Top Thema – Banner + Teaser

Ein Schlaganfall kann jeden von uns treffen!

Wie moderne Technik und schnelle Abläufe Leben retten

Jetzt lesen

Hamburger Klimaentscheid
Leser beklagen einseitige und polarisierende Darstellung

Leserstimmen zum Artikel: 

Hamburger Zukunftsentscheid: Hier wurden Klimaziele gesetzt, ohne an die Folgen zu denken

Welch einseitige Berichtserstattung zum Hamburger Klimaentscheid! Von Menschen, deren Generation zu all dem Schlamassel beigetragen hat. Von Menschen, die offenkundig kein Interesse an einem bewohnbaren Raum für die nächsten Generationen hat. Wo sind die Stimmen von jungen bzw. jüngeren Menschen? Diesen Entscheid zu verteufeln und mal wieder nur über das liebe Geld zu diskutieren, ist ein wesentlicher Grund für die halbherzigen Versuche etwas zu verändern. Ja, Klimaschutz tut finanziell weh. Aber ist es das nicht wert? Das Kyoto-Protokoll ist vor über 30 Jahren entstanden. Jeder in Verantwortungspositionen hätte also schon seit langem darauf reagieren können, sogar müssen. Frühere Maßnahmen wären gewiss eine andere Belastung auf monetärer Ebene gewesen. Nun haben wir den Schlamassel und müssen eine Lösung finden. Und wie findet man diese? Gewiss nicht mit veralteten Denkmustern und Strategien. Der Hamburger Klimaentscheid zwingt zum Handeln, wo es lange keine Reaktionen gab. Möchte denn irgendwer bestreiten, wie umweltschädlich der Hafen und die Massen an Autos sind? So viele Jahre, Jahrzehnte wurde gemeckert und die Industrie samt Wirtschaft bevorzugt. Lasst uns diese Entscheidung als Chance sehen und nicht von vornherein verteufeln. Schluss mit dem Jammern! Ja, es wird schwierig alle Bedürfnisse zu vereinbaren. Aber ich, für meinen Teil, stecke gerne zurück, damit meine Kinder wenigstens eine Chance auf diesem Planeten haben.
Außerdem wird vollkommen außen vorgelassen, worum es in dem Klimaentscheid tatsächlich geht: Die Umsetzung des Hamburgischen Gesetzes zum Schutz des Klimas vom 20.02.2020 wurde mit diesem Entscheid lediglich um fünf Jahre vorgezogen. Siehe auch Paragraf 4, Absatz 1, Satz 2: „[…] bis zum Jahr 2045 eine Reduktion der Kohlendioxidemissionen von 98 v.H.“. Der Klimaentscheid besagt nun, dass dies bis zum Jahr 2040 erfolgen muss.
Herr Dammann bemängelt, dass die Pendler nicht einbezogen wurden. Seinen fehlenden Blick auf die nachfolgenden Generationen würde ich an dieser Stelle sehr gerne bemängeln. Alles Geld, alle Industrie und Bequemlichkeit nützt uns rein gar nichts, wenn hier sowieso niemand mehr leben kann. Dieses Thema ist nicht schwarz oder weiß. Vielleicht können wir endlich mal aufhören uns in zwei Lager zu teilen und anfangen etwas zu verändern? Gerne gemeinsam, denn so läuft eine Demokratie. Alle Stimmen sollen gleichwertig gehört werden und daraus die beste Lösung gewonnen werden. Aber Klimathemen verteufeln? Wer da nicht drüber hinweg ist, hat das Ökosystem Erde wohl immer noch nicht verstanden. Was glauben diese Menschen wohl, wie leicht es wird auf eine anderen Planeten umzuziehen? Von uns normalen Pendlern und Arbeitern wird da niemand mitgenommen, denn wir können es uns nicht leisten. Wäre doch schlau, auf das Pferd zu setzen, auf dem wir bereits einen Platz haben. Oder auch nicht. Dann durften diese normalen Menschen immerhin ein Leben lang arbeiten und ihre Fahrerei zur Arbeit mit dem Auto genießen. Die Kinder und Kindeskinder danach? Tja…Viel Glück!
Ich würde mir einfach wünschen, dass Sie zumindest einmal differenzierter nachfragen in der Region. Anstatt die Wut über Klimathemen dominieren zu lassen und dabei Fakten einfach unter den Tisch fallen zu lassen. So ändert sich das Meinungsbild gewiss nicht zu einem besseren Miteinander. Und das ist es ja schließlich, was es braucht. Gleichgültig, welchem Lager man angehört und wessen Interessen man vertritt.
Laura Prochaska 

Die beleuchteten Sorgen bezüglich der wirtschaftlichen Folgen, der Verdrängung von Industrie und Logistik sowie der Belastung für das Umland und die Pendler sind berechtigt und müssen ernst genommen werden.
Allerdings vermisse ich in der gesamten Argumentation eine zentrale und kritische Perspektive: die der zukünftigen Generationen. Der Artikel fokussiert sich fast ausschließlich auf die negativen, kurz- bis mittelfristigen Kosten des Klimaschutzes, blendet jedoch die weitaus gravierenderen, langfristigen Kosten der Untätigkeit aus.
Wenn Sie kritisieren, dass beim Klimaziel 2040 „ohne an die Folgen gedacht“ wurde, möchte ich entgegnen: Im Gegenteil, es wurde gerade an die elementarste aller Folgen gedacht – nämlich an eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und Enkel.
Die „ideologisch geprägten Öko-Repressalien“, von denen Sie sprechen, sind in Wahrheit notwendige Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels (wie steigende Meeresspiegel, Extremwetterereignisse und Gesundheitsbelastungen) abzuwenden, welche die Lebensgrundlage der zukünftigen Generationen massiv gefährden.
Der Artikel suggeriert, die Entscheidung sei ein Luxusproblem der „alternativen Szene“ oder der „Schickeria“. Er verschweigt jedoch, dass die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens keine Lifestyle-Entscheidung, sondern eine Überlebensnotwendigkeit ist. Die wirtschaftlichen Sorgen der jetzigen Generation (Arbeitsplätze, Mietpreise, Verkehrswege) sind wichtig, verblassen aber angesichts der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise, die die Zukunft der nächsten Generationen bestimmt.
Es ist die Aufgabe der Politik und der Medien, einen Weg zu finden, wie die notwendige Transformation sozial gerecht und in regionaler Zusammenarbeit gestaltet werden kann, statt die Klimaziele als unnötige „Bremse“ zu diffamieren.
Ich appelliere an Sie: Beziehen Sie in die kritische Berichterstattung über die Herausforderungen des Klimaschutzes zukünftig auch die Perspektive derjenigen ein, für die diese Entscheidungen getroffen werden – unsere Kinder. Denn für sie geht es nicht nur um den Arbeitsplatz, sondern um die Bewohnbarkeit der gesamten Region.

Felix Lange

Über Ihren Artikel, bzgl. des Volksentscheids in Hamburg war ich sehr erstaunt. Weiß der Schreiber nicht, dass auch in Niedersachsen das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 gesetzlich vorgeschrieben ist? Und vor allem weiß das unser Landtagsabgeordneter Herr Bauer nicht?
Was soll die Panikmache? Wem dient das? Wollen Sie rechtsextremen Parteien helfen, die nächste Wahl zu gewinnen?
Sachlich ist allein auf Seite 23 die Stellungnahme unseres Landrats Rainer Rempe, der auch die massive Senkung des CO2 Ausstoßes begrüßt und weiß, dass wir uns im Landkreis Harburg die Zielmarke von 2040 gesetzt haben. Ich bin sehr froh, dass wenigstens unser Landrat die Klima-Gesetze kennt.
Ursula Wegermann

Der Hammer war aber der Artikel zum Klimaentscheid, das hat mich wirklich erschrocken, dass so viel Desinformationen und Klischees abgedruckt wurden: „Während das Hamburger Straßenbild in Zukunft nur noch von Lastenrädern geprägt sein dürfte..." "Der Güterverkehr muss raus" "Die, die nach dem Klimaentscheid jubeln, sitzen meist warm und trocken im öffentlichen Dienst"
Ich weiß nicht, was ich zu den zitierten Sätzen sagen soll. Könnte direkt vom AfD-Account auf X kommen. Am schlimmsten finde ich das letzte Zitat. Das ist wirklich einfach nur fies.
Zu dem Rest kann ich nur sagen: Die Energiewende macht gewaltige Fortschritte, Speicher werden immer billiger, E‑Lkw haben mittlerweile eine Reichweite von 500–600 km und laden mit 500 kW. 
Und bezahlen? Das ist ein Problem der Politik. Warum wird der CO₂-Preis nicht an die Bürger (Klimageld) zurückgegeben? Man muss den Klimaschutz sozial gestalten. Keiner weiß, wie HH das nun umsetzt. Und es gibt ja auch E-Autos. Statt Lastenräder. Was ich mir wirklich nicht vorstellen kann, ist, dass Industriebetriebe Hamburg verlassen müssen.
Und Tempo 30: Ich meine, mich erinnern zu können, dass Helsinki null Verkehrstote pro Jahr u.a. mit Tempo 30 erreicht hat. Es weiß aber auch keiner, ob die Aussage stimmt, dass dies in HH auf Hauptverkehrsstraßen eingeführt wird, wenn die Masse eh elektrisch fährt.
Die Energiewende wird kommen, Artikel wie der von Herrn Dammann können daran zum Glück nichts mehr ändern. Einfach, weil es schon jetzt am billigsten ist. Trotzdem sind solche Artikel ägerlich, da sie verunsichern und die Wende verzögern. Im Interesse der Gas- und Ölproduzenten. Das ist schlimm für das Klima. Und für den Weltfrieden. Schließlich füttern wir mit unserem Geld aus Deutschland mit 75 Milliarden EUR pro Jahr die Autokraten der Welt. Und diese wissen, dass das fossile Zeitalter zu Ende geht. Und möchten natürlich das Geschäftsmodell so lange wie möglich aufrechterhalten. Und Artikel wie dieser tragen dazu bei.
Ich kann nicht verstehen, dass man es toll findet, dass eben die 75 Milliarden EUR für fossile Energie ausgegeben werden, statt diesen Betrag durch Zubau von erneuerbarer Energie, Umstieg auf Wärmepumpen und E-Fahrzeuge etc. zu verringern. Zitat von C. Lindner: "Grüne Energien sind Freiheitsenergien"
Ich hoffe, dass dieser Artikel wegen einer gewissen Ahnungslosigkeit entstanden ist. Er passt mehr in das Jahr 2020 (allerdings ohne das Bashing vom öffentlichen Dienst). Aber seitdem hat sich technisch wahnsinnig viel getan. Einfach mal informieren.

René Graudegus

KREISZEITUNG WOCHENBLATT +++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++

Was haben Sie sich eigentlich bei dem Artikel "Wenn Ideologie die Industrie vertreibt" gedacht? Bisher hat nur die AfD von Ideologie im Zusammenhang mit dem Ergebnis des Volksentscheids geredet. Und jetzt glaubt das Wochenblatt, mit den Aussagen der gesichert Rechtsextremen eine sinnvolle Schlagzeile gefunden zu haben?
Der Volksentscheid in Hamburg war keine Ideologie, sondern es ist ein demokratischer Vorgang, vergleichbar mit demokratisch durchgeführten Wahlen.
Die Industrie und die Wirtschaft haben, wie die Wissenschaft, schon längst erkannt, dass der Klimawandel und vor allem die Folgen des Klimawandels durchaus real sind und keine ideologische Idee. Nur das Leugnen des Klimawandels kann man als unwissenschaftliche Ideologie bezeichnen. Gut zu wissen, auf welcher Seite das Wochenblatt steht.

Christoph Behnke

Das, was Jörg Damman in seinem Titeltext der Kreiszeitung verbreitet, ist eine der BILD-Zeitung würdige Schreibe, mit der er sich scheinbar für die Mitarbeit im AfD-Wahlkampf qualifizieren möchte. Er verkürzt, hetzt und schürt Ängste. Journalistische Arbeit ist davon weit entfernt. Was ist passiert? Bei einem durch die Verfassung geschützten Volksentscheid am Sonntag entschieden sich mehr als 300.000 Bürgerinnen und Bürger für strengere Klimaschutzziele in Hamburg. Und damit die Mehrheit der abstimmenden Menschen. Alle diese werden von ihm als „Klimaaktivisten“ abqualifiziert. Menschen, die sich in einem demokratischen Verfahren für mehr Klimaschutz entschieden haben. Darf Demokratie das nicht mehr? Hat er nicht mitbekommen, dass die norddeutschen Bundesländer in den nächsten Jahren Milliarden aufbringen müssen für höhere Deiche, damit die vom klimabedingten Meeresanstieg gefährdeten Menschen geschützt werden können? Hat er nicht mitbekommen, dass zahlreiche Bundesländer inzwischen Wasserszenarien entwickeln müssen, weil nicht mehr genug Regen fällt? Hat er nicht mitbekommen, dass Wälder zusammenbrechen, weil die Bäume aufgrund der Trockenperioden nicht mehr genug Halt bieten? Auch die AfD widerspricht jedem Klimawandel, den diese über 300 000 Menschen in Hamburg aber verstanden haben. Das, was jd an die Wand malt, ist nichts weiter als Angstmache, hat mit einer Planungssicherheit für die Wirtschaft und dem angeblichen Verlust von Arbeitsplätzen nichts zu tun. Es ist sehr bedauerlich, wohin sich die Kreiszeitung mit einem solchen Redakteur entwickelt.
Wolfgang Weh

Nach Ihrem Kommentar „Klimaziele setzen - ohne an die Folgen zu denken“ bleibt vor allem eines hängen: Fassungslosigkeit darüber, wie leichtfertig Sie mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit umgehen.
Das Klima zu schützen ist keine Ideologie, es ist pure Notwendigkeit. Der Volksentscheid wurde nicht von „Klimaaktivisten“ durchgedrückt, sondern von Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt getragen, die verstanden haben, dass es um unser aller Zukunft geht, auch um Ihre, die Ihrer Kinder und Enkel.
Ihre Darstellung erweckt den Eindruck, als seien Klimaziele die Wünsche der „Szene in Ottensen“. In Wahrheit geht es darum, ob Hamburg in wenigen Jahrzehnten überhaupt noch bewohnbar sein wird. Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, drohen HafenCity, Speicherstadt und große Teile von Wilhelmsburg überflutet zu werden. Dann geht es nicht nur um Jobs, die Ihnen anscheinend so am Herzen liegen, sondern auch um Wohnraum. Wer Klimaschutz weiterhin als Bedrohung für den Wirtschaftsstandort darstellt, ignoriert, dass eine zerstörte Stadt keine Jobs mehr bietet. Die Frage ist also nicht, ob wir uns Klimaschutz leisten können, sondern ob wir uns leisten können, weiter nichts zu tun.
Extremwetter, Hitzetage über 40 Grad, Starkregen mit Milliardenschäden, zerstörte Ernten, kollabierende Infrastruktur, das sind keine „Satire-Drehbücher“, sondern Prognosen des Deutschen Wetterdienstes.
Was Sie als „Folgen“ von Klimaschutzpolitik beschreiben, sind in Wahrheit Investitionen in eine lebenswerte Zukunft. Was Sie verharmlosen, sind die Folgen des Nichtstuns: Sturmfluten, Wassermangel, wirtschaftliche Schäden und soziale Krisen. Hamburg hat sich verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu werden und das ist kein ideologischer Wunsch, sondern wissenschaftlich geboten.
Die Klimawissenschaft (die Sie hoffentlich nicht leugnen) sagt eindeutig: Jede weitere Tonne CO2, die wir ausstoßen, verschärft eine Entwicklung, die längst begonnen hat. Es ist beschämend, wenn Journalistinnen und Journalisten wie Sie, statt Verantwortung zu übernehmen und faktenbasiert zu informieren, weiterhin das Märchen vom „weiter so“ erzählen.
Vielleicht sollten Sie sich fragen, wie Sie Ihren Beruf nutzen möchten: um populistische Stimmung zu machen oder um mitzuhelfen, dass diese Stadt eine Zukunft hat.

Philipp Reif

Ich fühle mich Hamburg und seiner Zukunft sehr verbunden. Gerade deshalb trifft es mich, wenn im Wochenblatt die Mehrheit, die für den Klimaentscheid gestimmt hat, als ahnungslos dargestellt. Wer Behörden, Klima-Aktive und sogar Hamburger Wählerinnen zu Gegenspielern erklärt, kämpft nicht für die Wirtschaft, sondern gegen ihre Voraussetzungen: Verlässlichkeit, Zusammenarbeit, Fachwissen.
Wir können gerne über Beteiligungen und Abstimmberechtigungen debattieren. Im Beitrag aber bleiben zu viele Sätze im Konjunktiv hängen: "womöglich", "wahrscheinlich", "dürfte", "könnte" oder "vielleicht" finden sich nahezu jedem zweiten Satz. Das sind Mutmaßungen. So entsteht Angst – ohne belastbare Fakten, ohne Einordnung. Wo sind die Stimmen, die das Bild komplett machen? Hafenwirtschaft und Beschäftigte, Energie- und Netzwirtschaft, Wissenschaft! So entsteht ein falsches Entweder-oder: Klimaschutz oder Arbeit. Tatsächlich geht es doch um das Wie – um Planungssicherheit, stabile Netze, bezahlbare Energie und einen fairen Übergang. Eine Veränderung hin zu mehr Klimaschutz schafft an vielen Stellen auch Arbeitsplätze und ist für viele Unternehmen sogar ein Anreiz: Wer früh in Effizienz, Erneuerbare Energien und Kreisläufe investiert, senkt Kosten, gewinnt Planungssicherheit und erschließt neue Märkte – statt den Regeln von morgen hinterherzulaufen.
Und letztendlich ignoriert Herr Dammann etwas Entscheidendes: Was es für Hamburg als Hafenstadt bedeutet, wenn der Klimawandel in seinem jetzigen Tempo voranschreitet! Niedrigwasser auf der Elbe, Sturmfluten, Hitze, steigende Versicherungsprämien und fragile Lieferketten sind keine Ideologie, sondern Betriebswirtschaft. Auch das ist „Wirtschaft“.
Ich wünsche mir Berichterstattung, die nicht spaltet, sondern weitet: die Mehrheiten respektiert, belegt statt behauptet, Meinung klar von Bericht trennt und offenlegt, wie Zitatgeber ausgewählt werden. Führen wir diese Debatte so, wie ein Hafen es braucht – mit Kurs, Tiefe und offenen Karten. Dann reden wir nicht über Angst, sondern über Lösungen.

Vivien Müller

Der Aufmacher „Wenn Ideologie die Industrie vertreibt“ zeigt, dass hier Meinung und Provokation über journalistischen Anspruch und Sachlichkeit gestellt wurden. Polemik dominiert den Text, die sachliche Analyse bleibt auf der Strecke. Besonders irritierend: Auf der Titelseite fehlt jeder Hinweis auf den Meinungscharakter; erst auf Seite 23 wird im Untertitel erwähnt, dass es sich um „Gedanken zum Hamburger Klimaentscheid“ handelt. Für Transparenz sollte der Meinungscharakter bereits auf der Titelseite erkennbar sein.
Die Entscheidung, Hamburg bis 2040 klimaneutral zu machen, war kein ideologischer Schnellschuss, sondern das Ergebnis eines demokratischen Bürgerentscheids. Eine Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger hat sich bewusst dafür ausgesprochen! Dafür ist Respekt angebracht, auch wenn Wege und Tempo diskutiert werden müssen.
Landrat Rainer Rempe wies auf mögliche Synergieeffekte im norddeutschen Raum hin. Positive Beispiele zeigen, dass Klimaschutz kein Hindernis ist: In Paris, Kopenhagen und Ljubljana sind bereits messbare Fortschritte sichtbar: neue Technologien, emissionsärmere Mobilität und eine lebenswerte Stadtgestaltung. Eine frühzeitige Umstellung des Hamburger Hafens auf emissionsärmere Technologien könnte sich langfristig sogar als klarer Wettbewerbs- und Innovationsvorteil für Stadt und Region erweisen.
Die Frage lautet doch: Trauen wir uns als Volk der Erfinder und Entwickler nicht zu, die Herausforderungen der Klimakrise zu meistern, die letztlich über das Fortbestehen unserer Gesellschaft und Lebensweise entscheidet? Eins ist heute bereits klar: Nichts zu tun wird uns am Ende deutlich mehr kosten!
Statt Klimaschutz als Bedrohung darzustellen, sollten wir mutig die Chancen für Innovation, Wirtschaft und Gesellschaft sehen. Ich wünsche mir von Ihrer Redaktion künftig mehr Sachlichkeit, klare Kennzeichnung von Meinungsbeiträgen und journalistische Fairness.

Johannes Neumann

Über diese Artikel habe ich mich außerordentlich geärgert. Hier wird auf sehr polemische Weise gegen einen Volksentscheid der Hamburger Bürger argumentiert. Dabei zeugt der Text von Unkenntnis. Mehrfach wird auf verschiedene Probleme mit dem Umland hingewiesen, dabei wird nicht beachtet, dass sowohl Niedersachsen als auch Schleswig-Holstein bis 2040 klimaneutral sein wollen. Das Klimaziel ist also über Ländergrenzen das gleiche.
Selbst die Stellungnahmen der Landräte und Bundestagsabgeordneten scheinen diesen Zusammenhang nicht zu berücksichtigen. Einzig der Landrat Rainer Rempe äußert sich wohltuend sachlich zu dem Thema.
Und das ist meine Hauptkritik. Das Thema sollte sachlich diskutiert werden und nicht polemisch, denn Probleme gibt es ja in der Tat. So werden Teile der Industrie und einige Bereiche des Verkehrssektors Schwierigkeiten mit dieser Tempoverschärfung beim Klimaschutz haben. Hier gilt es in sachlicher Diskussion Lösungen zu finden. Für andere Sektoren, z. B. Gebäude, kann ich die Aufregung gar nicht verstehen. Investitionen in Wärmeschutz und Heizung sind sowieso erforderlich. Ob das einige Jahre früher kommt kann keine dramatischen Auswirkungen haben. Zur Erinnerung: Deutschland soll 2045 sowieso klimaneutral sein. Ach ja, Klimaschutz ist keine Ideologie. Er ist die Antwort auf den Klimawandel, welcher auf Naturgesetze beruht und messbare Folgen hat. So eine Headline auf der Titelseite trägt nicht zur sachliche Diskussion bei, sondern verhärtet die Fronten.

Dieter Heißenbüttel

Folge uns auf Facebook – Kreiszeitung Wochenblatt

Der Artikel „Wenn Ideologie die Industrie vertreibt“ erfüllt nicht einmal mehr die Kriterien von schlechtem Journalismus – es ist reiner Populismus. Unbeeinflusst von Fakten wird ein Fülle von unbelegten Mutmaßungen angestellt, welche negativen Auswirkungen das Ergebnis des Hamburger Bürgerentscheides möglicherweise vielleicht haben könnte.
Aber was sind denn die Fakten? Ganz Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Das wird in diesem Artikel verschwiegen. Ein Ziel, das – nach allem was wir heute wissen – nicht reichen wird, um die globale Erwärmung in einem erträglichen Maß zu halten. In Hamburg hat ein Bürgerentscheid das basisdemokratische Ergebnis hervorgebracht, dieses Ziel in und für Hamburg um fünf Jahre vorzuziehen – mehr nicht! Das bedeutet, dass die Unternehmen nicht mehr zwanzig Jahre Zeit haben, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen, sondern fünfzehn. Und diese neuen Chancen eröffnen viele Möglichkeiten für neue Unternehmen und neue Arbeitsplätze.
Die Entscheidung der Hamburger Bürger sollte für alle Ansporn sein, es ihnen nachzutun, denn unser gemeinsames Ziel muss es sein, unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln eine Erde zu hinterlassen, auf der ein Leben möglich ist. Dass dies eine riesige Aufgabe ist, die uns allen Opfer abverlangen wird, ist unbestritten.

Jürgen Pohl

Ihr Artikel zum Hamburger Zukunftsentscheid enthält gravierende Fehlinformationen über den tatsächlichen Beschluss. Der Gesetzestext enthält keine einzige Verbotsregelung - weder für Industrie, Verkehr noch Heizungen. Beschlossen wurden verbindliche CO₂-Budgets, Monitoring und die Pflicht zu sozialverträglichen Maßnahmen. Überall Tempo 30 und Fahrverbote sind keine beschlossenen Maßnahmen, sondern mögliche Szenarien aus Gutachten. Sie verwechseln hier Optionen mit Pflichten. Im Gesetzestext (§ 4 Abs. 5) steht ausdrücklich, dass Hamburg nur Maßnahmen auf  Landesebene umsetzen muss, für die die Stadt auch Regelungskompetenz hat. Bei Themen in Bundes- oder EU-Kompetenz, wie internationale Schifffahrt oder überregionaler Güterverkehr, kann Hamburg keine Verbote erlassen. Ihre Behauptung, Container müssten “an der Landesgrenze umgeladen werden”, ignoriert elementare
verfassungsrechtliche Zuständigkeiten.
Knapp 100 Hamburger Unternehmen haben sich unabhängig vom Zukunftsentscheid bereits das Ziel 2040 gesetzt. Ein städtisches Gutachten bestätigt: Die Transformation ist technisch machbar durch Wasserstoff und E-Fuels. Kein Unternehmen hat angekündigt, Hamburg zu verlassen. Aurubis arbeitet bereits selber an
Dekarbonisierung. Über 106.000 Unterschriften beim Volksbegehren, 303.936 Ja-Stimmen. Unterstützt von ver.di, NABU, Mieterverein, Sozialverbänden und über 100 Unternehmen. Das als “Jubel der alternativen Szene” abzutun, missachtet diese breite demokratische Basis. Klimaschutz verdient sachliche Debatte statt Angstmacherei auf Basis von Unterstellungen, die nicht im Gesetz stehen. Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben sich auch 2040 als Ziel gesetzt. Wir haben also hier eine riesengroße Chance, als Metropolregion gemeinsam von dieser Transformation zu profitieren.

Lars Majewski

Als ich den Leitartikel und den dazugehörigen Text auf Seite 23 gelesen habe, dachte ich, dass der Text aus einem Parteiprogramm der AfD abgeschrieben sein könnte. In jedem Satz nur Angst- und Panikmache, das hilft niemandem.
Sehen Sie das Ganze doch mal als Chance. Endlich ist die Politik angehalten wirklich etwas zu unternehmen. Sonst heißt es doch in 2040 oder 5 Jahre später von den Politikverantwortlichen doch nur, "Ups, schon so weit, haben wir leider nicht geschafft". Konsequenzen keine.
Vielleicht wäre es jetzt für die Hamburg umgebenden Länder und Gemeinden ein guter Zeitpunkt, auch mal in die Puschen zu kommen und es Hamburg nachzumachen und nicht alles zu verschlafen. Dann gibt es auch keinen Stau an Hamburgs Stadtgrenze, wie Sie das befürchten. Für das Klima und die (jungen) Menschen wäre das das beste Szenario.

Matthäus Lehner

Ihre Behauptung, dass es sich hierbei um eine rein ideologische, grüne Agenda handelt und tausende Arbeitsplätze gefährdet werden, entbehrt jeglicher sachlicher Grundlage.
Tatsächlich sind die Klimaziele Teil einer umfassenden europäischen Strategie, und Hamburg plant lediglich, fünf Jahre früher als der Rest der EU klimaneutral zu werden. Ihre Argumentation ignoriert die Tatsache, dass Klimaschutz auch wirtschaftliche Chancen und Innovationen fördert.
Beispielsweise zeigt der Hamburger Hafen, dass der Übergang zu emissionsfreien Logistiklösungen nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch neue Arbeitsplätze schafft und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt.
Es ist an der Zeit, die Klimadebatte faktenbasiert zu führen. Mir scheint, dass die Ideologie in erster Linie von Ihrer Seite betrieben wird, indem mit hanebüchenen Argumenten Ängste bei den Bürgern geschürt werden.

Matthias Bombik

Hinter dieser Überschrift könnte sich ein fundierter Artikel über den Untergang der Solarindustrie oder der Windkraft in Deutschland verbergen, die konservative Politiker aus welchen Gründen auch immer vorantreiben. Aber weit gefehlt, es handelt sich um ein Konglomerat einer Polemik, die gegen jedwede klimaschonende Maßnahme hetzt.
Antidemokratisch wird von einer „Suppe […], die Klimaaktivisten eingebrockt haben“ geschrieben, als hätte sich nicht eine Mehrheit dafür ausgesprochen. Nach solchem Beginn hatte ich eigentlich keine Lust mehr weiter zu lesen, denn von Minderheiten, die lautstark behaupten, sie wären „Das Volk“ habe ich in letzter Zeit schon lange genug.
Ich habe aber das Geschreibsel deshalb zu Ende gelesen, weil ich das Wochenblatt gerne lese und ich wissen wollte, ob die Zeitung nun wirklich einen Aufmacher veröffentlicht, der eindeutig keinen Informations-Artikel sondern eine Meinung darstellt. Erst auf Seite 3 wird mit „Moment mal“ der Kommentarcharakter kenntlich gemacht. Aus zwei Gründen bin ich somit darüber aufgebracht: rechte Hetze und schlechter Journalismus (tief unter dem Niveau des Sonstigen).

Martin Kniß

Dieses Niveau bin ich sonst nur aus den Sozialen Medien gewohnt.
Welcher niederländische Millionär soll eine Million an die Grünen (Bundesverband? Landesverband?) gespendet haben, um den Hafenstandort Hamburg zu ruinieren? Ich konnte dazu in seriösen journalistischen Medien nichts finden. Weiterhin ist mir nicht klar, wie eine Spende an die Grünen diesem besonders schlauen Niederländer weitergeholfen haben soll, da die Initiative auf die Fridays-for-Future-Bewegung zurückgeht und sich explizit gegen die Klimapolitik der Rot-grünen Senatsmehrheit richtet. Teilen Sie Ihrer Leserschaft doch Details zu Ihrer brisanten Story mit! Sie haben leider nur "Screenshot" von Facebook(?) als Quelle angegeben. Sie werden sicherlich nicht einfach einen Screenshot Ihres Facebookfeeds gemacht haben, ohne zu überprüfen, ob tatsächlich etwas an der Geschichte dran ist, oder?
Darüber hinaus möchte ich Sie bitten, in Zukunft Ihre persönlichen Einschätzungen der Auswirkungen von Klimaschutzzielen durch z.B. (wissenschaftliche) Expertise zu untermauern. Sie hätten auch bei den Grünen in Hamburg oder beim Team des Hamburger Zukunftsentscheids nachfragen können, ob ab sofort nur noch Lastenräder auf Hamburgs Straßen gern gesehen sind und LKWs nun in Niedersachsen die letzte Ausfahrt vor den Toren Hamburgs nehmen müssen. Es hätte sicherlich viele Gesprächspartner*innen gegeben, die Ihnen gerne weitergeholfen hätten.
Denn nach dem Lesen Ihres Artikels weiß ich nun nicht mehr über die mögliche Zukunft Hamburg und des Umlandes als vorher. Ich weiß nun nur, was Sie über Menschen denken, die Warnungen der Wissenschaft ernst nehmen: Nur Schlechtes. Reiche, Lastenrad-fahrende Snobs, die in teuren Hamburger Stadtteilen wohnen und auf andere herabblicken.
Bei mir bleibt der Eindruck, dass Sie sich einfach mal so richtig schön aufregen wollten, statt über den Klimaentscheid zu berichten. Das können Sie gern so halten, aber dann wählen Sie nächstes Mal doch die Form eines privaten Facebookposts. Dann können Sie auch Ihren Umgang mit Fakten, Ihre spekulativen Zukunftsprognosen und Ihre Auswahl an Gesprächspartnern (CDU pur) beibehalten.

Nico Albrecht

Ich bin wirklich erschrocken, wie einseitig ablehnend der Autor über den Volksentscheid in Hamburg schreibt.
Er betitelt die Wähler*innen als Klimaaktivisten. „Ökologisches Moralgesetzbuch“ als Begriff für CO2-Grenzwerte.Hier wird polemisiert und polarisiert!Menschen, die für ihre Kinder eine lebenswerte Umwelt wünschen, werden als ideologisch besessen diffamiert.
Die verwendete Sprache spaltet. Diese Art Journalismus ist einseitig gefärbt und verantwortungslos und wiegelt auf. Das Titelbild ist Schwarzmalerei pur!Hamburg hat lediglich dafür gestimmt, die ohnehin verpflichtenden Klimaziele vorzuziehen. Es wird nicht der Weltuntergang eingeleitet und Massenarbeitslosigkeit ausgelöst. 15 Jahre Zeit, um klimagerecht zu wirtschaften ist eine gute Aufgabe für alle! Ein Weiter so wie bisher können wir uns nicht leisten! Genau das sagt der Volksentscheid! Wir schaffen das…wir müssen das schaffen!
Oliver Abel

Endlich schreibt mal jemand von der Presse offen aus, was viele von uns schon lange denken. Danke, dass hier nicht blind mitgerannt wird, sondern kritisch hinterfragt, was solche Beschlüsse in der Realität bedeuten.Die meisten Klima-Aktivisten arbeiten vermutlich nicht in Industrie oder Logistik – und müssen wohl auch keine Familie mit solchen Jobs ernähren. Manchmal frage ich mich wirklich, ob man vom Bio-Baumwoll-Socken-Häkeln leben kann oder wovon diese Menschen ihre Brötchen verdienen – so „klimaneutral“, wie sie es immer fordern.Wir in Niedersachsen durften beim Hamburger Entscheid ja nicht mit abstimmen, obwohl viele von uns familiäre Verbindungen in die Hansestadt haben. Ich habe sogar versucht, über solche Kontakte ein wenig Einfluss zu nehmen – aber was soll man machen gegen die Masse, die offenbar schon heute klimaneutral leben. Da bleibt einem nur noch Staunen!
Marco Warstat

Eigentlich las ich das Wochenblatt immer gerne, vor allem wegen der Informationen über Veranstaltungen und die Akteure und Engagierten in der Region. Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass Artikel (insbesondere auf Seite 1) mit extrem polarisierenden und reißerischen "Schlagzeilen" aufmachen und auch die zugehörigen Artikel sehr tendenziös berichten. Da erschien z.B. vor einiger Zeit der "Pöbel", der den Aufenthalt in der Stadt angeblich unattraktiv macht. Und nun die "(...) Ideologie, die die Industrie vertreibt" zum (zutiefst demokratischen) Hamburger Bürgerentscheid, bis 2040 klimaneutral zu werden. Von Klima-Aktivisten ist dort die Rede und einem neuen "ökologischen Moralgesetzbuch". Ist das Journalismus?? Auch wenn es dann heißt, es wäre nur ein "kritischer Blick auf den Klimaentscheid", diese Art der Berichterstattung hat nichts mit kritischer Analyse oder anständigem Journalismus zu tun. Auch wenn es sich beim Wochenblatt "nur" um eine regionale Umsonst-Zeitung handelt, erwarte ich aufbereitete Informationen, die verschiedene Blickwinkel betrachten und nicht diese Form von Populismus! Wenn Sie Ihre Leserschaft mit Meinungsmacherei vertreiben wollen - bei mir haben Sie es geschafft! Das Wochenblatt werde ich nicht mehr lesen.
Ich gratuliere den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern, die mit dem Bürgerentscheid den Mut zeigen, neue Wege zu beschreiten und sich eine Vision von der Zukunft erschaffen, anstatt so zu tun, als könne alles so bleiben, wie es ist! Da könnte sich auch eine kleine Stadt wie Buchholz eine dicke Scheibe von abschneiden.

Mirja Borgwardt-Lietz

Hinter dieser Überschrift könnte sich ein fundierter Artikel über den Untergang der Solarindustrie oder der Windkraft in Deutschland verbergen, die konservative Politiker aus welchen Gründen auch immer vorantreiben. Aber weit gefehlt, es handelt sich um ein Konglomerat einer Polemik, die gegen jedwede klimaschonende Maßnahme hetzt.
Antidemokratisch wird von einer „Suppe […], die Klimaaktivisten eingebrockt haben“ geschrieben, als hätte sich nicht eine Mehrheit dafür ausgesprochen. Nach solchem Beginn hatte ich eigentlich keine Lust mehr weiter zu lesen, denn von Minderheiten, die lautstark behaupten, sie wären „Das Volk“ habe ich in letzter Zeit schon lange genug.
Ich habe aber das Geschreibsel deshalb zu Ende gelesen, weil ich das Wochenblatt gerne lese und ich wissen wollte, ob die Zeitung nun wirklich einen Aufmacher veröffentlicht, der eindeutig keinen Informations-Artikel sondern eine Meinung darstellt. Erst auf Seite 3 wird mit „Moment mal“ der Kommentarcharakter kenntlich gemacht. Aus zwei Gründen bin ich somit darüber aufgebracht: rechte Hetze und schlechter Journalismus (tief unter dem Niveau des Sonstigen).
Martin Kniß 

Redakteur „jd“ verdient öffentliches Lob.Er hat die gängigen Argumente grgen eine ambitionierte Klimapolitik auf den Begriff gebracht. Da geht es eben nicht nur um erwartbare Arbeitsplatzverluste und drohende Deindustrialisierung - es geht vielmehr auch um (wörtlich!) „ideologische Ökorepressalien“ und um die Durchsetzung eines „ökologischen Moralgesetzbuches“. Gut gebrüllt! Da fehlt eigentlich nur noch der dezente Hinweis auf die unerträgliche linksliberale fake-Propaganda in Sachen Klimawandel und ihre Unterstützung durch eine irregeleitete Wissenschaft. Alles ist eben „Meinung“ - und die ist ja schließlich grundrechtlich geschützt. Amen.
Wilfried Gerhard

Ihr scharfsinniger Kommentar zum Hamburger Klima-/Zukunftsentscheid war erfrischend ehrlich und besser als die sonstigen idealisierten Texte im Wochenblatt.
Ein Schönheitsfehler bleibt jedoch aus Sicht eines Beamten.
Nicht die Angestellten und Beamten des „meist warm und sicher sitzenden“ öffentlichen Dienstes bilden „die jubelnde alternative Szene in Ottensen oder die Schickeria in Eimsbüttel“ ab, wie Sie schreiben. Viele von ihnen wohnen im Hamburger Umland und müssen „täglich in aller Frühe mit dem Metronom oder der S-Bahn zur Arbeit - und dabei immer wieder aufs neue hoffen, dass der Zug pünktlich fährt“. Sie können sich weder eine Wohnung, geschweige denn eine Immobilie in Hamburg leisten.
Es wird sich eher um die ‚üblichen Verdächtigen‘ aus der roten Flora, der
Parteien/Gewerkschaften und der Klimaszene gehandelt haben; die 23% der wahlberechtigten Hamburger, die dem zustimmten. 
Heiko Stroth 

Artikel schreiben - ohne an die Folgen zu denken: Der einseitige, polemische und zuteilen fast schon hetzerische Kommentar von Herrn Dammann zum Hamburger Zukunftsentscheid malt ein düsteres Bild: Industrieflucht, Arbeitsplatzverlust, Verkehrschaos und eine angebliche „Lastenradzone“ Hamburgs. Was bei der rein emotionalen Auseinandersetzung leider auf der Strecke bleibt, ist die sachliche Ebene des Themas. Klimapolitik wird hier nicht als notwendige Antwort auf eine reale Krise verstanden, sondern als ideologisches Projekt einer kleinen Minderheit verspottet.
Der Klimawandel ist keine Meinung, sondern eine Tatsache. Und die Verpflichtung Hamburgs, bis 2040 klimaneutral zu werden, ist kein Ausdruck von Weltfremdheit, sondern von Verantwortung. Niemand plant, Industrie oder Hafen stillzulegen. Es geht darum, Emissionen zu senken, Energie effizienter zu nutzen und Wirtschaft und Verkehr schrittweise umzubauen. Viele Unternehmen investieren längst selbst in CO₂-arme Technologien, weil sie wissen, dass Nachhaltigkeit künftig zur Wettbewerbsfähigkeit gehört.
Die Behauptung, Klimaschutz führe zwangsläufig zur Deindustrialisierung, ist schlicht falsch. Gefährlich wird es nicht, weil wir handeln, sondern wenn wir es nicht tun. Dann verlieren wir Innovationen, Investitionen und am Ende weit mehr Arbeitsplätze als durch jede Klimaschutzmaßnahme.
Auch die Gegenüberstellung von Hamburg und dem niedersächsischen Umland greift zu kurz. Stadt und Region sind wirtschaftlich und ökologisch eng miteinander verbunden. Saubere Luft, bessere Mobilität und neue Technologien nützen am Ende allen – nicht nur den „Klimafreunden“.
Kritik an politischen Entscheidungen ist wichtig. Aber wer Klimaschutz als „ökologische Repression“ diffamiert, trägt nicht zur Lösung bei, sondern vertieft nur Gräben. Hamburg verdient eine ehrliche Debatte darüber, wie Klimaneutralität sozial und wirtschaftlich machbar ist – nicht den Spott über jene, die Verantwortung übernehmen wollen.

Lutz Hüsken

Zu Besuch bei meinen Eltern auf dem Land fiel mir Ihr Blatt mit dem Leitartikel zum Hamburger Klimaentscheid in die Hand. Abgesehen davon, dass der Artikel wohl besser in einer Rubrik „Meinung“ aufgehoben gewesen wäre, bin ich - vorsichtig ausgedrückt - irritiert über den unsachlichen, ja unseriösen Stil, mit dem Sie hier Menschen zwischen Stadt und Land versuchen zu spalten, Ängste schüren und zugleich rechtspopulistischen Narrativen und Feindbildern („Klimaaktivisten“, „ideologisch geprägte Ökorepressialien“, „neues ökologisches Moralgesetzbuch“ etc.) Vorschub leisten. Auch scheinen Sie sich an einigen Stellen unzureichend über den Klimaentscheid informiert zu haben (die Wärmedämmung wird keinen Einfluss auf die Mietpreise in Hamburg haben) und ordnen eine abgebildete Äußerung aus den sozialen Netzwerken nicht ein (es gab keinen niederländischen Spender für den Klimaentscheid), so wie es von seriösem Journalismus zu erwarten wäre.
Klimaschutz wurde jahrzehntelang politisch verschlafen, bzw. von fossilen Akteuren verhindert. Wir sind bereits zu spät und können nur noch das Allerschlimmste verhindern. Das sind die Fakten. Das ist Physik und hat mit Ideologie rein gar nichts zu tun.
Wir brauchen jetzt Mut und keine Angst vor Veränderung. Wir brauchen jetzt Taten und kein weiteres Warten. Und wir schaffen es nur gemeinsam. Tun wir uns also doch zusammen, denken wir die Welt neu und gestalten wir die Zukunft! Auch der Landkreis Harburg hat das Ziel, bereits 2040 klimaneutral zu sein. Vielleicht schließen sich weitere Nachbarkreise einfach an?

Annette Willand

Ich schätze das Wochenblatt in seiner sachlichen, neutralen, differenzierten Darstellung im lokalen Bereich. Mit dem oben genannten Artikel hat sich diese Zeitung offenbar einen zu großen
Schuh angezogen. Sich mit einem so komplexen Thema zu beschäftigen, sollte man Medien überlassen, die die sachspezifische Kompetenz aufweisen. Nicht nur daran fehlt es Ihrem Auror.
Ganz nebenbei: Die Größe „BRT“ ist kein Gewichtmaß, sondern eine Raumgröße ( 1BRT =2,832 cbm), in der in früheren Jahren auschließlich die Größe eines Schiffes vermessen wurde, niemals
die von Ladungsstücken. „BRT“ würde ersetzt durch die neue Vermessungsformel „“BRZ“.
Der obengenannte Artikel trieft von Polemik, wie man ihn von Ihrer Zeitung nicht erwarten sollte.
Auf den Inhalt im Einzelnen einzugehen, lohnt sich nicht. Hamburg weist mit seiner Wirtschaftspolitik mit Unterstützung seiner Bürger einen Weg, wie in einem relativ großen Zeitfenster (2040) alte Strukturen in innovative umgestaltet werden sollten.
Es könnte durchaus sein, dass in den Konkurrenzhäfen nicht die Sektkorken aus Anlass des Hamburger Endscheids knallen, sondern dass im Gegenteil die roten Warnleuchten blinken.
„Hamburg packt die Sache an, wir müssen uns warm anziehen“. Düstere Polemik kommt auch von Politkern des Hamburger Umlandes.
Wolfgang Benezé

Der polemische Leitartikel „Wenn Ideologie die Industrie vertreibt“ ist doch sehr daneben. Der Volksentscheid in Hamburg bedeutet nur, dass das Klimaziel „CO₂ neutral“ um fünf Jahre vorgezogen wird, sprich: „kommt in die Socken!“. Warum das ganze Geschrei?
Ich kann nicht erkennen, dass ein aus Niedersachsen kommender Diesel-LKW nicht mehr in den Hamburger Hafen fahren darf, wenn Hamburg CO₂-frei ist. Es gibt genug Fläche auf der Erde, die zum Ausgleich wieder aufgeforstet werden kann.
1970 hieß es „Klima-Katastrophe“, heute heißt es Klima-Wandel, gerne noch mit dem Zusatz „natürlicher“. Es gab das Klimaziel max. +1,5°C gegenüber einem Datum in der Vergangenheit. Die +1,5°C wurden in 2024 überschritten und rückwärts geht es nimmermehr. Optimistische Prognosen nennen heute max. +3°C, die mit Sicherheit auch überschritten werden. Das Klimasystem der Erde ist selbstverstärkend, ohne dass genau bekannt ist wie. Wenn ich als Ingenieur den Verlauf des Temperaturanstieges der letzten 100 Jahre beurteilen müsste - unter +4,5°C stationär mehr geht es gar nicht. Eine Erde die stationär 3°C ( oder gar 4,5°C ) wärmer ist, sieht vollkommen anders aus. Dahinter verschwinden alle in dem Artikel genannten Problemchen in der Bedeutungslosigkeit.
António Guterres nennt die aktuelle Situation: „Mit Vollgas gegen eine Betonwand fahren!“
„Kommt in die Socken“ kann heißen:  

  • z.B. beim erwähnten Metronom „bringt das System endlich auf die Reihe“ u.A. indem ein Premium-Kunde ( Pendler ) Vorrang vor einem ICE hat, oder dass am besten gleich ein S-Bahn Gleis mindestens bis Tostedt gebaut wird. 
  • baut keine neuen fossilen Gaskraftwerke und lasst keine regenerativ erzeugbare kWh mehr ungenutzt, wie es z.B. am 26.10.2025 in dem Sturm geschehen ist und sehr sehr oft geschieht, wenn die Erzeuger-Strompreise mal wieder negativ sind.
  • die Ärmel hochkrempeln, aufhören zu jammern, sinnvoll positiv kreativ denken.
  • seit nicht rückwärtsgewandt.
  •  zu lernen, die solare Energie, für alles was wir tun wollen, zu nutzen, denn das geht mit Sicherheit.
  • Solare Energie ist kostenlos, unpolitisch, nicht korrupt, demokratisch, fair, für alles Leben auf der Erde unerschöpflich vorhanden und CO2 frei! „Kommt endlich in die Socken, es ist schon sehr sehr spät.“

Dieter Frey

Gegen diese Schlagzeile möchte ich meine Schlagzeile setzen: „Die Klimakatastrophe verniedlichen - ohne an die Folgen zu denken.“ Wenn wir in einigen Jahren am Hitzschlag sterben u/o verdursten u/o verhungern u/o keine saubere Luft mehr zum atmen haben – Hauptsache, dass wir bis dahin einen Arbeitsplatz hatten! Wenn wir umgeben sind von Lärm, Dreck, Asphalt, Beton, wenn es keine Bäume mehr gibt, keine wilden
Tiere, keine Blumen, wenn wir alle leiden und depressiv sind von unserer zerstörten Umwelt – Hauptsache, dass wir einen Arbeitsplatz haben! Klimaschutz, Ressourcenschutz, Umweltschutz, Naturschutz, Artenschutz – all das ist KEIN Luxus, sondern die BASIS unseres Überlebens. Was hat die Elbvertiefung für den Hamburger Hafen gebracht? Was hat sie der Elbe gebracht? Sie selbst, Herr Dammann, haben am 9.10. darüber berichtet (90% der Fische sind weg). Sehen Sie keinen Zusammenhang? Von wegen Zusammenhänge nicht erkennen: Da berichten Sie von der herzigen Rettungsaktion für einen Kranich, der "unerklärlicherweise" irgendwo im Wasser herumsaß. Und ein paar Seiten später berichten Sie über die Vogelgrippe, die sich v.a. unter Kranichen breitmacht.
Wir ordnen ALLES der Wirtschaft unter. Auch unsere Lebensgrundlage. Und wenn dann mal jemand sagt, halt, nein, wir wollen vorangehen auf dem Weg gegen den kapitalistischen Selbstmord, dann wird der verprügelt. Übrigens haben die bösen Umweltschützer diesen Rückgang der Fische vor Jahren, vor der Elbvertiefung, prophezeit und wurden dafür geprügelt. Aber der Hamburger Hafen muss ja für die Megafrachtschiffe erreichbar sein, koste es, was es wolle. Gruß an CDU-Frau Butter: 30 km/h ist sowieso schon die durchschnittliche Geschwindigkeit in Großstädten. Nicht nur meine Erfahrung, sondern in
zahlreichen Studien nachgewiesen. Bei Tempo 30 würde der Verkehr verstetigt, weniger Stau, weniger Lärm, weniger Spritverbrauch (bremsen, anfahren), weniger Unfälle insb. mit Radfahrern und Fußgängern – alles längst bekannt. Gut, dass wenigstens Landrat Rempe den Schuss gehört zu haben scheint. Sehen wir es doch mal positiv: Wenn wirklich Unternehmen aus HH abwandern, vielleicht lassen sie sich dann in der Region nieder? Dann müssen nicht mehr so viele Leute jeden Tag nach HH reinpendeln, sondern können in der Nähe ihres Wohnortes arbeiten – wäre doch super! Und wenn die Unternehmen an ihrem neuen Standort gleich moderne, saubere Technologien einsetzen, umso besser! Bei Texten wie diesem fällt mir dies ein: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Grit Lory

Nun, liebe Wochenblatt-Redaktion, haben Sie endgültig das Niveau der Bild-Zeitung erreicht. Eine plumpe Meinungskolumne als redaktionellen Artikel zu tarnen ist allein schon kein Zeichen anständigen Journalsimus', aber das (wissenschaftlich eindeutig belegt) notwendige Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft eine "Ideologie" zu nennen, geht in der Beleidigung des Intellekts der Leser entschieden zu weit. Es mag ja Menschen geben, denen diese Unterschiede nicht ganz so geläufig sind. Für genau diese Leser aber tragen Sie, wie alle Medienschaffenden, Verantwortung! Ich erinnere Sie auf diesem Wege daran, weil ich Ihnen einfach keine böse Absicht unterstellen möchte.
Philip Meier

Hamburg hat am 12.Oktober per Volksentscheid beschlossen, den Status der Klimaneutralität 5 Jahre eher, also 2040, zu erreichen. Grundlage für die Initiative waren die Aussagen des Hamburger Klimabeirates, einem aus 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bestehenden unabhängigen Expertengremiums, das dem Hamburger Senat mangelnde Dynamik und Transparenz bezüglich seiner Klimaschutzziele attestierte. Das mit diesem Vorhaben Interessenkonflikte einhergehen, die natürlich auch das Hamburger Umland mit einbeziehen, steht außer Frage.
Der Artikel des Wochenblattes trägt leider weniger zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema bei, als dass er durch ideologisch gefärbte und polemische Formulierungen die gesellschaftliche Spaltung weiter vertieft. Wenn Herr Dammann von „ideologisch geprägten Öko-Repressalien“ spricht oder die Befürworter der Initiative pauschal als „Schickeria in Eimsbüttel“ bezeichnet, dann sind das keine Argumente, sondern polemische Abwertungen. Die entgegengesetzte eigene Meinung als „Gesunden Menschenverstand“ zu titulieren und damit komplexe Sachzusammenhänge grob zu vereinfachen, erinnert ebenfalls stark an rechtspopulistische Argumentationsmuster. Auch der Hinweis, die meisten Unterstützer seien „warm und sicher im Öffentlichen Dienst“ beschäftigt, ist unbelegt und lenkt von der eigentlichen Frage ab: Wie kann Hamburg – sozialverträglich, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch notwendig – klimaneutral werden?
Ein verantwortungsvoller Journalismus sollte informieren, differenzieren und Hintergründe aufzeigen, anstatt mit Schlagworten und Unterstellungen Emotionen zu schüren. Gerade bei einem Thema von solcher Tragweite ist eine sachliche und ausgewogene Berichterstattung dringend nötig. Hätte ich das Wochenblatt abonniert, würde ich nun kündigen.
Henry Holst

Der Hamburger Entscheid zur vorgezogenen „Klimaneutralität“ birgt viele Ungewissheiten. Eine hohe Belastung der Stadt ist der immer weiter zunehmende Verkehr. Schmerzhafte Einschränkungen sind unter Umständen zu erwarten, wie z.B., Fahrverbotszonen, Pendlereinschränkungen, Berechtigungsetiketten, Verbot von Verbrennerfahrzeugen, etc..
Was die gesamte deutsche Infrastruktur belasten würde, wäre eine Limitierung jedweder Form des Durchgangsverkehrs durch das schon ohnehin überlastete „Nadelöhr“ Elbtunnel.
Von daher sollten die Planer der überregionalen Strecken der östlichen- und westlichen Elbquerungen im Bereich B-404/A-39 und des Glückstädter Querung ihre Vorhaben kräftig aktivieren.
Hans Dieter Müller

Mit Fassungslosigkeit habe ich Ihren o.g. Artikel zur Kenntnis genommen. Das ist kein journalistischer Beitrag, sondern Polemik. Die dramatisierende Rhetorik – etwa „Ökorepressalien“, ein „ökologisches Moralgesetzbuch“ und der vermeintliche „Wegzug des gesunden Menschenverstandes“ – zeigt, dass hier nicht informiert wird, sondern ein propagandistisches Zerrbild eines angeblich zum Stillstand verurteilten Wirtschaftsraums Hamburg und Umland gezeichnet werden soll. Solche Zuspitzungen gehören, wenn überhaupt, in die Kommentarspalte – nicht auf die Titelseite einer Zeitung.
Inhaltlich befeuern Sie das leider weit verbreitete Narrativ, dass Wirtschaft und Klimaschutz einander ausschließen. Das Gegenteil ist richtig: Eine Wirtschaft, die Umweltzerstörung als Teil des Geschäftsmodells fortsetzt, gefährdet ihre eigene Zukunftsfähigkeit. Die Kosten der Klimakrise – von Extremwetter bis Lieferkettenrisiken – bedrohen unseren Wohlstand weit stärker als entschlossener Klimaschutz. Wer das Klima von morgen zugunsten kurzfristigen Wohlstands opfert, handelt nicht nur kurzsichtig, sondern auch egoistisch gegenüber den kommenden Generationen.
Ebenfalls problematisch ist die Herabwürdigung der Wählerinnen und Wähler eines basisdemokratischen Prozesses. Sie reduzieren die Mehrheit des Hamburger Volksentscheids auf vermeintliche „Szenebezirke“, „Schickeria“ und Angestellte im öffentlichen Dienst und bemängeln, dass nicht alle Betroffenen hier mitentscheiden durften. Natürlich haben Hamburgs Klimaziele wirtschaftliche Auswirkungen im niedersächsischen Umland – das liegt in der Natur politischer Entscheidungen in einer vernetzten Region. Die demokratische Legitimität eines Volksentscheids wird dadurch jedoch nicht geschmälert. Demokratie endet nicht dort, wo Entscheidungen über den eigenen Tellerrand hinauswirken.
Der gesamte Artikel hat mit verantwortungsbewusstem Journalismus nichts zu tun und überschreitet gleich drei rote Linien: Er ersetzt Information durch Meinung, eine inhaltliche Analyse durch Alarmismus und demokratische Legitimation durch Häme. Ein solches Vorgehen untergräbt die Glaubwürdigkeit einer Zeitung – auch wenn sie kostenlos verteilt wird.

Andreas Teich

Es ist schon verwunderlich mit welchem Verve weisse alte Männer, oder wie meine Kinder sagen würden, Boomer, versuchen ihre Recht auf Verpestung der Umwelt verteidigen. Die offensichtliche Urangst, keine stinkenden Autos mehr fahren zu dürfen, mündet in der apokalyptischen Vision von zwanghaften Nutzungen von Lastenräder und unterfinanzierten öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Ganze wird begleitet von Untergangsszenarien für den Hamburger Hafen und dessen Industrie. Aber gleichzeitig wird darüber geklagt, dass die stinkenden LKWs Niedersachsen weiterhin verpesten und die doch für die freie Fahrt für freie Bürger reservierten Strassen verstopfen dürfen. Diese krude Mischung aus Populismus und Fake News gipfelt in der Unwissenheit, dass Niedersachsen einfach, ohne die Nachbarn zu fragen, Klimaneutralität bis 2040 schon im Mai beschlossen hat. Oder wurde das nur ignoriert, damit man(n) sein Weltbild nicht überdenken muss?
Manfred Lebmeier

Tja, wenn man diese "Arbeitsplatzkarte" zieht – ohne sich Gedanken um zukünftige Generationen, zukünftiges Leben zu machen... Hauptsache die Wirtschaft läuft weiter wie bisher,. Tja, wenn das Wenn und das Aber auf „facebook“ stünde, wäre im Internet weniger Sünde... Wenn die KI nicht so viel Strom verbräuchte, wäre manch ein Genie gar keine Leuchte. Tja, wenn man doch bloß zur Schickeria gehörte oder Aktivist in Ottensen, ohne Schamesröte. Tja, wenn Medienstadt Hamburg immer noch Medienstadt wär, wär' man Publizist, und sehr populär. Und wenn der Hamburger Hafen bloß 'n Tiefseehafen wär, wär Hamburg 'n Glas, dass niemals halb leer, wäre dann die Klimaerwärmung ganz leicht, wär bei Ebbe das Wasser im Hafen nicht seicht, wär Bremerhaven vielleicht nicht der Ort zum Verwechseln mit dem Jade-Weser-Port.
Wär das Klima nur Wetter, wär'n die Leute viel netter, würden sich vielleicht kümmern und nicht mehr verschlimmern – die Zukunft.

Julia Tünnecke

Nun, der Hamburger Volksentscheid war ja ein Lehrstück in Sachen Demokratie.
Wenn Jörg Dammanns Prognose zutrifft, stimmten die für den Volksentscheid, die entscheidende Positionen in Forschung, Lehre, Wirtschaft und Kultur besetzen. Also die Zukunft gestalten.
Die Menge, die nun jammert, tat genau das, was sie immer tut.
Nichts....
Und genau diese Menge hat anscheinend nicht verinnerlicht, dass SIE es in der Hand hatte, die Zukunft zu gestalten. Nun meine Prognose: Die Masse der Menschen wird weiterhin meckern und mitlaufen, statt kreativ an Deitschlands Zukunft zu werken. Schade.
Sven Brauer

Ich möchte Ihre Überschrift wie folgt verändern: "Klimaziele missachten - ohne an die Folgen zu denken" können wir uns das leisten?
Die Ahrtalflut, steigender Meeresspiegel, häufigere und stärkere Sturmfluten, Orkane, die Schneisen in unsere Wälder schlagen, um nur einige Extremwetterereignisse zu nennen. Wie lange wollen wir noch zuschauen, ohne zu handeln?
Ich habe 2008 in El Salvador die Folgen des Klimawandels gesehen: ausgedörrte Böden, vertrocknete Pflanzen auf den Feldern, kümmerliche Rinnsale, die einst starke Flüsse waren. Und wenn dann endlich Regen kommt - oft sintflutartige Regengüsse - kann der trockene Boden das Wasser nicht aufnehmen. Es bilden sich reißende Ströme, die Menschen, Tiere,
Häuser, einfach alles mitnehmen.
Die Menschen dort wissen, dass dies eine Folge des Klimawandels ist, den sie nicht verursacht haben. Ursache ist unser Lebensstil, die Industrialisierung, deren Folgen wir erst jetzt langsam auch bei uns im klimatisch bevorzugten kühleren Norden spüren. Wann wollen wir handeln? Wollen wir warten, bis wir einen Kipppunkt erreichen, einen "point of no return",
wenn Naturereignisse nicht mehr vorhersehbar, nicht mehr zu beeinflussen sind und wir ihnen hilflos ausgeliefert sind. Der Erde wird es besser gehen ohne den Menschen. Die Erde braucht den Menschen nicht, wir brauchen die Erde.

Barbara Kurzeck 

Wer ist dem Verfasser des Artikels mit dem Lastenfahrrad über den Fuß gefahren? Und ist dies Grund genug, die Klimabewegung zu diffamieren und als Feindbild darzustellen? Der Verfasser des Artikels ist derjenige, der genau das macht, was er anderen unterstellt, nämlich Ideologie verbreiten, indem er mit einem Phantasiegebilde an Unterstellungen arbeitet. Der Verfasser fragt nicht nach Gründen, sondern verbreitet blanke Propaganda, er agitiert! Im Übrigen: Warum spricht man von den Regionen, die Hamburg umgeben vom SPECKGÜRTEL? Wer profitiert da von wem? Und ist es das wert, sich dies gegenseitig vorzuwerfen? Ist dies konstruktiv?
Ich werde den Artikel aufbewahren. Dann schauen wir mal zu gegebener Zeit, was von dieser üblen, hasserfüllten Schwarzmalerei als Substanz übrigbleibt. Darauf freue ich mich schon heute!

Barbara Köpcke 

Möchte Herr Dammann die Realität der Klimaerwärmung leugnen und nach Trumpschem Vorbild eine Art MAGA für den Landkreis Harburg gründen und demnächst Mützen vertreiben mit dem Logo KHF (Kreis Harburg First)?
Den Artikel von Herrn Dammann im Wochenblatt vom 25.10.2025 finde ich höchst ärgerlich, weil er von jeder Sachkenntnis ungetrübt scheint und nur die üblichen populistisch gefärbten Ressentiments zur Klimafrage bedient. Zu behaupten, dass – nach dem Hamburger Klimabeschluss - jeder denkende Mensch zusammen mit großen Teilen der Wirtschaft demnächst Hamburg verlassen und dorthin umziehen wird „wo die Wirtschaft nicht unter ideologisch geprägten Ökorepressalien leiden muss“ ist unglaublich. - Welche Laus ist Ihnen denn über die Leber gelaufen, Herr Dammann? Zur Erinnerung: Das Problem des Klimawandels ist wissenschaftlich anerkanntermaßen so groß, dass die Mehrheit der Länder dieser Erde sich Gedanken über die Verringerung der Treibhausgase machen, damit Leben in der Zukunft nicht zu sehr eingeschränkt wird.
Deutschland und die EU haben in diesem Zusammenhang das Ziel, bis 2045 den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen zu verringern, um klimaneutral zu werden.
Hamburger haben in der Abstimmung deutlich gemacht, dass sie verstehen welche Folgen der Klimawandel mit zunehmender Erderwärmung und ansteigendem Meeresspiegel hat, daher stimmten sie dafür, in den kommenden 15 Jahre alles zu tun, um dem entgegen zu wirken. Wie im selben Wochenblatt zu lesen ist, sieht Landrat Rainer Rempe durchaus Synergieeffekte, da auch der Landkreis die Senkung des CO2 Ausstoßes bis 2040 anstrebt. 

Helene Bünau

Hamburger Zukunftsentscheid: Hier wurden Klimaziele gesetzt, ohne an die Folgen zu denken
Redakteur:

Leonie Lange aus Buchholz

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.