Schüler gegen Elterntaxis an der Wiesenschule
Muss erst etwas passieren?
- Die Grundschüler der Wiesenschule machten morgens auf die Gefahren der Elterntaxis aufmerksam
- Foto: Koelln
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Die Buchholzer Wiesenschule liegt fast romantisch, in einer ruhigen Wohngegend, am Ende einer winzigen Sackgasse, in der es kaum eine Handvoll Anlieger gibt. Ein idealer Standort für eine Grundschule, damit die Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sicher und gesund ihren Schulweg bestreiten können. Am Beginn der Sackgasse Wiesenweg ist eine Kirche, mit der ein Agreement geschlossen wurde, dass die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen (müssen), dort ihre Kinder verabschieden. Diese haben dann noch rund einhundert Meter Schulweg. "280 Kinder gehen zu Fuß, aber die Eltern von 20 Kindern gefährden alle anderen!" empört sich eine Mutter. Denn einige unbelehrbare Eltern sind wirklich der Meinung, mit dem Fahrzeug in die kleine Sackgasse fahren zu müssen, um ihre Kinder möglichst dicht an die Klassenzimmertür bringen zu können. Und fahren dann eben diese kleine Straße wieder zurück, Begegnungsverkehr mit den anderen Elterntaxis inklusive. "Es ist morgens zappenduster, die Kinder sind klein, können kaum über die Autos schauen!" so die Mutter weiter, die als Konsequenz täglich ihr Kind zu Fuß zur Schule begleitet, "Die Polizei hat hier auch schon kontrolliert, hat aber letztendlich kapituliert."
Und selbst, als die Schulleitung höchstpersönlich auf der Straße stand, um die Eltern noch einmal zu Bitten, nicht in diese Straße zu fahren, wurden sie von völlig uneinsichtigen Eltern angepöbelt, dass dies eine öffentliche Straße sei und sie ein Recht hätten, hier hinein zu fahren.
Selbst Aktion der Grundschüler blieb ohne Erfolg
Nun wurden die Schüler selbst aktiv: Schüler des Schülerrates haben mit Unterstützung von Eltern und Lehrern eine morgendliche Aktion gestartet, um deutlich zu machen, dass der Wiesenweg in Richtung Schule nicht befahren werden darf. Alle Eltern, die auf dem Kirchparkplatz hielten, um ihre Kinder an der Schule abzusetzen, bekamen einen Dankeschön-Flyer und Schokolade.
Die Plakate hingegen wurden dort hochgehalten, wo die Kinder regelmäßig gefährdet werden, um die Eltern zum Nachdenken zu bewegen.
Lehrerin Mira Kölln war nach der Aktion mehr als nur enttäuscht: "Die Eltern ließen sich von den Plakaten leider nicht beeindrucken, fuhren zum Teil sogar ohne Licht und zeigten keinerlei Anzeichen von Einsicht. Unser Fazit ist, dass sich leider jeden Morgen die gleichen Eltern weiterhin über das Verkehrszeichen "Durchfahrt für Kraftfahrzeuge verboten" hinwegsetzen und so gerade in der dunklen Jahreszeit etliche Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, gefährden."
Die Mutter hofft weiterhin, dass die Eltern zur Vernunft kommen, bevor etwas passiert.
Polizei will erneut das Gespräch suchen
Polizei und Verkehrsbehörde wollen nun - nach Hinweis des WOCHENBLATTES - die Situation wieder beobachten und das Gespräch mit Schulleitung und Eltern suchen. Auch wird es in der nächsten Zeit möglicherweise morgendliche Kontrollen durch die Polizei geben. Aber auch sie kann nur an die Vernunft der Eltern appellieren, denn rein rechtlich dürfen die Eltern tatsächlich bis direkt vor die Schule fahren, denn das "Anlieger frei"-Schild erlaubt dies.
Und für Kinder ist es viel schöner, morgens einmal frische Luft zu schnappen, bevor es in die Klassenräume geht, ein paar Minuten Bewegung zu haben und Zeit, mit den Freunden zu erzählen.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.