Heiner Schönecke wird 80!
„Geiht nich, gifft dat nich!“ – Zum 80. Geburtstag eines Mannes, der den Landkreis Harburg geprägt hat wie kaum ein anderer
Am 21. März wird Heiner Schönecke 80 Jahre alt – und es dürfte kaum jemanden im Landkreis Harburg geben, der diesen Namen nicht kennt. Der Elstorfer Christdemokrat, Unternehmer, Familienmensch und Träger des Bundesverdienstkreuzes blickt auf ein Leben zurück, das von einem einzigen Grundsatz geprägt ist: „Geiht nich, gifft dat nich!“ Was bei manchen eine Floskel wäre, ist bei Heiner Schönecke gelebte Haltung – seit acht Jahrzehnten.
Vom Bauernjungen zum Vollblutpolitiker
Aufgewachsen in kleinbäuerlichen Verhältnissen in Elstorf, in einem Haus, in dem nach dem Krieg fünf Flüchtlingsfamilien einquartiert waren, lernte Heiner Schönecke früh, dass der Umgang mit Menschen aller Herkunft das Leben nur bereichern kann. Ein schlesischer Gutshofverwalter brachte dem Jungen, der nur Platt schnackte, erst einmal Hochdeutsch bei. Seine Liebe zur plattdeutschen Sprache konnte diese pädagogische Maßnahme allerdings bis heute nicht schmälern – im Gegenteil: Plattdeutsch ist für Schönecke Herzenssprache und Markenzeichen zugleich.
Nach der Volksschule in Elstorf und der Realschule in Buxtehude führte der Weg zunächst in die Landwirtschaft. Doch neben Fruchtfolgen und Viehhaltung faszinierten den jungen Mann vor allem Zahlen. Sein kaufmännisches Talent war nicht zu übersehen – und legte den Grundstein für die Entwicklung des Familienunternehmens Geflügelhof Schönecke, das heute in vierter Generation von Sohn Henner geführt wird, seit über 110 Jahren besteht und rund 120 Mitarbeitende beschäftigt. Produkte wie der legendäre Eierlikör, den Heiner Schönecke erstmals 1984 als Schützenkönig ausschenkte, oder der Eiersalat nach Ilses Rezept sind längst regionale Klassiker.
90 Jahre politisches Engagement in einer Person
Heiner Schöneckes Talent für Politik zeigte sich schon früh: als Mitbegründer der Landjugend Elstorf und späterer Kreisvorsitzender. 1972 trat er in die CDU ein. Was dann folgte, liest sich wie ein Kompendium kommunaler und landespolitischer Arbeit: 30 Jahre im Gemeinderat, 40 Jahre im Kreistag, knapp 20 Jahre im Niedersächsischen Landtag – darunter als Vorsitzender des Rechnungsausschusses und geschätzter Haushaltsexperte – sowie 20 Jahre als stellvertretender Landrat. Zusammen ergibt das 90 Jahre ehrenamtliches politisches Engagement.
Dabei gelang Heiner Schönecke etwas, das nur wenigen Politikern vergönnt ist: Er gewann mit seiner Herzlichkeit und seinem untrüglichen Gespür für Menschen parteiübergreifend Verbündete. Landrat Rainer Rempe würdigte im Mai 2024 bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuz Schöneckes besondere Gabe, Menschen mit ins Boot zu holen und Projekte voranzutreiben.
Der Kiekeberg – sein Lebenswerk
Fragt man im Landkreis Harburg nach Heiner Schöneckes größtem Verdienst, fällt ein Name besonders häufig: das Freilichtmuseum am Kiekeberg. 1989 initiierte er die Übernahme des Museums durch den Landkreis Harburg mit – ein Schritt, den damals manche für verrückt hielten. Im selben Jahr gründete er den Förderverein mit, dessen Vorsitz er ab 2001 übernahm. Als fünftes Gründungsmitglied mit der Nummer 005 erlebte er, wie aus einem ersten Fördervereinsfest mit 49 Gästen ein Verein mit heute über 14.000 Mitgliedern wurde. Insgesamt sind rund 7,5 Millionen Euro vom Förderverein an das Museum geflossen.
Museumsdirektor Stefan Zimmermann nannte ihn „nimmermüde“. Nach 35 Jahren im Vorstand gab Schönecke den Vorsitz 2024 ab – mit dem Rat an die Nachfolger, den Verein „jünger, dynamischer und frischer“ aufzustellen, und mit einer klaren Vision: die 20.000-Mitglieder-Marke knacken. Sein Lieblingsplatz im Museum bleibt ihm: unter der alten Eiche, von wo aus man bis nach Hamburg blicken kann.
„Turnhalle für den Kopf“ – die Zukunftswerkstatt
Ein weiteres Herzensprojekt zeigt, dass Schönecke stets nach vorne blickt: Die Zukunftswerkstatt Buchholz, ein außerschulischer Lernort für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den er als „Turnhalle für den Kopf“ beschreibt. Seit 2019 wird dort alle zwei Jahre der Heiner-Schönecke-Preis an Schülerinnen und Schüler mit besonders innovativen MINT-Projekten verliehen. Erst im März 2025, an seinem 79. Geburtstag, überreichte Schönecke die Auszeichnungen an die Gewinner – sichtlich begeistert von den klugen Ideen der Jugend. Mit dem Preis gibt er seinen Optimismus und seinen Gestaltungswillen buchstäblich an die nächste Generation weiter.
[BILD: Heiner-Schönecke-Preis 2025 / Am Kiekeberg]
Menschlichkeit als Kompass
Wer Heiner Schönecke kennt, weiß: Hinter dem Politiker, dem Unternehmer und dem Vereinsvorsitzenden steht vor allem ein Mensch mit einem großen Herzen. Sein Sohn Henner erzählt gerne, wie der Vater in jeder Sprache das Wort „Eier“ lernt, um langjährige Mitarbeiter aus aller Welt in ihrer Muttersprache ansprechen zu können. Wie er mit seiner Ilse ohne ein Wort Französisch durch Frankreich reiste – und einfach mit Freundlichkeit durchkam. Oder wie er seinen Enkeln abends erlaubt, auf seinem Sofa vor dem Fernseher einzuschlafen, und ihnen morgens das Lieblingsbrötchen vom Bäcker holt.
Die politische Farbe eines Menschen war Schönecke dabei stets egal – Hauptsache Demokrat. Seinen Konfirmationsspruch hat er sich zu Herzen genommen und nie vergessen: „Dienst ist nicht Last, sondern Freude.“ Landrat Rempe brachte es bei der Bundesverdienstkreuz-Verleihung auf den Punkt: „Diese Freude am Dienst spürt man bei dir.“
Mit seiner Frau Ilse, mit der er 2022 goldene Hochzeit feierte, seinen drei Kindern und den Enkelkindern hat Schönecke eine Familie an seiner Seite, die ihm in all den Jahrzehnten den Rücken gestärkt hat. Als ihm 2024 das Bundesverdienstkreuz angesteckt wurde, erklärte er bescheiden: „Alles, was heute berichtet wurde, konnte ich nicht alleine. Familie, Nachbarn, Menschen in Elstorf und im Landkreis – ihr seid alle Teil meiner Geschichte.“
Auch mit 80 nicht leiser
Von Ruhestand kann bei Heiner Schönecke keine Rede sein. Er sitzt weiterhin im Stiftungsrat der Zukunftswerkstatt, begleitet Projekte im Landkreis und ist als Ratgeber gefragt wie eh und je. Seine Liebe zu Helgoland, zum Plattdeutschen und zu seinem Geflügelhof sind ungebrochen. Und wer ihn auf der Straße trifft, erlebt noch immer den nahbaren, zugewandten Menschen, der für die Anliegen anderer stets ein offenes Ohr hat.
Heiner Schönecke wird 80 – und der Landkreis Harburg gratuliert einem Mann, der wie kein Zweiter bewiesen hat, dass man mit Herzlichkeit, Hartnäckigkeit und dem festen Glauben daran, dass nichts unmöglich ist, wirklich Berge versetzen kann.
Herzlichen Glückwunsch, Heiner Schönecke!
STECKBRIEF: Heiner Schönecke
Geboren: 21. März 1946 in Elstorf
Familie: Verheiratet mit Ilse Schönecke (goldene Hochzeit 2022), drei Kinder, mehrere Enkel
Beruf: Unternehmer, Geflügelhof Schönecke (heute 4. Generation unter Sohn Henner)
Partei: CDU (Mitglied seit 1972)
Auszeichnung: Bundesverdienstkreuz (2024)
Lebensmotto: „Geiht nich, gifft dat nich!“
MEILENSTEINE
1946 – Geburt in Elstorf | 1972 – Eintritt CDU | 1981 – Franz-Josef Strauß in Neu Wulmstorf | 1984 – Eierlikör-Premiere als Schützenkönig | 1989 – Kiekeberg-Übernahme & Förderverein (Nr. 005) | 2001 – Vorsitz Förderverein | 2003 – Einzug Landtag | 2013 – Zukunftswerkstatt Buchholz | 2019 – Erster Heiner-Schönecke-Preis | 2024 – Bundesverdienstkreuz | 2026 – 80. Geburtstag
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