Debatte um Ostumgehung neu entfacht
Nadelöhr Canteleubrücke
- Arbeiten unter der Brücke
- Foto: pm
- hochgeladen von Pauline Meyer
Wer derzeit in Buchholz unterwegs ist, braucht Geduld, besonders auf der Canteleubrücke. Die einzige leistungsfähige Verbindung über die Bahntrasse zwischen Norden und Süden der Stadt ist seit dem 3. Juli halbseitig gesperrt. Eigentlich hätten die Arbeiten bis zum 13. August abgeschlossen sein sollen, doch daraus wird nichts (das WOCHENBLATT berichtete)
Wie ist der aktuelle Stand?
In den vergangenen Wochen wunderten sich viele Autofahrer und Anwohner über die scheinbar brachlegende Baustelle, auf der nur selten Arbeiter zu sehen waren. Das WOCHENBLATT hat nachgefragt: Wie der Landkreis Harburg auf Nachfrage erklärte, seien, nach dem Rückbau der Übergangskonstruktion am nördlichen Widerlager, größere Betonschäden festgestellt worden, als zuvor angenommen. Zwar habe man Betoninstandsetzungen bereits eingeplant, jedoch nicht in dem nun erforderlichen Umfang. Spezialisierte Firmen seien in der Sommerzeit zudem schwer verfügbar.
- Die Schaltung der Baustellenampel auf der Canteleu-Brücke wurde in dieser Woche angepasst, um lange Rückstaus zu verhindern
- Foto: pm
- hochgeladen von Pauline Meyer
Die Stemmarbeiten seien inzwischen weitestgehend abgeschlossen, man warte nun auf die Einschaler, um den abgetragenen Beton zu ersetzen. Besonders heikel sei der Bereich unterhalb der Führungsschiene, wo nur zehn bis 15 Zentimeter schmaler Beton entfernt werden durfte, um die Spannköpfe der Bewehrung nicht zu beschädigen. "Zusätzlich wird neue Bewehrung in den freigestemmten Bereichen eingebaut und zur Stabilisierung/Sicherung werden Anker in den Beton eingearbeitet", erklärt Pressesprecherin Katja Bendig.
Einen neuen Zeitplan gebe es derzeit noch nicht, so Bendig weiter. Die zusätzlichen Kosten würden grob auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt. Immerhin ist die Programmierung der Ampelanlagen an den Kreuzungen Lüneburger Straße/Soltauer Straße sowie Soltauer Straße/Kirchenstraße/Adolfstraße durch die Verkehrsbehörde genehmigt und angeordnet worden. Diese Maßnahme soll, pünktlich zum baldigen Ferienende, lange Rückstaus verringern. Die Umsetzung soll bis Freitag dieser Woche erfolgt worden sein.
Die Canteleubrücke ist Teil der Kreisstraßen 28 und 83 und seit Mitte der 1970er Jahre in Betrieb. Sie gilt als unverzichtbare Verbindung für den täglichen Pendel- und Rettungsverkehr zwischen den südlichen Ortschaften, darunter Hanstedt, Jesteburg oder Handeloh, und der Innenstadt. Sollte sie ausfallen, wäre eine sichere Versorgung dieser Gebiete kaum gewährleistet. Die aktuelle Baustelle macht deutlich, wie stark Buchholz auf diese Verbindung angewiesen ist.
Ostumgehung erneut im Fokus
Die Engpässe auf der Brücke haben die Diskussion um eine östliche Umfahrung, den sogenannten Ostring, neu entfacht. Befürworter – darunter die CDU Buchholz, Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse und die Feuerwehr – argumentierten, die Nord-Süd-Achse sei auch ohne Baustellen überlastet. Die Ostumgehung könne die Innenstadt entlasten und städtebauliche Entwicklung im Süden ermöglichen. Röhse betonte in einem früheren Statement, die Umfahrung sei „schon heute zwingend erforderlich“ und werde im Zuge neuer Baugebiete noch wichtiger. Auch Stadtbrandmeister André Emme sehe Vorteile: Der Standort des Gerätehauses sei in den 1980er Jahren wegen der geplanten Ostumgehung gewählt worden. Zu Stoßzeiten hätten Einsatzkräfte inzwischen Schwierigkeiten, das Gebäude rechtzeitig zu erreichen.
Die Bürgerinitiative Ost lehnt das Projekt ab. Unter anderem rechne sie mit Baukosten von rund 100 Millionen Euro und halte die Straße für entbehrlich, da der Verkehr abnehme. Für viele Pendler und Anwohner sei hingegen das Gegenteil offensichtlich: Die aktuellen Staus belegten, dass das Verkehrssystem längst an seine Grenzen stoße.
Der Landkreis bereite derzeit die europaweite Ausschreibung für ein Planungsbüro vor. Auch ohne Klagen werde ein Baubeginn nicht vor 2030 und eine Fertigstellung kaum vor 2035 erwartet. Bis dahin bleibe die Canteleubrücke für Buchholz unverzichtbar – und ihre Sanierung eine Belastungsprobe für die ganze Stadt.
Was halten Sie, liebe Leserinnen und Leser, von der Ostumgehung? Ist sie für Buchholz längst überfällig, sind Sie gegen die Umgehung oder bevorzugen Sie eine Teilvariante. Diese könnte auf der geplanten Strecke von Norden aus kommend aus der Ortschaft Vaensen im ersten Schritt bis zur Bendestorfer Straße führen. Das könnte zu einer ersten Entlastung der hochbelasteten Hamburger Straße bis zur Kreuzung Bendestorfer Straße führen und zum anderen den Weg zum Sportzentrum am Holzweg erleichtern.
Beteiligen Sie sich an der Umfrage!
- Die Skizze zeigt den möglichen Verlauf einer Umgehungsstraße im Osten von Buchholz
- Foto: MSR
- hochgeladen von Oliver Sander
Statement der CDU
Positionierung „Ostring“ (Östliche Umfahrung)
Zentrales Problem des Buchholzer Straßennetzes ist, dass vier Kreisstraßen auf der Nord-Süd-Achse zusammentreffen. Buchholz braucht dringend eine Lösung für den Dauerstau auf der wichtigen Nord-Süd-Achse von der Soltauer Str, der Canteleubrücke, der Kirchenstr und der Hamburger Str.
Die täglichen Rückstaus an der völlig überlasteten Kreuzung Bendestorfer Str. Hamburger Schützenstr müssen ein Ende haben.
Die Canteleubrücke ist die einzige leistungsfähige Überquerung der Bahntrasse für Kfz und Rettungsfahrzeuge zwischen den Süden und dem Norden von Buchholz. Durch die aktuelle Sanierung und einspure Befahrung wird nochmals deutlich, welche Bedeutung die Brücke für Buchholz und die Ortschaften südlich von Buchholz hat. (Hanstedt, Jesteburg, Inzmühlen, Handeloh, Schierhorn, usw.).
Die Canteleubrücke, Teilstück der K 28 und K83, ist Mitte der siebziger Jahre (1973) als Spannbetonbrücke gebaut worden. Sollte die Canteleubrücke aus Gründen nicht passierbar sein, wäre die Versorgung der Bevölkerung im südlichen Teil von Buchholz nicht mehr sicher zu stellen. Eine für Buchholz notwendige Wohnbebauung im Süden ist bei der verkehrlichen Belastung des Straßennetzes nicht umsetzbar.
Buchholz als Mittelzentrum im Landkreis Harburg braucht dringend zur Lösung seiner Verkehrsprobleme eine leistungsfähige Kreisstraße als östliche Umfahrung.
Die CDU Buchholz fordert nach wie vor, die Stadt Buchholz durch eine östliche Umfahrung zu entlasten. Erst die Entlastung schafft neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt und die notwendige Schaffung von Wohnraum.
Redakteur:Pauline Meyer aus Neu Wulmstorf |
|
| Webseite von Pauline Meyer | |
| Pauline Meyer auf Facebook | |
| Pauline Meyer auf Instagram | |
| Pauline Meyer auf YouTube | |