriert arbeitet.“ erklärt Bettina Milt, Lehrerin im Montessorizug. Diese Kombination aus Struktur und Freiheit unterstützt die Kinder darin, Selbstständigkeit und Verantwortung für das eigene Lernen zu entwickeln.
Fortführung der Montessori-Pädagogik in der Sekundarstufe
Was bisher fehlte, ist ein nahtloser Übergang in die Sekundarstufe. „Wir möchten Kindern und Jugendlichen ermöglichen, den Weg, den sie im Kinderhaus und in der Grundschule begonnen haben, weiterzugehen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem junge Menschen gestärkt und selbstbewusst ins Leben gehen können,“ sagt Wirtschaftsjuristin Cindy Larsen. Gemeinsam mit Anna Adam hat sie vor gut zwei Jahren eine Initiative zur Gründung einer weiterführenden Montessori-Schule gestartet. Sie planen, ab dem Schuljahr 2026/27 ein solches Angebot für Kinder von der fünften Klasse an zu ermöglichen.
Und auch die Kinder selbst spüren den Unterschied: „Ich mag, dass ich mir selbst aussuchen darf, womit ich mich beschäftige. Im Kinderhaus habe ich gelernt, dass man Sachen auch alleine schaffen kann - und das klappt jetzt in der Schule genauso. Und ich darf Fehler machen, denn die sind meine Helfer beim Lernen,“ sagt Joris (7), Schüler in der 2. Klasse des Montessori-Zugs und ehemaliges Kinderhaus-Kind.
„Neurowissenschaft und Bildungsforschung bestätigen heute, was Dr. Montessori schon vor über 100 Jahren erkannte: Nachhaltiges Lernen gelingt dann, wenn Kinder eigenständig und interessengeleitet arbeiten können. So entstehen tiefe Konzentration, Freude und innere Motivation – Zustände, die die Montessori-Pädagogik seit jeher gezielt unterstützt“ erklärt Christin Oestmann, Montessori Lehrerin der Waldschule.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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