Manche räumen den Schnee - andere nicht
Kampf gegen Schnee und den des Nachbarn
- Schnee und Schneematsch machen den Buchholzern das Leben schwer - viele verzichten allerdings auf das Räumen der Gehwege
- Foto: ah
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Es schneit - so schön wie das letzte mal vor fast genau fünf Jahren. Während die Kinder jubilieren und der Rost von den Kufen der Schlitten verschwindet, sind Menschen, die regelmäßig raus und in die Stadt müssen, genervt. Schneematsch und ungeräumte Wege machen den Menschen das Leben schwer.
In ihrem Flyer hat die Stadt Buchholz deutlich erklärt, wie und wann Grundstückseigentümer ihre Gehwege oder Straßen räumen müssen und weist auch darauf hin, dass im Falle einer Nichtbeachtung Bußgelder fällig werden könnten. Viele halten sich daran, aber längst nicht jeder. Genau darüber ärgern sich Buchholzer Bürger, die sich bei der Redaktion des WOCHENBLATT gemeldet haben. Vor allem auf Schulwegen sehe es schlimm aus, auch hier machen sich manche Anwohner keine Gedanken darüber, welche Folgen das Nichträumen des Schnees haben könnte, wenn Kinder, die noch im Halbdunklen zur Schule laufen, stürzen.
Andere Leser echauffieren sich darüber, dass die Stadt Buchholz ihren Räumpflichten nicht nachkommen würde. Die Fußgängerzone sei nicht geräumt und auch Parkplätze wären schlecht nutzbar, konkret ging es in einem Fall um den Parkplatz am Rathaus, der in einem katastrophalen Zustand sei. Zu diesem Vorwurf nahm Oliver Sander, Pressesprecher der Stadt Buchholz, Stellung: "Wenn wir den Parkplatz am Rathaus räumen wollten, müssten wir den Parkplatz einmal komplett sperren. Sonst geht es nicht. Ich bin mir nicht sicher, wie die Reaktionen ausfallen würden, wenn wir das täten." Ferner erklärte er, dass zur Zeit mit Fremdfirmen der Schnee aus der Fußgängerzone abgefahren wird.
"Wenn die Bürger ihren Schnee nicht schippen, ist das aus unserer Sicht ein privates, zivilrechtliches Problem, das sie im Schadensfall bekommen. Deshalb weisen wir natürlich die Bürgerinnen und Bürger auf ihre Räumpflicht hin. Montags bis samstags müssen die Wege bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 9 Uhr geräumt sein. Zudem muss bei Bedarf täglich bis 20 Uhr erneut gefegt werden. Bußgelder sind in den vergangenen Jahren unseres Wissens nicht verhängt worden", so Sander weiter.
Der Leiter des Kommunalbetriebs, Sacha Baustian, war in den letzten Tagen viel unterwegs. Er sagt, dass außer Schneematsch in den räum- und streupflichtigen Straßen nichts liegen würde. Die Straßen seien zwar optisch nicht “frei“, aber rechtlich sei das akzeptabel, da die Stadt nachweislich ihre Pflichten erfülle. Seine Kolleginnen und Kollegen sind hauptsächlich in den frühen Morgenstunden unterwegs, um die Situation zum Berufsverkehr einigermaßen bereinigt zu haben.
In vielen Anliegerstraßen könne der Kommunalbetrieb zur Schadensvermeidung auch nur streuen, da überall geparkt würde, so Baustian weiter. Wenn die Mitarbeiter dort schieben würden, gäbe es neben zahlreichen Beschwerde-E-Mails mit Sicherheit unzählige Schadenersatzklagen wegen Fahrzeugbeschädigungen. Zurück bliebe eben der aufgetaute Schneematsch.
Einige Bereiche könnten die Kommunalbetriebe auch nicht anfahren, da die Zufahrten durch parkende Fahrzeuge zu eng für die Räumfahrzeuge seien. Hinzu kämen die tiefhängenden Äste mit Schneelast.
Insgesamt sind drei Großstreu- und sechs kleinere Räumfahrzeuge im Einsatz. Bei Bedarf kann ein weiteres Großfahrzeug hinzukommen. "Der Winterdienst orientiert sich vorrangig auf verkehrswichtige und gefährliche Straßen", heißt es in der neuesten Pressemitteilung der Stadt Buchholz.
So bleibt nur die Möglichkeit, an jeden Grundstückseigentümer - sei er privat oder sei es ein Unternehmen - zu appellieren, die Chance zu nutzen, an frischer Luft mit der Schneeschippe etwas für die eigene Gesundheit zu tun und für die der Fußgänger. Dabei dürfen auch gern Nachbarn unterstützt werden, die nicht mobil sind oder gesundheitlich eingeschränkt. Allerdings sollten die Bürger auch selbst überlegen, ob beispielsweise ein Fahrrad zur Zeit zuhause gelassen werden könnte und statt trendiger lieber wintertaugliche Schuhe an die Füße gehören. Mit weniger bösen Worten könnten so alle diese Winterpracht genießen.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
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